Osnabrück  Osnabrücker Start-up Fluxie Solutions will mehr Kinder zum Lesen bringen

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 17.10.2025 10:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die beiden Gründer von Fluxie Solutions: Richard Durchholz und Christian Geesken Foto: Fluxie Solutions
Die beiden Gründer von Fluxie Solutions: Richard Durchholz und Christian Geesken Foto: Fluxie Solutions
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Die beiden Osnabrücker Richard Durchholz und Christian Geesken sind selbst betroffen: Sie haben eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Ihre Erfahrungen haben sie in ihr Start-up Fluxie Solutions eingebracht und interaktive Karten entwickelt, die Kindern das Lesenlernen erleichtern sollen. Im Steckbrief stellen sie sich vor.

Stadt und Landkreis Osnabrück sowie das Emsland haben es auf die bundesweite Start-up-Landkarte geschafft. Doch was sind das für Firmen, die es in eines der vielen Accelerator-Programme der Osnabrücker Start-up-Zentren Seedhouse, Osnabrück Healthcare Accelerator und Co. zieht? Oder die die Hasestadt so für sich als Standort entdecken? In einer losen Serie stellen Start-ups sich per Steckbrief vor.

Frage: Firmenname:

Antwort: Fluxie Solutions

Frage: Gründungsjahr:

Antwort: 2025

Frage: Gründer:

Antwort: Richard Durchholz und Christian Geesken

Frage: Diese drei Dinge machen uns besonders:

Frage: Das Konzept:

Antwort: Unsere Fluxie-Lesekarten verwandeln jedes Tablet in ein interaktives Hörbuch mit Bildern. Karte scannen, Geschichte erleben: Tiere machen Geräusche, Lieder verstecken sich, Texte werden vorgelesen. Kinder sammeln alle Sounds, um das Buch abzuschließen. Wichtig ist uns, dass Kinder aktiv entdecken statt passiv berieselt werden

Frage: Wer das Produkt braucht:

Antwort: Eltern, die das Tablet zuhause sinnvoll nutzen wollen; Großeltern, die ein Geschenk suchen; Erzieher und Lehrer, die moderne Leseförderung ohne teure Hardware-Anschaffung wollen.

Frage: Die Idee ist uns gekommen als...

Antwort: ...wir die IGLU-Studie lasen, die zeigt, dass jedes vierte Kind in Deutschland nicht richtig lesen kann. Das hat uns an unsere eigene Schulzeit erinnert – Laufdiktate, erzwungenes Vorlesen, Frustration. Wir hatten beide eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und wissen, wie sich das anfühlt. Dann haben wir uns gefragt, was wir damals gebraucht hätten. Daraus entstand die Idee für interaktive Bücher und für Fluxie.

Frage: Der wichtigste Meilenstein war...

Antwort: ...als wir nach monatelangem Basteln, Programmieren und Probieren endlich die ersten Karten unserer Testserie verschicken konnten! Obwohl wir kein großes Marketing hatten und die App noch nicht ganz fertig war, kamen viel mehr Bestellungen als gedacht an – das hat uns sehr bestätigt, weil es zeigt, dass viele Eltern nach genau so einem Produkt suchen.

Frage: Wir wären fast gescheitert als...

Antwort: ...wir zu technisch dachten. Erst wollten wir ein eigenes Gerät bauen wie Tonies – viel zu kompliziert und teuer! Die Lösung war so simpel: Viele Familien haben bereits Tablets. Wir mussten nur die richtigen Lesekarten mit Geschichten dazu liefern.

Frage: Kickertisch oder Sofa, was darf im Büro nicht fehlen?

Antwort: Definitiv das Sofa! Für uns ist der kreative Austausch im Team sehr wichtig, um neue Ideen zu diskutieren und zu entwickeln, dafür ist das Sofa einfach ein guter Ort (am besten mit Kaffee noch dazu!).

Frage: Osnabrück ist der richtige Ort für uns, weil…

Antwort: ...hier viele junge Familien leben, die uns ehrlich sagen, was funktioniert. Wir sind demnächst in der Stadtbibliothek, erste Kitas sind interessiert. So eine ehrliche und eng vernetzte Community ist für uns echt wichtig. Wir werden vom Land Niedersachsen, dem Innovationszentrum in Osnabrück, Startup-Hubs aus Münster und Bielefeld, aber auch von Universitäten unterstützt.

Frage: Diese Tipps würden wir anderen Gründern geben:

Antwort: Löst echte Probleme, keine erdachten. Wir wussten aus eigener Erfahrung, wie schwer Lesenlernen sein kann. Und: Perfektion ist der Feind des Guten – raus mit dem Produkt und dann verbessern!

Frage: Dieses Klischee über die Start-up-Szene stimmt wirklich:

Antwort: Man diskutiert stundenlang über Details. Wir haben ewig überlegt, welcher Sound perfekt für einen Kuchen backenden Drachen ist. Aber wenn Kinder dann tatsächlich kichern, weil Krümelbrandt beim Kuchenbacken singt – dann weiß man wieder, was wichtig ist.

Frage: Diese Fehler sollte man auf keinen Fall machen:

Antwort: Das Problem von der Lösung her denken. „Wir haben diese coole Technik“ ist der falsche Ansatz. Richtig ist: „Kinder brauchen Hilfe beim Lesenlernen“ – und dann die praktikabelste Lösung finden. Bei uns: QR-Codes statt Elektronik.

Frage: Nach fünf Jahren verkaufen oder weitermachen?

Antwort: Weitermachen! Wir träumen davon, dass Fluxie Kindern in ganz Europa beim Lesenlernen hilft – auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch. Wenn Kinder in fünf Jahren sagen können: „Mit Fluxie habe ich lesen gelernt!“ – dann haben wir alles richtig gemacht. Das ist mehr wert als jeder Exit.

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