Osnabrück  8000 neue Wohnungen für Osnabrück laut Studie bis 2040: Ist das eigentlich nötig?

Eva Marie Stegmann
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Von Eva Marie Stegmann
| 16.10.2025 05:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Osnabrück wächst laut einer Studie: Deshalb braucht es viele neue Wohnungen, sagt die Bauwirtschaft. Doch könnten auch andere Ideen klappen? Foto: André Havergo
Osnabrück wächst laut einer Studie: Deshalb braucht es viele neue Wohnungen, sagt die Bauwirtschaft. Doch könnten auch andere Ideen klappen? Foto: André Havergo
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Braucht Osnabrück wirklich 8000 neue Wohnungen bis 2040, wie es eine Studie sagt? Bei einer Diskussion mit Experten der Wohnungswirtschaft wurde der Blick auch auf den Bestand geworfen. Und es gibt neue Ideen, zum Beispiel ein lebenslanges Wohnrecht für Senioren.

Kommt jetzt der Osnabrücker Bau-Turbo? 8000 neue Wohnungen braucht Osnabrück bis zum Jahr 2040 laut einer aktuellen Studie der Stadt. Bei einer Diskussion von CDU und Junge Union mit führenden Vertretern von Bau- und Wohnungswirtschaft ging es darum, was den Neubau hemmt und wie man ihn erleichtern könne.

Es war Rainer Foth von der CDU Hellern, der fragte, ob es wirklich so viele neue Wohnungen brauche – und nicht am Bedarf vorbei kalkuliert werde. Er verglich die Situation mit dem Arbeitsmarkt, der bald von den Babyboomern verlassen werde. „Wir kriegen ein Riesenproblem!“, sagte er. Und warum sollte das bei den Wohnungen anders sein.

Foth merkte an: Viele Ältere lebten alleine in riesengroßen Wohnungen. „Wenn die sterben, sind alle Wohnungen leer“, sagte er. Wäre es denn nicht sinnvoller, im Bestand umzubauen, „sodass zum Beispiel ein Student mit einziehen kann, günstigere Miete zahlt und ein bisschen hilft?“

CDU-Ratsfrau Anette Meyer zu Strohen antwortete: „Wir haben in Osnabrück auch bei den 8000 Wohnungen, die fehlen werden, um die 4000 im Bestand einkalkuliert.“ Stichwort: Nachverdichtung. In Sachen Senioren sei auch die städtische Wohnraumkontaktstelle aktiv.

Sie kenne viele Ältere, auch in Hellern, die gerne das Haus verkaufen und sich verkleinern möchten, „aber im Quartier bleiben wollen.“ Dafür brauche es neue Angebote. Wie zum Beispiel das Mehrgenerationenquartier der Evangelischen Stiftungen, „Grüner Garten“ in Voxtrup. „Ich hoffe, es wird bald gebaut, dann können wir den jungen Leuten etwas im Bestand anbieten.“

Im „Grünen Garten“ sollen sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser mit barrierefreien Wohnungen und betreutem Wohnen entstehen. Das ehemalige Altenheim am Ledenhof ist bereits dorthin in einen Neubau umgezogen.

Die Grundstücke für die Ein- und Zweifamilienhäuser sind laut Geschäftsführer Johannes Andrews bereits verkauft, es werden Investoren für die Mehrfamilienhäuser gesucht. Also für den Ort, an dem auch die verkleinerungswilligen und noch agilen Senioren ein Heim finden könnten.

Er erklärte, dass die Frage, wie man Menschen den Sprung aus dem großen Haus in die Wohnung erleichtern könne, Gegenstand intensiver Überlegungen sei. „Wir sind gerade dabei, den Ledenhof umzubauen. Aus der Altenpflege sollen 45 Wohnungen werden.“

Für diejenigen, die 65 Jahre oder älter sind, wolle man ein lebenslanges Wohnrecht anbieten. „Das kann man dann erwerben. Und so möchten wir das Alter kalkulierbarer machen und ihnen eine Sicherheit bieten.“

Ob Neubau, ob Nachverdichtung – alles müsse jetzt in Angriff genommen werden, da waren sich die Vertreter von Bau- und Wohnungswirtschaft einig. „Den Blick auf den Bestand zu lenken, ist eine gute Idee“, sagte Jens-Peter Zuther, Geschäftsführer Tiefbau bei Köster.

Und Wio-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer lobte als Ziel aus: „Bauen – mit allen Kräften, die uns zur Verfügung stehen. Wir können dabei nichts falsch machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bis 2040 genau 8000 Wohnungen bauen, die ist gleich null. Ich habe aber keine Sorge, dass wir sie loskriegen, sollte es gelingen.“

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