Fußballfrauen-Regionalliga  Aurich und Hamburg liefern sich packendes Duell

Helmut Vortanz
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Von Helmut Vortanz
| 20.10.2025 17:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Auricher Mannschaft freute sich mit Torschützin Dorothea Greulich (Nummer 23) über die zwischenzeitliche 2:1-Führung der SpVg gegen den HSV U20. Fotos: Helmut Vortanz
Die Auricher Mannschaft freute sich mit Torschützin Dorothea Greulich (Nummer 23) über die zwischenzeitliche 2:1-Führung der SpVg gegen den HSV U20. Fotos: Helmut Vortanz
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SpVg bleibt zu Hause seit zwei Jahren ungeschlagen. Ein dramatisches Spiel mit einem späten Gegentor.

Aurich – Mit den Frauen des Hamburger SV hatte die Auricher Mannschaft vor dem Spiel am Sonntag im Stadion am Ellernfeld noch eine Rechnung offen. Im Juni 2023 verloren die Frauen das entscheidende Spiel um den Aufstieg in die Regionalliga Nord auf neutralem Boden in Bremen glatt und verdient mit 4:0. Die Hamburger Torjägerin Laura Henke erzielte in dem Spiel drei Tore. Was folgte, war eine Erfolgsgeschichte der Hamburgerinnen: Die erste Saison in der Regionalliga Nord beendeten sie auf dem dritten Platz und in der abgelaufenen Saison wurden sie mit ordentlichem Punktvorsprung Meister vor der zweiten Mannschaft aus Wolfsburg.

Aurich mit einem langfristigen Ausfall

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Regionalliga Nord zeigt nach sechs Spieltagen leichte Vorteile für die Auricherinnen, die mit einem Punkt mehr knapp vor den Hamburgerinnen rangieren. Obwohl die Mannschaft seit 2019 zuhause ungeschlagen ist, blieb Trainer Tammo Pfeiffer vor dem Spiel eher skeptisch: „Die Hamburgerinnen sind eine sehr spielstarke Mannschaft. Vermutlich werden sie die ein oder andere Ersatzspielerin aus der Bundesligamannschaft einsetzen.“

Und so kam es. Mit der Rückennummer 7 lief in der Startelf Almundena Sierra auf das Spielfeld, die am Sonnabend beim Spiel gegen Jena noch auf der Ersatzbank der Bundesliga-Elf gesessen hatte. Auf Auricher Seite musste das Trainerteam auf Stürmerin Mareike Assing verzichten. Sie hat sich beim Spiel gegen Victoria Hamburg schwer verletzt und wird der Mannschaft in den kommenden Monaten fehlen.

Mareike Assing hat sich den rechten Fuß gebrochen.
Mareike Assing hat sich den rechten Fuß gebrochen.

Gäste beginnen furios

Die Hamburgerinnen starteten furios. Nach drei Minuten strich der Ball noch so eben am Auricher Gehäuse vorbei. Doch wenig später war Schluss mit Lustig. Die Hamburgerinnen setzten sich auf der linken Seite durch und in der Mitte verwandelte Rieke Stemmer unhaltbar für die Auricher Keeperin Jule Götz aus kurzer Distanz zur Führung. Die wiederum musste all ihr Können wenige Minuten später zeigen, um einen zweiten Gegentreffer zu verhindern.

In der 15. Minute war die Zeit für den Ausgleich gekommen. Die wieselflinke Sophie Musal setzte sich durch und bediente Ana-Carolin Hoffmann, die nach einem Sololauf die gegnerische Torhüterin ausspielte und zum Ausgleich verwandelte. Die Freude war groß, zeigte dieser Angriff doch, dass auch die stark eingeschätzten Gegnerinnen verwundbar waren. Bis zum Ende des ersten Durchgangs kamen die Auricherinnen besser ins Spiel und es entwickelte sich ein Wettkampf auf Augenhöhe, jedoch ohne zwingende Aktionen auf beiden Seiten.

Aurich gerät unter Druck

Das sollte sich in der zweiten Spielhälfte grundlegend ändern. Die Hamburgerinnen wollten das Spiel unbedingt gewinnen und bliesen zum Angriff. Dem Druck der Gäste war die Heimmannschaft nur mit Mühe gewachsen. Gegenstöße waren eine Seltenheit. In den ersten zwanzig Minuten tauchte keine Auricher Spielerin in der gegnerischen Hälfte auf. In der 66. Minute fiel jedoch wie aus dem Nichts der Führungstreffer für Aurich. Wieder wurde ein Angriffsversuch von den Hamburgerinnen nahe der Mittellinie abgefangen. Doch diesmal setzte Dorothea Greulich nach. Sie erkämpfte den Ball und erkannte ihre Chance. Die Hamburger Torhüterin stand weit vor ihrem Kasten. Ein gekonnter Fernschuss erreichte sein Ziel. Es stand 2:1 für die Auricher Außenseiter.

Der anschließenden Druckphase der Gegnerinnen konnten die Auricherinnen nur mit Mühe standhalten. Mit einer großen Portion Glück und einer gut aufgelegten Jule Götz im Tor konnten sie bis zur 89. Minute den Ausgleich verhindern. Anstatt jedoch kurz vor Schluss einen Ball weit aus der eigenen Hälfte zu befördern, verursachte die Verteidigung einen Eckball, der per Kopfball zum 2:2 Entstand führte.

SpVg-Trainer ist zufrieden

Chef-Trainer Stefan Wilts fasste anschließend zusammen: „Auch wenn ich mir in der Schlussphase mehr Konsequenz der Abwehr bei einigen Aktionen gewünscht hätte, sind wir zufrieden mit dem Punkt gegen einen starken Gegner.“

Am Ende des Tages war der Auricher Cheftrainer Stefan Wilts (rechts) mit dem Unentschieden zufrieden. Ein Punkt gegen einen starken Gegner, so Wilts.
Am Ende des Tages war der Auricher Cheftrainer Stefan Wilts (rechts) mit dem Unentschieden zufrieden. Ein Punkt gegen einen starken Gegner, so Wilts.

Am kommenden Wochenende tritt im Stadion am Ellernfeld mit Holstein Kiel ein weiterer Hochkaräter der Regionalliga an.

Tore: 0:1 Sterner (10.), 1:1 Hoffmann (15.), 2:1 Greulich (66.), 2:2 Diekhoff.

SpVg Aurich: Götz, Oliver (47. Okoroh), Brühl, Kersten, Hartstein, Frisch (47. Ruggiano), Hoffmann (85. Albring), Musal, Greulich (90.+1 Greulich), Rewohl, Wunder.

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