Bühnenverein zieht aus Freesenspölers Brookmerland jetzt ohne „Theaterwinkel“
Seit 2003 waren die Freesenspölers Brookmerland in der Rosenstraße in Marienhafe zu Hause. Warum sie ihr Bühnenheim jetzt verließen.
Marienhafe - Die „Freesenspölers Brookmerland“ haben ihre „Theaterwerkstatt“ im Ortskern von Marienhafe verlassen. Sie treffen sich bereits seit einiger Zeit an wechselnden Orten, teilte ein früheres Vorstandsmitglied auf Anfrage dieser Redaktion mit. Den Mietvertrag für das Bühnenheim in der Rosenstraße habe man gekündigt. Grund: Es ist Teil eines Wohn- und Geschäftshauses, das jetzt von einem Norder Immobilienbüro zum Verkauf angeboten wird.
Dabei handelt es sich um das markante weiße Gebäude mit der Hausnummer 21, in dem seit Anfang 2021 der Pflege- und Betreuungsdienst Frieslandcare ein Büro betreibt. Zuvor wurden die Räume von der ambulanten Krankenpflege Andreas Ubben genutzt. Davor waren dort das „Kinderstübchen“, ein Secondhand-Laden für Kinderbedarf und ein Handyshop untergebracht waren. Ältere Marienhafer bringen das Haus noch mit dem Textilgeschäft für Frauen- und Kindermode von Laura Stein in Verbindung. Sie starb im Februar dieses Jahres im Alter von 91 Jahren. Ihr Sohn Peter Stein will sich nun von der Immobilie trennen.
Kaufpreis beträgt knapp 300.000 Euro
Angeboten wird diese im Internet für 299.500 Euro. Das Gebäude zählt zu den ältesten in Marienhafe. Sein Baujahr wird in dem Exposé mit 1850 angegeben. Die Fläche des Ladenlokals wird mit 55 Quadratmetern angegeben. Ebenfalls dazu gehört demnach eine 43 Quadratermeter große Einliegerwohnung mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad sowie eine Wohnung im Anbau mit 218 Quadratmetern Fläche im Erd- und Dachgeschoss. Das Nebengebäude besteht aus einer Doppelgarage und drei Abstellräumen.
Die Größe des Grundstücks, auf dem die Gebäude stehen, wird in dem Exposé mit etwa 1126 Quadratmeter angegeben.
Er und seine Familie wollen künftig in einem bisher von seiner Mutter genutzten Anwesen in Osteel wohnen, begründete Stein auf Anfrage dieser Redaktion den geplanten Verkauf des Hauses in der Rosenstraße. Den Verantwortlichen des Theatervereins hatte er einen Auszug rechtzeitig nahegelegt.
Für die „Freesenspölers Brookmerland“ bedeutet der Verlust ihres festen Sitzes einen herben Schlag. Seit seiner Gründung 2003 war der Theaterverein im „Theaterwinkel“ ansässig und fanden dort die Proben des Ensembles statt.
„Freesenspölers“in der Krise
Zuletzt war es um die „Freesenspölers“ ruhig geworden. 2022 steckten sie in der schwersten Krise ihrer Geschichte und waren weitgehend führungslos. Vorsitzender Ralf Buck aus Leezdorf trat zurück und verließ den Verein. Viele hatten „Freesenspölers“ schon abgeschrieben, doch der letzte Vorhang fiel nicht. Im Herbst 2022 verkünde der neue Vorstand des Vereins, das drohende Aus abgewendet zu haben. In einer Hauptversammlung sei eine neue Führungsmannschaft gefunden und von rund eine, Drittel der damals 60 Mitglieder des Vereins gewählt worden. Der frühere zweite Vorsitzende Focko Janssen übernahm den Vorsitz. Zum 2. Vorsitzenden und damit Stellvertreter des Upgant-Schottjers wurde Georg Buck aus Leezdorf gewählt. Das Amt der Schriftführerin übernahm Anne Warfsmann aus Osteel. Kassierer wurde Dieter Brauer, der dieses Amt nach eigenen Angaben heute aber nicht mehr bekleidet.
Zuletzt standen die „Freesenspölers“ im Herbst 2019 auf der Bühne. Mit der Komödie „Mannlüü sünd wat Wunnerbares“ kehrten sie damals an ihre alte Wirkungsstätte, die Gaststätte Köster in Osteel, zurück. Davor war 15 Jahre lang die Aula der IGS Marienhafe-Moorhusen der Ort ihrer Aufführungen gewesen.