Osnabrück Neuer Inhaber, große Visionen: Das verändert sich bei der Weinstube Joducus in Osnabrück
Orientalische Küche, Events und ein neuer Name: In der Weinstube Joducus am Rosenplatz soll sich einiges verändern. Der neue Inhaber Kamelo bringt frischen Wind ins Traditionslokal.
Die Weinstube Joducus in Osnabrück startet in eine neue Ära. Seit dem 1. Mai 2025 führt Mohammad „Kamelo“ Kamal das traditionsreiche Restaurant in der Kommenderiestraße. Der 28-Jährige ist vor dem syrischen Bürgerkrieg geflohen und lebt seit 2016 in Deutschland. Der junge Syrer möchte einiges verändern: Die Weinstube soll einen neuen Namen bekommen, die Speisekarte wird erweitert und auch Veranstaltungen sind geplant.
Kamal, der lieber „Kamelo“ genannt wird, sollte ursprünglich nur neue, vertrauenswürdige Nachfolger für die Weinstube Joducus finden. Die bisherigen Betreiber – eine syrische Familie – wollten das Lokal aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Doch statt jemanden zu vermitteln, entschied sich Kamelo selbst, das Restaurant zu übernehmen.
Bereits zuvor hatte er im Umfeld der Familie mitgearbeitet und übernahm organisatorische Aufgaben im Restaurant des Schwagers der Vorbesitzer in Münster. Nun wagt Kamelo mit 28 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit.
Das ist nicht nur ein neuer Lebensabschnitt für den Syrer – sondern auch für die Weinstube Joducus. Kulinarisch erweitert sich die Küche des Restaurants: Die mediterranen Gerichte bleiben, dazu werden aber auch orientalische Spezialitäten aus Syrien, dem Libanon und der Türkei angeboten.
Eine weitere Veränderung betrifft die Öffnungszeiten. Die Weinstube Joducus öffne bereits mittags von 11 bis 16 Uhr und gehe dann in eine etwa anderthalb stundenlange Pause. „Von 17.30 Uhr ist dann Open End, bis der letzte Kunde zufrieden rausgeht“, sagt Kamelo.
Unter seiner Leitung soll das Joducus aber nicht nur als Restaurant betrieben werden – es soll außerdem zu einer Event-Location werden. „Eine Halloween-Party steht fest, außerdem plane ich Veranstaltungen zu Weihnachten und vielleicht zu Silvester.“ Auch Live-Musik, Poetry-Slams, Karaoke und eine Comedy Night habe der 28-Jährige vor. Genaue Termine gebe es noch nicht.
Das nächste Event, das in der Weinstube ansteht, ist eine Dernissage. Seit Mai hängen in dem Restaurant dutzende Bilder der Künstlerin Stephanie Walla, die am Freitag, 17. Oktober 2025, dem letzten Tag der Ausstellung, erworben werden können. Dann sei laut Kamelo geplant, dass ein anderer Künstler seine Bilder für mehrere Monate in dem Restaurant ausstellen darf.
Diese Liebe für Kunst hat bei dem 28-Jährigen bereits als Kind begonnen. Als er als 14-Jähriger aus seinem Heimatland Syrien fliehen musste und in die Türkei kam, wollte er seine Zeit in dem Flüchtlingslager sinnvoll nutzen – weshalb er wieder mit der Malerei begonnen hat. Das gefiel dem Management des Lagers so gut, dass er die Aufgabe bekam, einen Malkurs zu leiten. Später gab es sogar eine Kunstausstellung.
Die größte Veränderung der Weinstube wird es aber erst im nächsten Jahr geben: Der Name des Lokals verändert sich. Am Sonntag, 25. Januar 2026, findet eine Abschiedsfeier unter dem bisherigen Namen „Weinstube Joducus“ statt. Anschließend wird das Restaurant renoviert.
Die Namensänderung gehe auf einen Rat des früheren Besitzers zurück. „Du musst deinen eigenen Weg unter einem neuen Namen gehen, hat mir der Besitzer gesagt“, erzählt Kamal. Die Wiedereröffnung ist für Dienstag, 3. Februar 2026, geplant – dann unter dem neuen Namen „Kamelo’s Taberna“.