Osnabrück Warum Donalds Trumps Gaza-Deal ein Pakt mit dem Teufel ist
Immerhin, die Waffen schweigen im Gaza-Streifen. Nun wird man sehen müssen, ob die Geiseln wirklich freigelassen werden und wie viele Leichen die Hams zurückhalten wird. Warum der Friedensplan in Nahost eine diabolische Angelegenheit ist – und trotzdem alternativlos.
Die viel kritisierte Regierung von Benjamin Netanjahu hat in einer Sache Wort gehalten: Der Krieg endet in dem Moment, in dem die Rückkehr aller Geiseln – ob tot oder lebendig – greifbar wird.
Man mag Netanjahu für einen kaltschnäuzigen Opportunisten und seine Minister Smotrich und Ben Gvir für gefährliche Extremisten halten. Aber: Israels Waffen schweigen, und von Groß-Israel-Fantasien inklusive dauerhafter Besatzung des Gaza-Streifens ist jetzt, da US-Präsident Donald Trump mit großem Druck auf einen Waffenstillstand drängt, einstweilen keine (öffentliche) Rede mehr.
Wenn die Übergabe der Geiseln am Montag tatsächlich erfolgt, wenn die israelischen Angriffe, die unerträglich viele Palästinenser getötet, verstümmelt oder traumatisiert haben, aufhören, dann ist das US-Präsident Donald Trump zu verdanken.
Aber: Der Preis dieses Ergebnisses ist ein Pakt mit dem Teufel. Weil die Hamas eine diabolische Truppe ist, die nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 die Ermordung Unschuldiger zur Durchsetzung der eigenen Ziele nicht nur toleriert, sondern feiert. Zu ihren Opfern zählen nicht nur israelische Babys und Kinder, Frauen und Männer, sondern vor allem auch viele Palästinenser.
Viele von deren Hirnen vergiftet die Hamas mit ihrer islamistischen Propaganda, und wenn es der „Bewegung” gelingt, Palästinenser zu (Selbstmord-)Attentaten in Israel zu motivieren, werden diese Bluttaten zelebriert.
Eine der schmerzhaften Folgen von Trumps Gaza-Deal ist, dass diese Terrortruppe jetzt diplomatisch aufgewertet wird und mit demokratisch regierten Ländern eine Vereinbarung schließen kann.
Wie hoch dieser Preis ist, zeigt ein Vergleich: Deutschland hat zwar – wie der ganze Westen – de facto mit dem Abzug aus Afghanistan im Sommer 2021 die Machtübernahme der islamistischen Taliban toleriert. Mit den Radikalen öffentlich zu verhandeln, bleibt für Berlin aber bis heute eine schwierige Angelegenheit.
Israel hingegen kann sich den Luxus dieses zur Schau gestellten Widerwillens nicht leisten, weil es seit seiner Staatsgründung von Hass regelrecht umgeben ist. Für Jerusalem zählen Ergebnisse, nicht theoretische Überlegungen.
Wenn Israels Regierung ebenso wie US-Präsident Trump jetzt dieser bitteren Realität ins Auge schaut und trotz allem einen kalten Frieden schließt, ist das für Gazas Einwohner ebenso wie für die Geiseln zwar richtig. Echten, langfristigen Frieden kann es in Nahost aber nur ohne die Hamas geben.