Osnabrück  VfL-Trainer Schultz: Jetzt hört das ganze Gerede vom Aufstieg hoffentlich auf

Susanne Fetter, Malte Artmeier
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Von Susanne Fetter, Malte Artmeier
| 18.10.2025 18:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Unzufrieden mit der Leistung seines Teams: VfL-Trainer Timo Schultz. Foto: Michael Titgemeyer
Unzufrieden mit der Leistung seines Teams: VfL-Trainer Timo Schultz. Foto: Michael Titgemeyer
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Unzufrieden und enttäuscht waren beim VfL Osnabrück nach dem 0:4 gegen Hoffenheim II logischerweise alle. So analysierten Kapitän Jannik Müller, Trainer Timo Schultz und Patrick Kammerbauer die Partie.

Jannik Müller (Kapitän des VfL): Es ist sehr enttäuschend, dass wir das Spiel so hoch verloren haben. Es gibt meiner Meinung nach zwei Knackpunkte im Spiel. Der eine ist das 1:0, wo wir den Ball erst gewinnen und dann zweimal dumm verlieren. Dann machen wir Druck zu Beginn der zweiten Hälfte, sind angelaufen, haben aber keine hundertprozentige Chance bekommen. In die Drangphase kriegen wir dann das zweite Tor. Wir haben es noch versucht, aber sind nicht mehr durchgekommen und stattdessen sogar noch in zwei Konter gelaufen. Das darf uns nicht passieren, auch wenn sie es gut gemacht haben. Es ist sehr schmerzhaft und eine Warnung für uns, dass wir in jedem Spiel unsere Inhalte auf den Platz kriegen müssen - nämlich, dass wir zusammen verteidigen und das Zentrum dicht halten müssen. Das ist uns heute nicht gelungen und dadurch mussten wir umso mehr laufen. Dazu war es heute die Restverteidigung. Es darf uns nicht passieren, dass wir drei Kontertore kassieren. Über eine Saison gesehen, ist es normal, dass man mal Rückschläge einstecken muss. Für uns gilt es, das Richtige daraus zu lernen.

Patrick Kammerbauer (Flügelspieler des VfL): Es ist noch schwer zu erklären, aber die Niederlage tut extrem weh. Der erste Schuss war gleich drin und wir haben Probleme gehabt, ins Spiel zu finden in den ersten 20 Minuten. Dann machen wir es ganz ordentlich, aber so richtig sind wir nicht ins Spiel gekommen. Wir hatten aber heute zu wenig Durchschlagskraft und es ist einiges gegen uns gelaufen. Wir haben es viel zu wenig geschafft, sie zu stressen und es ihnen zu einfach gemacht, die Tore zu schießen. Man sieht, dass wir noch nicht so extrem weit sind, wie es viele vielleicht dachten. Wir müssen einfach hart arbeiten, ansonsten wird es für uns sehr schwer gegen jeden Gegner in der Liga. Es ist einfacher, wenn man im Flow ist, das beflügelt. Ob die Länderspielpause der Grund war, dass wir heute keine gute Leistung gezeigt haben, weiß ich nicht. Ich glaube schon, dass wir heiß und fokussiert waren, einen klaren Plan hatten. Es hat nur alles nicht so funktioniert.

Timo Schultz (Trainer des VfL): Wir sind heute gar nicht gut ins Spiel reingekommen. Wir waren schläfrig, langsam, fehlerhaft. Das haben die Hoffenheimer gut ausgenutzt. Mit der Länge des Spiels, wo wir ein bisschen mehr Zugriff hatten und wir dachten, jetzt sind wir dran, haben die Hoffenheimer zu den richtigen Zeitpunkten die Tore geschossen. Das ist der einzige Punkt, wo ich meinem Kollegen widersprechen möchte, der die Partie sehr gut zusammengefasst hat: Der Sieg für Hoffenheim war auch in der Höhe verdient. Das einzig Gute daran ist, dass nun vielleicht das ganze Gerede und Geschreibe von Aufstieg, Super-Mannschaft und keine Gegentore mal ein Ende hat. Wir wissen, dass wir noch viel zu tun haben, um eine richtig gute Mannschaft zu sein. Wenn wir kompakt, sind, aggressiv sind und zusammenbleiben, ist es, glaube ich, ganz unangenehm gegen uns zu spielen. Wenn wir so fehlerhaft und pomadig auftreten wie heute, werden wir in allen Spielen Probleme kriegen.

Stefan Kleineheismann (Trainer der Hoffenheimer): Aus meiner Sicht war das heute ein verdienter Sicht für meine Mannschaft. Ich bin sehr stolz, wie wir hier aufgetreten sind. Vor allem nachdem wir uns in den letzten Wochen nicht oft für gute Auftritte belohnt haben. Wir waren ein unangenehmer Gegner für den VfL, haben alles reingeworfen und in den richtigen Momenten die Tore gemacht. Wir mussten zwischendurch auch einiges wegverteidigen, da Osnabrück auch eine sehr gute Mannschaft ist, gerade bei den Standards. Mit dem zweiten Tor war das Spiel aber komplett auf unserer Seite - vielleicht haben wir dann folgerichtig das ein oder andere sogar zu viel. Wir fahren heute mega glücklich nach Hause.

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