Delmenhorst Bündnis „Disrupt“: Polizei berichtet über mehrere Aktionen in Delmenhorst und Bremen
Einsatzkräfte der Polizei Bremen sowie Delmenhorst mussten am Freitag und Samstag zu Blockaden und einer Demonstration ausrücken. Durchgeführt wurden diese vom Bündnis „Disrupt“, das in der Neustadt ein Klima-Camp eingerichtet hatte.
Am Freitag haben Aktivisten des Bündnisses „Disrupt“ die Zufahrten zur Fleischwarenfabrik Könecke in Delmenhorst blockiert. Das war nur eine von mehreren Aktionen, die das Bündnis aus einem Camp in der Bremer Neustadt heraus organisiert hat. Über die Geschehnisse der vergangenen Tage hat die Polizei informiert.
Ab Montag, 6. Oktober, wurde das angemeldete Klima-Camp in den Wallanlagen in der Bremer Neustadt aufgebaut. Am Sonntag, 12. Oktober, steht der Abbau an. In der Zwischenzeit gab es Angebote in dem Aktionscamp und Aktionen sowie eine Demonstration außerhalb – die in Bremen und Delmenhorst zu Polizeieinsätzen führten.
Am Freitag blockierten ab zehn Uhr rund 100 Umwelt- und Klimaaktivisten die Zufahrt zu einem Hafendienstleister an der Getreidestraße in Bremen Walle, heißt es in einer Mitteilung der Polizei Bremen. Die Teilnehmer seien mehrfach aufgefordert worden, ihre Vermummung abzulegen. Da dies ignoriert wurde, stellte die Polizei die Personalien beteiligter Personen fest und die Versammlung wurde aufgelöst. Teilnehmer, die trotzdem in einer Sitzblockade verharrten, wurden zur Identitätsfeststellung mit auf die Wache genommen. „Die weiteren Ermittlungen zu den Versammlungsverstößen und des Verdachts der Nötigung, durch die Aktion wurden Zulieferer an der Zufahrt behindert, dauern an“, so die Polizei Bremen.
Zeitgleich blockierten rund 60 Demonstranten mit einer Versammlung den Betrieb in der fleischverarbeitenden Firma Könecke in Delmenhorst. Wie die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch mitteilte, versperrten diese ab 9.30 Uhr mehrere Zufahrten des Betriebs an der Nordenhamer Straße. Einige ketteten sich an Toren fest und fixierten ihre Hände mit Klebstoff auf dem Boden, heißt es weiter. Nach Rücksprache mit der Firma wurde ab 14 Uhr durch die Räumung eines der Tore durch die Polizei begonnen. Einer zuvor mehrfach verkündeten Aufforderung, das Tor freizumachen wurde nicht nachgekommen, so die Polizei. Nachdem das Tor wieder frei war, lösten sich die übrigens Blockade-Aktionen selbstständig auf. Für die Dauer der Räumung war die Nordenhamer zwischen Lemwerder und Hasberger Straße gesperrt.
Laut Mitteilung waren von der Räumung 15 Personen betroffen, von denen sich sieben auf dem Boden fixiert hatten. Keine der Personen hatte Ausweisdokumente bei sich, weshalb sie zur Dienststelle transportiert und erkennungsdienstlich behandelt wurden. Anschließend konnten sie das Dienststellengelände verlassen, wurden laut Polizei aber mit Platzverweisen belegt. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Nötigung, des Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. „Durch die Maßnahmen der Polizei wurde niemand verletzt“, heißt es in der Mitteilung.
Am Samstag gab es in Bremen eine angemeldete Demonstration, die durch Bündnis „Disrupt“ organisiert wurde. Laut Polizei nahmen in der Spitze bis zu 420 Menschen an dem Aufzug statt. Dieser setzte sich der Mitteilung nach gegen 13.45 Uhr unter dem Motto „Gemeinsam Ackern. Mercosur stoppen! Für ein solidarisches Ernährungssystem jetzt!“ vom Bahnhofsplatz in Bewegung. Die Strecke führte unter anderem über den Herdentorsteinweg, die Wilhelm-Kaisen-Brücke und die Westerstraße bis zu den Neustadtswallanlagen.
Der Aufzug und die anschließenden Kundgebungen verliefen nach ersten Erkenntnissen insgesamt friedlich und störungsfrei, teilte die Polizei Bremen im Anschluss mit. Es kam zu kleineren Verkehrsbehinderungen. Gegen 15.25 Uhr wurde die Demonstration durch die Versammlungsleitung beendet.
Außerhalb des Aufzugs stellten Einsatzkräfte an einer Brücke über der Gustav-Böhrnsen-Straße in Walle ein Banner in diesem Themenzusammenhang fest. Da er sich auf dem Privatgelände eines Hafendienstleisters befand, wurde eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gefertigt, so die Polizei.