Rudelsingen in der Stadthalle Hunderte sangen in Aurich gemeinsam
Hunderte Besucher strömten am Sonnabend zur diesjährigen Auflage des Rudelsingens in die Auricher Stadthalle. Was die Leute an der Veranstaltung schätzen und welche Lieder gesungen wurden.
Aurich - Ein Saal voller Menschen, zwei Live-Musiker, eine Leinwand mit Liedtexten – und alle singen mit. Pop, Rock, Schlager, Evergreens – das Repertoire ist bunt gemischt, und vor allem ist Mitmachen beim Rudelsingen ausdrücklich erwünscht. Auch bei der diesjährigen Auflage des offensichtlich immer noch beliebten Formats fanden sich wieder rund 400 begeisterte Chorsänger in der Auricher Stadthalle zusammen, um ungehemmt die beiden Rudelführer Simon Bröker und Maxi Saul bei ihrem Programm zu unterstützen.
Seit seinem Start 2011 hat das in Münster gegründete Format Rudelsingen eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hingelegt. Zum einen das Gemeinschaftserlebnis: In einer Zeit, in der viele Veranstaltungen auf passives Konsumieren setzen, setzt das Rudelsingen auf aktive Teilnahme. Jeder wird Teil des Chors. Zum anderen die Breite des Angebots: Junge Chart-Hits treffen auf Klassiker, geschulte Stimmen treffen auf Mitsänger, die allenfalls unter der Dusche bedauernswerten Mitbewohnern das Leben schwermachen – das ergibt eine sehr entspannte, lebensfrohe Atmosphäre.
Viele Frauen beim Rudelsingen
Die Atmosphäre lockt in Aurich Jahr für Jahr mehrere hundert Menschen in die Stadthalle, wenn es heißt: Es darf wieder laut, nicht unbedingt schön, aber gemeinsam gesungen werden. Auch am Sonnabend war das Publikum sowohl von den Altersgruppen als auch von der bisherigen Erfahrung bunt gemischt. Nur bei der Geschlechterverteilung waren die Frauen noch immer übermächtig. Zu den aufstrebenden männlichen Sängern gehörte Jan-Wilhelm Janssen aus Emden. „Meine Frau und ich kommen schon seit fünf Jahren regelmäßig zu den Abenden in die Auricher Stadthalle. Hier ist die Stimmung einfach auch dank des Teams Bröker unbeschreiblich gut“, so der Barde im Gespräch mit dieser Zeitung kurz vor der großen Sause.
Die jüngsten Chormitglieder waren Geburtstagskind Marlena (11 Jahre) und ihre gleichaltrige beste Freundin Anni. „Ich habe meiner Tochter den Abend zum Geburtstag geschenkt und hoffe, dass die beiden auch richtig viel Spaß beim Mitsingen haben“, so die Mutter Andrea aus Ihlowerfehn.
Auch fünf Freundinnen hatten sich aus der Krummhörn auf den Weg nach Aurich gemacht. Alle gehörten zu der kleineren Gruppe der Neulinge bei dieser Veranstaltung. „Ich wollte einfach mal wissen, was dabei abgeht und habe meine Freundinnen überredet“, erzählte Simone auf Nachfrage, kurz bevor die beiden Rudelführer auf die Bühne stürmten.
Und die wurden mit tosendem Applaus begrüßt. Trotz aller Begeisterung gab es für die wenigen Neulinge eine kurze Regelkunde: „Wir wollen gemeinsam Spaß haben, gesungen wird nur im Stehen und während des Singens wird nicht gequatscht“, so Simon Bröker.
Gesang und Tanz in der Stadthalle
Bis auf drei Stuhlreihen direkt vor der Bühne standen alle Chormitglieder mit einem kühlen Getränk an Stehtischen und freuten sich auf die Dinge, die da kommen sollten. Mit der abwartenden Haltung war es vorbei, als der erste Titel auf der großen Leinwand erschien: „Mit 66 Jahren“ ein Lied von Udo Jürgens, mit dem die beiden Musiker schon beim Einstieg für die nötige Stimmung sorgten. Nach wenigen Augenblicken flogen erstmals die Hände Richtung Hallendecke, es wurde geklatscht und vor allem laut gesungen. Damit war der Grundstein gelegt für beste Laune im weiteren Verlauf des Abends. Simon Bröker und Maxi Saul zeigten wieder einmal ihre Qualitäten als Entertainer und ihre Bereitschaft, auf der Bühne alles zu geben. Und spätestens bei einem Discomedley überzeugten sie auch mit ihren gesanglichen und tänzerischen Qualitäten, die von dem begeisterten Publikum gefeiert wurden. Wenn dazu beim Singen überhaupt Zeit blieb.
Nach der Pause ging der muntere Reigen mit Titeln von Künstlern weiter, die hierzulande jeder kennt. Von Hildegard Knef über Jürgen Markus bis hin zu Karat oder die Spider Murphy Gang war fast die gesamte Elite der deutschsprachigen Musikszene vertreten. Und wie hätte die Veranstaltung schöner enden können, als mit dem Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen. Magret ausFahne, die ein langjähriger Fan des Rudelsingens ist, brachte es auf den Punkt: „Das Rudelsingen ist eine Veranstaltung, nach der man mit sauguter Laune nach Hause geht.“ Dann bis zum nächsten Jahr.