Osnabrück  Wann startet endlich der Umbau des Osnabrücker Ostbunkers?

Sandra Dorn
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Von Sandra Dorn
| 26.10.2025 06:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Osnabrücker Ostbunker in Osnabrück ist seit April 2024 geschlossen. Der Umbau verzögert sich weiter. Das Foto entstand im März 2025. Foto: Michael Gründel
Der Osnabrücker Ostbunker in Osnabrück ist seit April 2024 geschlossen. Der Umbau verzögert sich weiter. Das Foto entstand im März 2025. Foto: Michael Gründel
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Die Sanierung des Osnabrücker Ostbunkers hat immer noch nicht begonnen, dabei sollte es nach der überraschenden Schließung des Jugendzentrums und Konzertorts im Stadtteil Schinkel im April 2024 eigentlich schnell gehen. Was ist da los?

Als die Stadt Osnabrück den Ostbunker im April 2024 von heute auf morgen aus Brandschutzgründen schloss, waren selbst Stadtratsmitglieder überrascht. Seit einem halben Jahrhundert war der ehemalige Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Ort der Jugendarbeit im Stadtteil Schinkel – und ein Ort, an dem viele Bands ihre ersten Konzerte gaben.

Plötzlich hieß es: viel zu gefährlich. Die Folgen eines Brandes wären wegen eines fehlenden zweiten Fluchtweges fatal. Seitdem warten Jugendliche und die Subkultur, dass der Bunker endlich saniert wird und sie dorthin zurückkönnen. Doch der Baubeginn lässt weiter auf sich warten.

Dabei hatte der Stadtrat damals in Windeseile eine Brandschutzsanierung in Auftrag gegeben: Schon zwei Monate nach der Schließung gab der Rat 500.000 Euro dafür frei. Dann wurde bekannt, dass die Stadt den Ostbunker mit Geldern aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ sogar barrierefrei mit Fahrstuhl umbauen kann. Die eine Million Euro Mehrkosten würden Land und Bund bezahlen.

Das war eine gute Nachricht, denn wer im Rollstuhl saß, musste bislang die Treppen rauf- und runtergetragen werden. Die schlechte Nachricht: Jetzt dauert es erheblich länger mit der Sanierung. Schon im Frühjahr 2025 korrigierte die Stadt den Baubeginn vom ursprünglich erhofften Januar auf „frühestens Juni“. Und jetzt ist klar: In diesem Jahr wird gar nichts mehr daraus. Die Umbauarbeiten würden „voraussichtlich im Januar 2026“ starten, teilt ein Stadtsprecher auf NOZ-Anfrage mit.

„Wir haben es hier mit einem sehr schwierigen Gebäudebestand zu tun“, so der Sprecher. „Aufgrund der Umplanung mit Barrierefreiheit waren zudem ein erneuter Bauantrag und neue Konzepte für die Haustechnik erforderlich.“ Immerhin: Beim veranschlagten Kostenrahmen soll es „nach jetzigem Stand“ bleiben.

Die geplante Wiedereröffnung ist weiter nach hinten gerückt. „Sofern alles planmäßig verläuft, soll das Gebäude ab Februar 2027 wieder genutzt werden können“, so der Stadtsprecher. „Die Außenanlagen werden dann im Anschluss umgestaltet.“

Geplant sei, dass alle früheren Angebote des Jugend- und Kulturzentrums dann in den Ostbunker zurückkehren sollen: die Jugendarbeit Ostbunker, die Veranstaltungen durch das Musikbüro und das VfL-Fanprojekt. Auch Konzerte sollen dann wieder im Ostbunker stattfinden können.

Lange konnte die Stadt den Jugendlichen aus dem Stadtteil nur das Heinz-Fitschen-Haus als alternativen Treffpunkt anbieten, denn auch die Eröffnung eines Übergangsstandortes für die Jugendarbeit des Ostnbunkers hatte sich lange verzögert.

Die dafür vorgesehenen Räume der ehemaligen Stadtteilbibliothek in der Rappstraße konnten erst im Juni 2025 bezogen werden – fast ein ganzes Jahr später als geplant. Dafür würden sie nun aber „sehr gut“ angenommen, vermeldet die Stadt. „Es ist den Kolleginnen und Kollegen gelungen, die jugendlichen Nutzer vom Ostbunker mit ‚rüberzunehmen‘“, so der Sprecher. „Darüber hinaus ist es gelungen, weitere jugendliche Zielgruppen zu erreichen und mit ihren Angeboten an den ‚kleinen Bunker‘ zu binden.“

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