Osnabrück VfL Osnabrück gegen Hoffenheim II: Eine überraschend schwache Abwehr und zu wenig Power
Der VfL Osnabrück erlebte beim 0:4 gegen die TSG Hoffenheim II seine erste herbe Pleite in der laufenden Drittliga-Saison. Die Einzelkritik zeigt: Es fehlte in fast allen Bereichen.
#18 Lars Kehl (bis 87.): Der Spielmacher war zu Beginn im Grunde gar nicht im Spiel. Kehl bekam kaum Bälle aus den hinteren Reihen und war dementsprechend fast ausschließlich im Pressing beschäftigt. Wurde dann rund um die Halbe-Stunden-Marke etwas auffälliger, weil er auch öfter in torgefährlichen Bereichen auftauchte - zum Erfolg führten seine Versuche aber nicht. In der 62. Minute fiel ihm der Ball im Strafraum vor die Füße, es fehlte aber die letzte Entschlossenheit - sein Schuss wurde geblockt. Wenn etwas nach vorne ging, lief es zwar über ihn, es kam aber nichts dabei herum.
#11 Robin Meißner: Der Mittelstürmer schaffte es in der Anfangsphase kaum, Bälle festzumachen oder gut weiterzuleiten - und musste deshalb mit den Kollegen viel hinterherlaufen. Steigerte sich dann zum Ende der Halbzeit und hatte noch zwei, drei gute Aktionen. Insgesamt, wie immer, fleißig im Pressing - aber ähnlich wie bei Kehl sprang bei seinen Bemühungen zu wenig heraus. Hatte in der zweiten Hälfte noch einige wenige Durchbrüche, aber es fehlte die letzte Zielstrebig- und Genauigkeit. Bei seiner einzigen Torchance stand er beim Pass von Fabinski zudem im Abseits.
#3 Frederik Christensen: Der linke Flügelverteidiger war sehr unauffällig in der ersten halben Stunde und half Fabinski zu wenig mit Amaimouni, auch weil er sich offenbar deutlich höher positionieren sollte als Gegenpart Kammerbauer auf rechts. Wurde in der zweiten Hälfte offensiv aktiver, kam aber zu selten zu klaren und gefährlichen Durchbrüchen - und wurde letztlich ausgewechselt.
#24 Jannik Müller: Der Kapitän schaffte es anfangs zu selten, Struktur in die bis dato beste Defensive der Liga zu bringen, wirkte ähnlich wie seine Kollegen nicht voll konzentriert, etwa bei zwei etwas wackeligen Rückpässen auf Jonsson. Hatte in den direkten Duellen mit dem quirligen und stabilen Mokwa immer wieder ungewohnte Probleme. Hatte in der 71. Minute eine gute Kopfballmöglichkeit, traf den Ball aber nicht sauber.
#26 Fridolin Wagner (bis 45.): War in der ersten Hälfte etwas besser im Spiel als Nebenmann Jacobsen, aber trotzdem ein Stück von einer guten Leistung entfernt: Versuchte, Ordnung ins Spiel zu bringen sowie läuferisch und kämpferisch dagegenzuhalten - es gelang nur in Teilen. Wurde schließlich zur Pause ausgewechselt.
#27 Robin Fabinski: Kehrte nach drei Partien wieder in die Startelf und auf die linke Innenverteidigerposition zurück und erwischte wie die gesamte Mannschaft keinen guten Start: Der 22-Jährige ließ sich beim 0:1 nach dem Ballverlust von Jacobsen nämlich zu weit ins Zentrum ziehen und öffnete damit den Raum für den Torschützen Amaimouni. Rettete kurz danach auf der Linie nach Mokwas Riesenchance (9.). Fabisnki hatte mit dem wieselflinken Amaimouni zunächst große Probleme, bekam ihn aber dann immer besser in den Griff. War dann auch im Spielaufbau der beste Osnabrücker, weil er mit seinen Pässen häufig den Weg nach vorne fand. Nur: Er hatte auch im 0:2 seine Aktien, weil er Flankengeber Amaimouni zu zögerlich attackierte - ähnlich lief es beim 0:3 und 0:4 gegen Hennrich. Ohne diese Fehler hätte man ihm ein gutes Spiel attestieren können - aber Tore entscheiden eben Spiele.
#31 Patrick Kammerbauer: Der rechte Flügelspieler trat in der Anfangsphase zwei gruselige Ecken, spielte aber ansonsten immerhin solide und war am ehesten ein Antreiber in der ersten Hälfte. In der zweiten weniger auffällig nach vorne, defensiv aber meistens sauber. Wechselte nach Jacobsens Auswechslung erstmals ins Zentrum, verlor dort aber völlig den Faden.
#14 Luc Ihorst (ab 46.): Sollte nach der Pause für mehr Körperlichkeit im Offensivspiel sorgen, kam aber schlecht in die Partie, mit gleich mehreren verlorenen Bällen und Abspielfehlern. Steigerte sich danach etwas und zeigte gelegentlich seine Qualitäten als physisch stärkste Anspielstation im vorderen Bereich. Hatte noch eine Kopfballchance, legte den Ball beim Stand von 0:4 aber neben das Tor.
#21 Lukas Jonsson: Musste schon nach vier Minuten erstmals hinter sich greifen, war bei Amaimounis Abschluss aber chancenlos. Verhinderte nach neun Minuten schon den zweiten Einschlag zumindest teilweise, als er gegen Mokwa lange zögerte, dann aber den Ball noch abfälschte, sodass Fabinski ihn klären konnte. Neben einem tollen langen Ball auf Kehl hatte er im Spielaufbau auch einige Wackler drin und strahlte so keine Sicherheit aus. Bei den Gegentoren zum 0:2 und 0:4 ebenfalls ohne Chance - das 0:3 geht aber auf seine Kappe, als er den harmlosen Schuss von Hennrich nach vorne abklatschte, genau vor die Füße von Labes.
#4 Yigit Karademir: Der rechte Innenverteidiger war schon beim 0:1 zu zögerlich im Duell mit Amaimouni und legte dann unfreiwillig Mokwa fast das zweite Tor auf (9.). Hatte immer wieder große Probleme mit Zeitler, etwa im Laufduell (37.) vor dessen Chance. Steigerte sich zumindest in der Defensivarbeit im Verlaufe des Spiel - bis zum 0:2. Da verlor er völlig unnötig den Ball in der gegnerischen Hälfte und ließ dann Gegenspieler Zeitler unbedrängt in den Strafraum ziehen und einköpfen.
#15 Bjarke Jacobsen: Der Däne war seit Saisonbeginn der wichtigste Anker im zentralen Mittelfeld, erwischte gegen Hoffenheim aber seinen bisher schwächsten Tag in lila-weiß: Er verlor den Ball vor dem 0:1 unnötigerweise, produzierte einige technische Fehler und hatte auch im Stellungsspiel Probleme. Es fehlte an Handlungs- und Gedankenschnelligkeit - und das wurde auch nicht wesentlich besser. So handelte er sich nach einem schweren Fehler eine Gelbe Karte durch ein taktisches Foul ein und wurde letztlich zurecht ausgewechselt.
#23 Tony Lesueur (bis 45.): Auf der rechten offensiven Halbposition aufgeboten, entwickelte der Franzose in der ersten Hälfte kaum Drang nach vorne. Zu oft prallte er an Gegenspieler Florian Bähr, der in der Saison 2023/24 das VfL-Trikot trug, ab. Er hatte dann nach 27 Minuten immerhin den ersten Abschluss des Spiels, als er volley abzog, sein Schuss abgefälscht wurde und von Onohiol zur Ecke geklärt wurde. Blieb insgesamt aber wirkungslos und musste zur Pause raus.
#6 Bryan Henning (ab 46.): Kam im Mittelfeldzentrum anstelle von Wagner, strahlte aber auch nicht die gewünschte Präsenz aus. Im Gegenteil: Auch Henning lief meistens hinterher und bekam nur wenig Zugriff auf die spielstarken Gäste. Wirkliche Impulse konnte er kaum liefern.
Nicht zu bewerten: #13 Kevin Schumacher (ab 72.), #37 Ismail Badjie (ab 72.) und #29 David Kopacz (ab 87.).