Osnabrück  Zufahrt zu steil, Türen versperrt: Kleingärtner kritisieren die Sanierung der Vehrter Landstraße

Lukas Weinandy
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Von Lukas Weinandy
| 16.10.2025 11:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pierre Voskuhl ärgert sich über die fehlende Kommunikation der Stadt Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann
Pierre Voskuhl ärgert sich über die fehlende Kommunikation der Stadt Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann
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Zwei Kleingärtner ärgern sich über die Sanierung an der Vehrter Landstraße: Ein Gartenbesitzer kommt nicht mehr durch seine alte Tür, einer anderen ist die neue Zufahrt zu steil – doch die Stadt Osnabrück hatte gute Gründe für die Maßnahmen.

Die Sanierung der Vehrter Landstraße sorgt bei Kleingärtnern in Osnabrück für Ärger. Einer von ihnen ist Pierre Voskuhl. Der 56-Jährige nutzt seit rund 30 Jahren einen Kleingarten an der Straße – zunächst über seine Eltern, später übernahm er das Grundstück selbst.

Voskuhl ärgert sich darüber, dass er seinen Garten in Nähe der Kreuzung Im Haseesch/Am Vogelsang nicht mehr wie früher direkt von der Straße aus betreten kann. Vor der Sanierung hatte er eine Tür zur Vehrter Landstraße, die auf Höhe der Straße lag. Dort konnte er mit dem Auto vor seinem Garten parken.

Durch die Sanierung wurde die Straße jedoch um etwa 1,50 Meter angehoben. Vor seiner Tür verläuft nun ein Gelände, das den Zugang verhindert. „Jetzt muss ich zuerst eine Rampe herunter, um zur Tür zu gelangen – das war vorher natürlich angenehmer.“ Bei anderen Kleingärtnern sind die Türen von außen gar nicht mehr zu erreichen.

Stadtsprecher Simon Vonstein erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion, warum die Erhöhung der Vehrter Landstraße notwendig war: „Während die Straße vor dem Umbau ein Gefälle in Richtung Kleingärten aufwies und Regenwasser ungeregelt in diese Richtung floss, gibt es nun ein Entwässerungssystem.“ Das Wasser fließe über Gullis zu einem Regenrückhaltebecken und später in die Nette. Auch die Kleingärtner würden davon profitieren, da ihre Parzellen früher bei Starkregen vollgelaufen seien.

Zudem handele es sich bei den Türen der Kleingärtner entlang der Vehrter Landstraße nicht um eingetragene Grundstückszufahrten. Ein Anspruch auf deren Erhalt bestehe daher nicht, da alle Kleingärtner über einen Gartenzugang über die Wege innerhalb der Kleingartenanlagen verfügen.

Die Stadt habe den Vorsitzenden der Kleingartenvereine vor Beginn der Arbeiten über diese Änderungen informiert. Voskuhl hingegen kritisiert die Kommunikation der Stadt: „Von der Stadt wurde ich gar nicht kontaktiert. Da habe ich mich selbst vor einem Dreivierteljahr drum gekümmert.“

Auch Petra Seidel kritisiert die Folgen der Straßensanierung an der Vehrter Landstraße. Die 60-Jährige bemängelt die steile Zufahrtsrampe, die im Zuge der Bauarbeiten entstanden ist.

„Die neue Zufahrt ist zu steil. Man müsste die Rampe um zwei, drei Meter verlängern“, sagt Seidel. Beim Herunterfahren setze ihr Auto mit der Stoßstange auf. Auch für Rollstuhlfahrer oder Fahrradfahrer sei die Rampe kaum nutzbar – besonders bei Glätte im Winter. „Ich will keinen Aufriss machen, aber die Zufahrt ein wenig zu erweitern, sollte doch möglich sein.“

Aus Sicht der Stadt war der Bau der Rampe ein Entgegenkommen, das auf eigene Kosten entstanden ist, um den Kleingärtnern den Weg zu ihren Gärten zu erleichtern. Stadtsprecher Simon Vonstein betont dabei: „Auch hier gilt: Die Stadt hat die Rampen gebaut, obwohl durch sie gar keine eingetragenen Grundstückszufahrten bedient werden.“

Die Steigung der aktuellen Rampe betrage etwa 25 Prozent. Eine barrierefreie Zufahrt müsste laut Vonstein eine Steigung von sechs Prozent haben. Das würde eine Verlängerung der Rampe auf bis zu 30 Meter bedeuten. „Dieses Unterfangen wäre nicht nur äußerst teuer, sondern auch von keinem Beteiligten gewollt gewesen.“

In ihrer jetzigen Form sei die Zufahrt aber noch nicht fertig: Zum Abschluss soll die Rampe noch mit einem beidseitigen Geländer ausgestattet werden. Auch diese Kosten übernehme die Stadt. Ob das den Ärger besänftigt, ist allerdings fraglich.

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