Osnabrück  Erste Heimniederlage - und zwar kräftig: VfL Osnabrück unterliegt Hoffenheim II 0:4

Susanne Fetter, Malte Artmeier
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Von Susanne Fetter, Malte Artmeier
| 18.10.2025 16:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hiergeblieben: Hoffenheims Ruben Reisig hat VfL-Stürmer Robin Meißner gut im Griff. Foto: Michael Titgemeyer
Hiergeblieben: Hoffenheims Ruben Reisig hat VfL-Stürmer Robin Meißner gut im Griff. Foto: Michael Titgemeyer
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Das tat weh! Der VfL Osnabrück hat die erste Heimniederlage der Saison in der 3. Fußball-Liga kassiert - und die hatte es in sich. Mit 0:4 unterlag die Mannschaft von Trainer Timo Schultz gegen Hoffenheim II. Acht Spiele in Folge war der VfL zuvor ungeschlagen gewesen.

Mit gesenkten Köpfen gingen die Spieler nach der Partie Richtung Ostkurve. Das 0:4 gegen Hoffenheim II hatte weh getan - der Mannschaft und den Fans. Der Applaus war leise und eher aufmunternder Art. Eine Anerkennung für die Leistungen zuvor: Nach acht Spielen ohne Niederlage hatte der VfL Osnabrück zum ersten Mal in der 3. Fußball-Liga wieder verloren. Das erste Mal ging in dieser Saison ein Heimspiel verloren - und das richtig.

Nach der Länderspielpause wechselte VfL-Trainer Timo Schultz seine Startelf gegen Hoffenheim II nur auf einer Position. Robin Fabinski, zwischenzeitlich wegen eines grippalen Infekts ausgefallen kehrte auf die linke Innenverteidigerposition in der Dreierkette zurück. Die Folge: Yigit Karademir wechselte von dort aus wieder auf die rechte Seite und verdrängte dort Theo Janotta, der sowohl beim 4:1 in Mannheim als auch beim 2:0 gegen Regensburg eine starke Leistung zeigte. Hoffenheim II verzichtete indes auf einen Einsatz von Dennis Geiger und Mergim Berisha, die kürzlich aus dem Bundesliga-Kader aussortiert worden waren.

Acht Spiele war der VfL Osnabrück vor der Partie ungeschlagen. Gegen Hoffenheim II startete die Mannschaft dennoch verhalten - und lag bereits nach fünf Minuten zurück. Bjarke Jacobsen, bisher stets wichtiger Anker vor der Defensive leistete sich einen folgenschweren Ballverlust im Mittelfeld. Ruben Reisig setzte auf der rechten Seite Ayoube Amaimouni-Echghouyab gut in Szene und der 20-Jährige traf mit einem platzierten Schuss zum 1:0.

Es war das siebte Gegentor im elften Spiel und beinahe hätte die sonst so stabile Defensive der Osnabrücker ein weiteres kassiert: Karademir spielte den Ball im Mittelfeld unglücklich in den Lauf von David Mokwa, der alleine auf Lukas Jonsson zulief und den VfL-Torhüter überwand. Der mitgeeilte Fabinski konnte gerade noch so auf der Linie klären.

Schon in den Spielen zuvor war die zweite Hälfte zumeist die stärkere des VfL. Dieses Mal gelang in den ersten 25 Minuten nur wenig. Die Osnabrücker kamen nur schwer in die Zweikämpfe. Die Gäste wirkten flinker, spritziger und gedankenschneller. Dann allerdings kam der VfL zu seiner ersten guten Möglichkeit vor dem Hoffenheimer Tor. Lesueur kam im Strafraum an den Ball. Seinen Schuss konnte Yannick Onohiol allerdings zur Ecke klären. Die Osnabrücker drückten nun auf den Ausgleich.

Ein Freistoß von Lars Kehl kam gut in den Strafraum, fand aber keinen Abnehmer. Ein langer Ball von Jonsson auf Kehl sorgte für eine weitere gute Chance. Der Offensivmann zog in den Strafraum, dann fehlte ihm allerdings die nötige Kraft und Präzision, um Onohiol zu überwinden. Der VfL schaffte es, die Partie bis zur Pause überwiegend in die Hälfte der Hoffenheimer zu verlagern - allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Zwei Wechsel nahm Schultz in der Halbzeit vor. Für Fridolin Wagner kam Bryan Henning ins Mittelfeld. Luc Ihorst, zuletzt als Torschütze im nicht öffentlichen Testspiel gegen den Wuppertaler SV (1:1) erfolgreich, ersetzte Lesueur. Der VfL tat sich dennoch schwer, wieder in die Partie zu kommen.

Die erste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Kehl in der 63. Minute als Meißner ihm im Strafraum einen Ball zustocherte. Ein Kopfball von Jannik Müller nach der folgenden Ecke ging ebenso wenig ins Tor. Die größte Chance hatte Meißner (65.), der kurz darauf frei im Hoffenheimer Strafraum an den Ball kam. Sein Schuss war allerdings zu wenig platziert als dass er damit Onohiol hätte überwinden können - dazu stand der Stürmer ohnehin im Abseits.

Der VfL übernahm wieder die Spielkontrolle - und dennoch waren es die Gäste, die beinahe das 2:0 erzielt hätten. Deniz Zeitler kam an der linken Strafraumgrenze zum Schuss und setzte den Ball an die Latte. Mit zwei weiteren Wechseln versuchte Schultz, der zwischenzeitlich seine zweite Gelbe Karte in dieser Saison sah, noch einmal einen Impuls zu setzen. Kevin Schumacher ersetzte Frederik Christensen. Für Jacobsen kam Ismail Badjie in die Partie, der auf die rechte Seite rückte. Patrick Kammerbauer ersetzte den im Zentrum diesmal unglücklich agierenden Jacobsen.

Badjie zog sofort zweimal zog mit Speed in den Strafraum, doch beide Male ohne Erfolg. Der VfL drängte weiter auf den Ausgleich, holte die siebte Ecke raus (Hoffenheim zu diesem Zeitpunkt drei). Kehl schickte Henning mit einem schönen Pass in den Strafraum, das Tor aber fiel nach einem Konter auf der Gegenseite.

Nach einem Ballverlust von Karademir nutzte Hoffenheim die Gegelegenheit: Amaimouni-Echghouyab flankte auf Zeitler, der völlig frei im Strafraum zum Kopfball kam und zum 2:0 traf. Nur vier Minuten später erhöhte Hoffenheim sogar auf 3:0. VfL-Keeper Jonsson ließ den Ball nach einem eigentlich wenig harten Schuss zur Seite klatschen, direkt vor die Füße von Ben Labes, der nur einschieben musste. Einige Zuschauer verließen das ausverkaufte Stadion - sogar die Westkurve war komplett mit VfL-Fans gefüllt, da Hoffenheim kaum Anhänger mitbrachte.

Der Frust war groß und er wuchs noch. Die bis dahin beste Defensive musste sogar noch den vierten Gegentreffer schlucken. Paul Henrich kam an der rechten Strafraumgrenze zum Ball und traf völlig ungehindert zum 4:0 für die Gäste ins linke untere Eck.

Es war der bitterer Abschluss eines Nachmittages, den sich die meisten Fans und auch die Mannschaft sicher anders vorgestellt hatten. Die erste Niederlage der Saison tat weh, ebenso wie die vier Gegentreffer durch die der VfL in der Tabelle einen Rang nach hinten auf den vierten Platz fiel. Eine Woche bleibt Zeit, um wieder zurück in die Spur zu finden. Am kommenden Samstag tritt der VfL dann wieder auswärts an bei Aufsteiger Schweinfurt.

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