Osnabrück  VfL Osnabrück: Wann tut sich was beim Trainingszentrum am Schinkelberg?

Susanne Fetter
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Von Susanne Fetter
| 20.10.2025 10:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
So könnte es aussehen, das Trainingszentrum des VfL Osnabrück am Schinkelberg. Der Entwurf zeigt eine erste Visualisierung und wird im November weiter konkretisiert. Foto: VfL Osnabrück
So könnte es aussehen, das Trainingszentrum des VfL Osnabrück am Schinkelberg. Der Entwurf zeigt eine erste Visualisierung und wird im November weiter konkretisiert. Foto: VfL Osnabrück
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Anfang November entscheidet der Rat Osnabrück über die Finanzierung des Stadions an der Bremer Brücke. Doch mindestens genauso wichtig für die Zukunft des VfL Osnabrück ist der Bau des Trainingszentrums am Schinkelberg. Wer zahlt, wer baut und wie sieht der Zeitplan aus?

Vergangenen Freitag hat der VfL Osnabrück ein Testspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolviert. Beim 1:1 gegen den Wuppertaler SV erzielte Luc Ihorst das Tor am Schinkelberg gegen den Fußball-Regionalligisten. Beim VfL kamen vor allem die Ersatzspieler zum Einsatz. Der Rasenplatz am Schinkelberg ist seit zweieinhalb Jahren fertig und in einem hervorragenden Zustand, für das tägliche Training wird er allerdings vor allem in den Sommermonaten kaum genutzt. Dies liegt in erster Linie daran, dass es drumherum noch an vielen Ecken und Enden fehlt - auch, weil das Gelände dem VfL erst seit August exklusiv zur Verfügung steht. Umgezogen und geduscht wurde deshalb bis vor Kurzem an der Illoshöhe.

In etwa einem Jahr soll das anders aussehen. Der Schinkelberg soll dann die neue tägliche Heimat der Profis, des Funktionsteams und der Geschäftsstelle sein. Der Bau des Trainingszentrums ist eines der größten Infrastrukturprojekte des Fußball-Drittligisten. Und im Gegensatz zur Sanierung der Bremer Brücke stemmt der VfL die Finanzierung selbst.

Sechs Millionen Euro sollen die Kosten betragen.  „Die langfristig angelegte Finanzierung läuft über die Sparkasse Osnabrück“, wie Markus Dörenkämper, Direktor Wirtschaft des VfL, bestätigt: „Der Verein bringt einen Anteil Eigenkapital ein, über dies hinaus unterstützen uns die Brückenpfeiler.“ Die Unternehmer aus der Region stehen dem VfL nahe und bieten vor allem Sicherheiten bei der Finanzierung. Nach und nach bezahlt der Drittligist die Kredite ab.

Der Bauantrag wurde vor Kurzem gestellt, aktuell liegt er bei der Stadt zur Prüfung. „Wir sind bereits einige Wochen gemeinsam mit dem Auftragnehmer und dem Bauamt in intensiven Gesprächen und gehen davon aus, dass der Bauantrag in den nächsten Wochen genehmigt wird“, sagt Dörenkämper: „Zu Beginn des Jahres 2026 soll dann nach aktuellem Planungsstand der Spatenstich erfolgen.“ Auch eine Firma wurde bereits gefunden, die sich um die Errichtung des neuen Funktionsgebäudes kümmert: „Goldbeck“ aus Bielefeld. Für das Unternehmen sprach laut Dörenkämper auch die schnelle Bauweise durch Module. Zwölf Monate soll die Bauzeit dauern. Der Umzug ist für Januar 2027 geplant.

Im Erdgeschoss des Funktionsgebäudes sollen künftig Umkleiden, eine Athletikhalle sowie ein Bereich für die Physio-Abteilung und den Zeugwart untergebracht werden. In der ersten Etage wird es neben Büros für die Trainer und Sportverantwortlichen auch einen Aufenthaltsbereich für die Mannschaft geben. Ganz oben soll die Geschäftsstelle einziehen, die im Zuge der Sanierung der Bremer Brücke ihre Räume am Stadion verlassen muss. „Mit dem Umzug der Geschäftsstelle vom Stadion zum Trainingszentrum am Schinkelberg schaffen wir nicht nur moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden, sondern entlasten gleichzeitig das Gesamtprojekt an der Bremer Brücke. Die Räume für die Verwaltung müssen dort während der Umbauphase – aber auch danach – nicht mehr berücksichtigt werden, was Planungssicherheit schafft und wichtige Kapazitäten an der Brücke freisetzt.“, so Dörenkämper. Der Platz könnte künftig vor allem für die Erweiterung des VIP-Bereichs genutzt werden.

Das Gebäude wird eine Abmessung von 20x40 Metern haben. Dazu sind etwa 40 bis 50 Parkplätze geplant. Neben dem im Februar 2023 eingeweihten Rasenplatz sollen auf der Fläche, auf der aktuell der Hauptplatz mit Laufbahn liegt, eineinhalb weitere Plätze entstehen. Diese werden von der Stadt angelegt, denn die Fläche gehört der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG), einer hundertprozentigen Tochter der Stadt. Hier soll auf Naturrasen gesetzt werden - nicht Rollrasen, sondern eine angesäte Fläche. Laut Dörenkämper sei die Entscheidung hierfür aus Qualitätsgründen gefallen. Zudem sei der Rasen länger haltbar und in der Pflege, die der VfL übernimmt, auch kostengünstiger.

Direkt vor der Athletikhalle soll zudem eine kleine Kunstrasenfläche entstehen. Der Bauantrag für die Rasenplätze ist ebenfalls gestellt. Mit der Umsetzung begonnen werden soll im Sommer 2026, so Dörenkämper. Eine Firma sei noch nicht gefunden, die Ausschreibung soll aber in Kürze starten.

Darüber hinaus prüft der VfL, ob die Rasenheizung des bereits vorhandene Platzes künftig nicht mehr über einen Heizkessel, sondern über Geothermie betrieben werden kann. Laut Dörenkämper sollen erste Probebohrungen zeitnah stattfinden.

Fest steht auch: Das alte Funktionsgebäude, in dem sich Umkleiden und Sanitäranlagen befinden, bleibt erhalten und wird saniert. „Das Gebäude ist aus den 70er Jahren, aber die Bausubstanz ist unserer Einschätzung nach in einem guten Zustand “, sagt der Direktor Wirtschaft, der die Planungen beim VfL gemeinsam mit Marc Fischer federführend begleitet. Das Fanprojekt, dass nach der Schließung des Ostbunkers hier eine neue Heimat gefunden hat, wird dann wieder ausziehen. Die Suche nach neuen Räumlichkeiten läuft bereits mit Hilfe des Vereins und der Stadt.

Nach der Sanierung soll das Gebäude auch für den Nachwuchs zur Verfügung stehen. Denn U17 und U19 sollen ebenfalls regelmäßig am Schinkelberg zu Gast sein. Darüber hinaus kann es bei Testspielen genutzt werden, damit Gästemannschaften sich umziehen können. Falls zum Beispiel mal wieder der Wuppertaler SV vorbeischaut.

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