Schweinfurt Startelf-Debütant Wiethaup vom VfL Osnabrück: Ich mag es, wie der Trainer zocken lässt
Über den 2:1-Sieg des VfL Osnabrück beim 1. FC Schweinfurt 05 in der 3. Fußball-Liga haben sich Trainer Timo Schultz sowie die Protagonisten bei den Lila-Weißen gefreut. Zugleich klang bei Kevin Wiethaup und David Kopacz aber auch an, dass es weiter einiges zu verbessern gibt.
Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Ich freue mich über die drei Punkte. Es war ein intensives Spiel, es ging hin und her. Gerade die Endphase hat alles geboten. Schweinfurt hat am Ende alles nach vorne geworfen und ja auch den Anschlusstreffer erzielt, da mussten wir auch ein bisschen zittern. Grundsätzlich bin ich mit dem Spiel meiner Mannschaft über weite Strecken zufrieden. Wir standen wie immer sehr kompakt und haben wenig zugelassen. In der ersten Halbzeit hatten wir gerade nach Standardsituationen sehr gute Chancen. Spätestens nach dem 2:0 müssen wir aber unsere Kontersituationen besser ausspielen. Das begleitet uns nun schon die ganze Saison. Das ist ehrlich gesagt auch ein wenig frustrierend, wenn man das als Trainer immer anspricht und das trainiert und trainiert, aber irgendwie verbessert es sich nicht. Vielleicht hören wir mal auf, es zu trainieren und es wird dann besser.
Victor Kleinhenz, Trainer 1. FC Schweinfurt: Es war ein echt intensives Spiel, in vielen Passagen mit Feldvorteilen für den VfL Osnabrück. Wir wussten, dass wir nicht allzuoft vor das Tor kommen werden, weil es extrem schwer ist, dieses Abwehrbollwerk zu knacken Dann musst du aber einfach diese Chancen, wie wir sie nach der Halbzeit hatten, musst du nutzen. Dann ärgern mich moch die zwei Gegentore, weil sie jeweils nach Standardsituationen von uns entstanden sind. Hervorheben will ich die Moral der Mannschaft. Es hat sich wieder keiner hängen lassen, das ist das, was ich mir generell wünsche. Mich freut es, dass sich mit Nico Grimbs ein junger Spieler mit seinem ersten Drittligator belohnt. Am Ende werfen wir alles nach vorne und wenn einem da noch einmal ein Ball vor die Füße fällt, kannst du hier vielleicht mit etwas Glück noch einen Punkt mitnehmen. Was auch extrem positiv heute war: Beide Fanlager haben eine richtig gute Show geboten.
Kevin Wiethaup, Mittelfeldspieler des VfL nach seiner Startelf-Premiere: So richtig habe ich gestern erfahren, dass ich heute von Beginn an spielen darf: Geahnt habe ich es schon ein bisschen in der Trainingswoche, bisschen sieht man das ja immer an den Spielformen. Wenn, dann war ich da vielleicht ein bisschen nervös, aber im Spiel dann gar nicht. Auch nicht nach dem krassen Fehlpass in der ersten Halbzeit. Solche Szenen hake ich schnell ab: Scheißegal, umschalten, weitermachen. Beim ersten Tor kann ich von hinten aus dem Druck rausdribbeln und zwei Spieler stehen lassen - und dann Lars anspielen, der Kopi den Ball vor seinem Supertor auflegt. Das 2:0 ist meine ich auch ein Klatschball von Lars - und ich sehe dann, dass Robin vorne viel Platz hat gegen aufgerückte Schweinfurter, sodass ich ihn mit Druck anspielen kann. Am Ende müssen wir wahrscheinlich noch mehr Konterchancen so gut und konsequent ausspielen, da hatten wir sicher fünf, sechs Gelegenheiten. Der Trainer weiß, dass ich auf dem Platz performe: Ich bin glücklich mit ihm, weil er viel zocken lässt, spielen und gehen: Das kommt mir als Spieler entgegen. Heute habe ich ihm gern das Vertrauen zurückgezahlt.
David Kopacz, Torschütze und Vorlagengeber beim 2:1-Sieg: Ich freue mich einfach, dass ich wieder zurück bin und heute meinen Teil zum Sieg beitragen konnte. Es war ein verdienter Sieg, wobei das 2:0 genau so ein Konter war wie noch viele andere Gelegenheiten, die wir noch besser hätten ausspielen können. Der Trainer hat mir erst heute gesagt, dass ich anfange - und die Trainingsleistungen sowie die Leistung im Test beim HSV der Grund dafür sind. Das ist in solch einer Situation eben die einzige Möglichkeit, sich wieder ins Team zu spielen: Man muss dabei bleiben und seine Chancen, sich zu zeigen, nutzen. Dass ich zwischenzeitlich etwas hinten dran und andere Spieler mehr auf der Höhe waren als ich, will ich gar nicht so sehr auf meinen Nachwuchs schieben, den ich vor einigen Wochen bekommen habe. Zumal ich gehört habe, dass das beflügelt - aber vielleicht kommt das ja jetzt. Beim 1:0 sehe ich, dass kein Schweinfurter raussticht und mich angreift, dazu hatte ich keine Anspielstation - und ehrlich gesagt sehe ich nach dem Schuss, dass der Torwart nicht optimal steht und deshalb nicht mehr rankommt. Beim 2:0 hatte ich vorhin schon im Spaß gesagt, dass Robin mich noch steiler schicken kann: Dann muss ich ihm den Ball nicht nochmal reinlegen, sondern hätte selbst aufs Tor gehen können. Grundsätzlich ist es gut für uns als Mannschaft, dass wir so viele verschiedene Proflile haben in der Offensive: Jungs wie Badjie und Tony Lesueur, die gradliniger in die Tiefe gehen, oder Spieler wie Kehl und ich, die eher auch mal zum Ball kommen. Ich bin ja auch schon ein bisschen länger in der 3. Liga dabei und weiß, wie wichtig das ist, dass uns alle diese Konkurrenz auf Trab hält und wir wach bleiben. Dafür ist aber wichtig, dass ich auch gut schlafen kann - dafür muss ich mich an dieser Stelle mal bei meiner Frau bedanken.