Osnabrück Auftakt mit Baggerbiss: Umgestaltung des Pastor-Karwehl-Platzes in Osnabrück gestartet
Zum Baggerbiss trafen sich am Montagmorgen im strömenden Regen Bauarbeiter und Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung auf dem Pastor-Karwehl-Platz in Osnabrück. Er wird entsiegelt und umgestaltet. Ab dem Frühjahr 2027 soll der Regen dort absickern können.
Der Regen passte zum Bauauftakt mit dem Baggerbiss auf dem Pastor-Karwehl-Platz, der anstatt eines symbolischen Spatenstichs vorgenommen wurde. Mitten im Schinkel soll auf 6700 Quadratmetern ein grüner Ort mit viel Aufenthaltsqualität entstehen. Bislang wurde die asphaltierte Fläche als Parkplatz und Standort für den Wochenmarkt genutzt. Letzter findet nun auf dem Hannes-Haferkamp-Platz vor der Südtribüne des VfL-Stadions statt.
Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 2,42 Millionen Euro. 1,812 Millionen Euro werden durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen finanziert. Im Frühjahr 2027 soll der Umbau beendet sein.
Im Zuge der Umgestaltung werden 50 Prozent der Fläche entsiegelt, sagte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter beim Ortstermin. „Der Platz für den Wochenmarkt bleibt erhalten“, so die OB weiter. Der Niederschlag könne dann in den neu geschaffenen Platz versickern, sagte sie im prasselnden Regen. Dadurch werde zudem die Erhitzung der Stadt reduziert. Auf dem Ledenhof, dem bislang letzten großen Begrünungsprojekt in Osnabrück, sei dies in diesem Umfang nicht möglich gewesen, weil der Platz quasi das Dach der daruntergelegenen Tiefgarage ist.
Pötter sagte weiter, dass die Lindenallee neben dem Pastor-Karwehl-Platz auf der Ebertallee erhalten bleibe. Wegfallen werden dagegen einige Parkplätze. Stadtbaurat Thimo Weitemeier, der wie Finanzvorstand Thomas Fillep beim offiziellen Baubeginn dabei war, sagte, der Parkplatz vor dem Hallenbad könne genutzt werden.
Der Verzicht auf die Stellplätze ist in dem Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros haefner jiménez betcke jarosch aus Berlin enthalten. Darin ist zudem eine Fläche aus Betonpflaster ausgewiesen, die den neuen Standort für den Wochenmarkt und für andere Veranstaltungen bilden soll. Dazu wird es Gräser- und Staudenbeete, einen kleinen Park mit einer offenen Wiesenfläche und Gehölzpflanzungen sowie eine Boule-Bahn, Tischtennisplatten und Sitzmöbel geben. Ideen aus der Bürgerschaft im Schinkel sind in den Entwurf mit eingeflossen.
Ziel der Umgestaltung ist es auch, den Verkehr in diesem Gebiet zu reduzieren. Der Abschnitt der nördlichen Ebertallee wird dauerhaft für den motorisierten Verkehr gesperrt. Auch eine Durchfahrt von der Ebertallee zum Heiligenweg wird für Autofahrer nicht mehr möglich sein. Die können die Wesereschstraße und die Tannenburgstraße nutzen und somit auch das Baugebiet umfahren.
Die Umgestaltung und Begrünung des Pastor-Karwehl-Platzes ist eine Reaktion der Stadt Osnabrück auf den Klimawandel. In dem „Innenstadtprogramm Osnabrück 2023“ wurde angekündigt, den „öffentlichen Raum so umzugestalten, dass auch an den zunehmenden Tropentagen ein Verweilen möglich bleibt“, heißt es darin. Dafür würden versiegelte Flächen wieder entsiegelt und stärker begrünt. Stadtbaurat Weitemeier sagte, schon jetzt werde bei Straßenbaumaßnahmen so gut es geht entsiegelt. Als große Themen für die Umgestaltungen nannte er das Magnum-Gelände und die Gartlage.