Osnabrück  Korruption? Staatsanwalt Osnabrück klagt Ex-Mitarbeiter der Zulassungsstelle an

Markus Pöhlking
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Von Markus Pöhlking
| 25.10.2025 16:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat zwei vormalige Mitarbeiter der städtischen Zulassungsstelle angeklagt. Foto: David Ebener
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat zwei vormalige Mitarbeiter der städtischen Zulassungsstelle angeklagt. Foto: David Ebener
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Zwei ehemalige Mitarbeiter der Zulassungsstelle im Stadthaus sollen sich der Korruption schuldig gemacht haben. Davon geht zumindest die Staatsanwaltschaft Osnabrück aus. Sie hat die beiden Personen angeklagt. Was ist bekannt?

In den kommenden Monaten dürfte das Landgericht Osnabrück Licht in zumindest eine der beiden Korruptionsaffären in der Stadtverwaltung bringen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück nämlich hat Anklage gegen zwei ehemalige Mitarbeiter der städtischen Zulassungsstelle erhoben. Sie sollen der Korruption und der Falschbeurkundung im Amt schuldig sein.

Wann genau diese Vorwürfe vor dem Landgericht erörtert werden, ist noch unklar. Ein Sprecher des Gerichts bestätigt den Eingang der Anklage an der Großen Wirtschaftsstrafkammer. Ein Eröffnungsbeschluss stehe aber noch aus.

Verdachtsmomente gegen die beiden Männer ergaben sich im Rahmen eines anderen Strafverfahrens aus der Region. Es ist der Fall eines Autohändlers aus Bramsche. Das Landgericht Osnabrück hatte ihn im Juli 2025 wegen Geldwäsche, Beihilfe zum Drogenhandel und -schmuggel, falscher Verdächtigung und Strafvereitelung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann über seine Leasing-Firma hochwertige Fahrzeuge zugelassen hatte, die tatsächlich international agierenden Drogenhändlern gehörten und die teils auch zum Drogenhandel und für andere Straftaten genutzt worden sein sollen.

Die beiden nun angeklagten Ex-Mitarbeiter der städtischen Zulassungsstelle sollen dem Mann dem Vernehmen nach ermöglicht haben, Vorführungs- und Zulassungstermine nicht wahrnehmen zu müssen. Dafür erhielten sie nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft offenbar Gegenleistungen.

Publik wurden diese Vorwürfe erstmals in der Hauptverhandlung gegen den Bramscher. Die Stadt erklärte damals, beide Männer nicht länger zu beschäftigen. Einer von ihnen sei in Rente gegangen. Mit dem anderen sei eine einvernehmliche Trennung erreicht worden.

Der Korruptionsfall in der Zulassungsstelle dürfte damit seiner Aufklärung einen Schritt näher gekommen sein. Weitestgehend unklar bleibt indes, wie es um den wesentlich größeren Korruptionsfall in der Stadtverwaltung bestellt ist: Seit März ist öffentlich bekannt, dass fünf vormalige Mitarbeiter der Stadt möglicherweise Teil eines Netzwerks waren, in dem Gelder für die Anmeldung und für die Unterbringung von Migranten flossen.

Ein Fall, der deutlich größere Dimensionen als jener in der Zulassungsstelle haben dürfte. Zu seinen Details und zum Ermittlungsstand macht die Staatsanwaltschaft seit Monaten keinerlei Angaben. Zuletzt war in dem Fallkomplex ein Termin vor dem Arbeitsgericht geplatzt, wo ein Verfahren zwischen der Stadt und einem der beschuldigten Ex-Mitarbeiter anhängig ist.

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