Neues Autohaus  So geht der Neubau des Porsche-Zentrums in Leer voran

Jonas Bothe
|
Von Jonas Bothe
| 27.10.2025 14:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit Ende Februar wird an dem neuen Porsche-Zentrum in Leer gebaut. Foto: Klaus Ortgies
Seit Ende Februar wird an dem neuen Porsche-Zentrum in Leer gebaut. Foto: Klaus Ortgies
Artikel teilen:

An der Konrad-Zuse-Straße in Leer wird derzeit ein neues Porsche-Zentrum gebaut. Wir haben uns auf der Baustelle umgesehen und nachgefragt, wann die Eröffnung geplant ist.

Leer - Der Fußboden in der großen Werkstatthalle ist bereits gefliest, die Rolltore sind schon eingebaut. Mitarbeiter einer Sanitärfirma bringen mit einem Hubwagen große Heizelemente unter der Decke an. In ein paar Monaten werden hier Porsche-Fahrzeuge inspiziert und repariert. An der Konrad-Zuse-Straße im Westen von Leer entsteht das erste Autohaus des Sportwagen-Herstellers in Ostfriesland. Als Vertragshändler wird es die Bremer Fahrzeughaus Schmidt + Koch AG betreiben, die auch schon die Porsche-Zentren in Bremen und Oldenburg führt.

Die beiden Tore auf der rechten Seite führen zu den Bereichen für die Fahrzeugpflege. Die linke Seite zeigt in Richtung Deichstraße. Foto: Klaus Ortgies
Die beiden Tore auf der rechten Seite führen zu den Bereichen für die Fahrzeugpflege. Die linke Seite zeigt in Richtung Deichstraße. Foto: Klaus Ortgies

Baumanager Oliver Deters ist mit dem Fortschritt der Arbeiten zufrieden. „Im Frühjahr 2026 ist die Eröffnung geplant“, sagt der Mitarbeiter der Schmidt + Koch AG beim Rundgang über die Baustelle. Ein Jahr brauche man meistens für so einen Neubau. Beim Spatenstich Ende Februar 2025 hatte man noch auf eine schnelle Fertigstellung bis Weihnachten gehofft. Die Bodenverhältnisse hätten aber zu leichten Verzögerungen geführt, so Deters. Jetzt sei man beim Innenausbau.

Porsche-Zentrum hat insgesamt sieben Arbeitsbühnen

Das neue Porsche-Zentrum ist 1.500 Quadratmeter groß und steht auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück. Es bietet „viel Platz für Porsche-Träume und Porsche-Emotionen“, hatte das Unternehmen beim Spatenstich angekündigt. Ein Großteil der Gebäudeflächen wird für den Werkstattbereich verwendet. Neben dem Teilelager gibt es fünf Standardarbeitsbühnen, eine Annahmebühne sowie eine Mess- und Justierbühne. „Im Gegensatz zum Schauraum, der mit Fußbodenheizung ausgestattet wird, wird die Heizung hier unter der Decke platziert“, erläutert der Baumanager. In einem Technikraum im Erdgeschoss werde die Heizungsanlage untergebracht. „Wir nutzen eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage“, erklärt Deters.

Ein Blick in die Werkstatthalle: Hier wird es insgesamt sieben Arbeitsbühnen geben. Foto: Klaus Ortgies
Ein Blick in die Werkstatthalle: Hier wird es insgesamt sieben Arbeitsbühnen geben. Foto: Klaus Ortgies

Direkt daneben befindet sich der Bereich für die Motorinstandsetzung. „Bei einem Porsche lohnt es sich noch, den Motor zu reparieren statt einen komplett neuen einzubauen“, betont der Baumanager. Eine Tür weiter befindet sich eine Art „Dreckraum“, in dem Öl gelagert wird. Hinter der nächsten Wand sind außerdem die beiden Stationen zur Fahrzeugpflege untergebracht. „Dort können die Autos gewaschen und getrocknet werden“, erläutert Deters. Der Zugang zu diesem Bereich ist allerdings nur von der östlichen Seite des Grundstücks aus möglich.

Räume für Mitarbeiter im Obergeschoss

Im Obergeschoss, das sich in der nordöstlichen Ecke des Gebäudes neben dem Technikraum befindet, wird derzeit an den Räumen für die Beschäftigten gearbeitet. Dort wird es einen Aufenthaltsraum samt Küche, Umkleiden und Toiletten für Männer und Frauen sowie einen Abstellraum geben.

Der Fußboden des Werkstattbereichs ist schon fertiggestellt. Foto: Klaus Ortgies
Der Fußboden des Werkstattbereichs ist schon fertiggestellt. Foto: Klaus Ortgies

Der Geschäftsführer der Porsche Deutschland GmbH, Karsten Sohns, hatte beim ersten Spatenstich erklärt, dass in Leer ein Porsche-Zentrum im Satelliten-Format entstehe. Dieses werde derzeit erstmals in Deutschland gebaut. Mehrere seien gerade geplant. „Mal schauen, wer als erstes eröffnet“, sagte Sohns. „Wir wollen mit diesem Format an die Porsche-Kunden und -Fans heranrücken.“ So gehe es darum, dass es kein fahrzeugzentriertes Autohaus mehr sei, sondern ein menschenzentriertes. „Der Kunde/Fan steht im Mittelpunkt“, erklärte der Geschäftsführer.

15 bis 20 Arbeitsplätze entstehen in Leer

Das Fahrzeughaus Schmidt + Koch hatte zudem angekündigt, dass der neue Standort einen sogenannten „Porsche und Highlightplatz“ beinhalte. Dieser werde mit den neuesten digitalen Schauraumelementen ausgestattet sein. 15 bis 20 Arbeitsplätze werden in Leer geschaffen. Der Standort sei mit seiner zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit „hervorragend gewählt“, hieß es. „Denn er bietet perfekte Voraussetzungen, um von Leer aus auch die Märkte in Ostfriesland und im Emsland bedienen zu können.“

Im westlichen Teil des Gebäudes wird künftig der Schauraum sein. Foto: Klaus Ortgies
Im westlichen Teil des Gebäudes wird künftig der Schauraum sein. Foto: Klaus Ortgies

Der Vorstandsvorsitzende der Bremer Fahrzeughaus Schmidt + Koch AG, Harm Fischer, hatte im Februar gesagt, dass vor vier Jahren das Ansinnen von Porsche an sein Unternehmen herangetragen worden sei, in Leer einen Standort zu errichten. „Wir waren erst skeptisch“, gab Fischer zu. Man habe die Porsche-Kunden aus Ostfriesland und dem Emsland bereits in Oldenburg betreut. „Bei genauerer Betrachtungsweise haben wir aber erkannt, dass sich dieser Standort durchaus lohnen könnte.“ Doch dann gestaltete sich die Grundstückssuche schwierig, bis man schließlich durch einen Grundstückstauschs mit der Firma Terravent den Standort an der Konrad-Zuse-Straße gefunden hat.

Platz für vier Neufahrzeuge im Schauraum

Dort wird fleißig weitergearbeitet. Die Fassadenelemente sind zum Großteil angebracht. In der westlichen Seite des Gebäudes wird zudem am Schauraum gearbeitet. Dieser bietet künftig eine Ausstellungsfläche für vier Neufahrzeuge. „Auf der einen Seite werden Büros für die Beschäftigten eingerichtet, auf der anderen Seite gibt es Sitzbereiche für unsere Kunden“, erläutert Deters. Außerdem wird in diesem Teil des Gebäudes der Teileverkauf untergebracht. Zwischen der Werkstatt und dem Schauraum befindet sich künftig die Dialogannahme.

Ein paar Monate müssen sich Fans der Marke Porsche noch gedulden. Ab dem Frühjahr 2026 können sie dann allerdings Leer ansteuern, um sich einen Sportwagen anzuschauen oder den eigenen reparieren zu lassen.

Ähnliche Artikel