Osnabrück  Schlag für NLZ des VfL Osnabrück: Kunstrasenplatz auf der Illoshöhe gesperrt

Benjamin Kraus
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Von Benjamin Kraus
| 24.10.2025 11:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit Flatterband abgesperrt: Die maroden Stellen des Kunstrasenplatzes auf der Illoshöhe. Foto: Benjamin Kraus
Mit Flatterband abgesperrt: Die maroden Stellen des Kunstrasenplatzes auf der Illoshöhe. Foto: Benjamin Kraus
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Schlechte Nachrichten für die ambitionierten Nachwuchsfußballer des VfL Osnabrück: Der hoch frequentierte, große Kunstrasenplatz auf der Illoshöhe ist nicht mehr bespielbar. Die Auswirkungen der Platzsperre durch die Stadt sind groß, gehen weit über den VfL hinaus - und wann das Problem langfristig gelöst sein wird, ist noch offen.

Löcher in der Kunstrasendecke, abgerissende Halme, Verletzungsgefahr: Die Stadt Osnabrück hat den großen Kunstrasenplatz (Platz 3) auf der Illoshöhe für den Spielbetrieb gesperrt. Auf diesem Feld trägt das Nachwuchsleistungszentrum des VfL Osnabrück wetterunabhängig die meisten Trainingseinheiten und auch Spiele aus - nun steht es ausgerechnet in der hereinbrechenden kalten Jahreszeit nicht mehr wirklich zur Verfügung.

Schon in den letzten Wochen konnten Beobachter beim Überqueren des Platzes feststellen, dass dieser seine besten Zeiten lange hinter sich hat - nun hat die Prüfung eines Experten ergeben, dass das Feld für Wettkampfspiele aus Sicherheitsgründen wegen zu hoher Verletzungsgefahr überhaupt nicht mehr genutzt werden kann. Vor allem an und in beiden Strafräumen sind die Löcher in der Platzstruktur zu groß und zu heftig geworden.

Komplett selbst für leichten Trainingsbetrieb abgesperrt bleibt ein größerer Bereich an beiden Toren, der in etwa die Strafräume des Feldes umfasst. Nur abseits davon darf aktuell noch mit Vorsicht geübt werden: Wettkampfspiele oder gar Verbandsspiele sind aber ausgeschlossen für das Feld, das neben dem VfL auch die Ballschule Bakos und vom Schulsport genutzt wird.

„Natürlich ist das alles andere als optimal - aber damit müsen wir leben. Für uns gilt es nun, mit guter Improvisationsfähigkeit das Beste daraus machen“, sagt Michael Welling. Der Geschäftsführer des VfL Osnabrück berichtet, dass die Erneuerung des Kunstrasenfeldes sowieso bereits vorgesehen gewesen sei: Als Teil des großen Umbauprogramms auf der Illohshöhe, das mit Platz zwei, Platz fünf, dem Hauptplatz mit Laufbahn sowie dem neuen kleinen Kunstrasenzwinger (Platz sechs) nahe der Schwedenhäuser bereits weit fortgeschritten ist.

Dafür - und für den neuen Rasenplatz mit Rasenheizung am Schinkelberg - hatte die Stadt schon vor Jahren fünf Milionen Euro freigegeben - durch Sparsamkeit bei den bisherigen Ausgaben sowie eine angepasste Prioritätensetzung sei es laut Welling nun möglich, auch den Kunstrasenplatz 3 noch einigermaßen zeitnah zu erneuen. Der Expertenbesuch, der letztlich in der Platzsperre mündete, hätte laut dem VfL-Geschäftsführer eigentlich als vorbereitende Maßnahme zur Planung der Neuertüchtigung des Kunstrasenfeldes im kommenden Jahr dienen sollen.

„Dabei kam leider raus: So wie es jetzt ist, geht es schon jetzt gar nicht mehr“, berichtet Welling und nennt als Ziel, nun deutlich Tempo zu gewinnen bei der geplanten Erneuerung des Feldes, die auf der Illoshöhe neben der Umwandlung von Platz vier noch aussteht: In der Nordwestecke des Geländes soll ebenfalls ein Kunstrasenfeld entstehen, dass dann vor allem vom OTB und der Ballschule Bakos genutzt werden soll. Dafür sei man als VfL in enger Abstimmung mit der Stadt Osnabrück, so Welling.

Diese hat auf Nachfragen der NOZ zur städtischen Anlage auf der Illoshöhe, welche unter anderem die Punkte Zeitplan und Kosten umfassen, bis dato noch nicht reagiert. Abseits davon läuft in der Stadtpolitik ja eine weitere Kunstrasendebatte: Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hatte im Sommer recht öffentlichkeitswirksam über die Sozialen Netzwerke den Standorten Sutthausen, Voxtrup und Schölerberg den Neubau eines Kunstrasenfeldes versprochen, weil Fördergelder vom Land dafür verwendet werden können. Zuletzt hatte aber der Rat der Stadt Osnabrück entschieden, dass die Verwaltung zunächst eine Bedarfsplanung erstellen soll, wo Kunstrasenplätze am besten gebaut werden.

Für das VfL-NLZ heißt es in jedem Fall erst einmal über den Winter hinweg improvisieren: Sicher ist, dass unter anderem der Hauptplatz auf der Illoshöhe nun noch mehr beansprucht werden wird, der zuletzt auch von den Profis genutzt worden ist - und dass Trainingseinheiten und Spiele auf diverse Ausweichstandorte in Stadt und Landkreis verteilt werden. Am Samstag spielt etwa die U16 gegen den SV Meppen beim Hagener SV, in der Stadt soll der neue Kunstrasenplatz am Grünen Weg eine präferierte Ausweichstätte werden.

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