Osnabrück So reagieren die Marktbeschicker auf den Umzug des Wochenmarkts im Schinkel
Der Wochenmarkt auf dem Pastor-Karwehl-Platz steht ab dem 15. Oktober wegen Bauarbeiten beim Stadion des VfL Osnabrück. Was sagen die Marktbeschicker dazu? Manche fürchten zumindest, dass dadurch weniger Kunden kommen.
Der Regen nieselt auf den Wochenmarkt an der Ebertallee. Nur wenige Stände bieten dort ihre Waren an. Ebenso wenig Kunden huschen durch den Niederschlag. Es liegt am Wetter, meint Gaby Koldewey, die Kartoffeln und Zwiebeln verkauft.
Sie ist wegen des Umzugs des Markts zum VfL-Stadion zwiegespalten. Befürchtet sie doch, dass dadurch weniger Kunden kommen. Sie weiß von zwei Ständen, die ihren Dienst einstellen wollen.
Gaby Koldewey hat einen Trend ausgemacht: „Es kommen immer weniger Menschen zum Markt.“ Es gebe Leute, die zu alt sind und sich nicht mehr bewegen können. Auch die Preise spielen eine Rolle, sagt sie weiter. „Gerade ältere Menschen mit knapper Rente oder Familien mit Kindern können sich das nicht mehr leisten.“ Dabei seien die Preise „in Ordnung“, beteuert sie.
Der Umzug des Markts zum Hannes-Haferkamp-Platz vor der Südtribüne VfL-Stadions mag die Situation noch verschlechtern, denn gerade viele alte Menschen seien nicht so mobil, dass sie den Weg dorthin bewältigen können. „Viele sind mit einem Rollator oder anderen Gehhilfen unterwegs“, sagt Gaby Koldewey. Aber die 66-jährige Marktfrau blickt optimistisch nach vorne. „Lassen wir uns überraschen.“ Sie hofft, dass die Menschen, die beim Stadion wohnen, nun auch den Markt besuchen.
Klaus Riemann ist aus Schinkel-Ost zur Ebertallee gekommen. Sonst fährt der 87-Jährige mit dem Fahrrad. Aber am Mittwoch ist er mit dem Auto angereist, weil es regnet und er Kartoffeln transportieren will.
Als Riemann von dem Umzug hört, sagt er rigoros: „Da fahr ich nicht hin. Ich weiß nicht, ob es da Parkmöglichkeiten gibt.“ Als Gaby Koldewey ihn darauf aufmerksam macht, dass man dort auf dem VIP-Parkplatz parken kann, lenkt Klaus Riemann ein. „Das muss ich mir angucken“, sagt er.
Skepsis herrscht auch am Stand des Eiermanns. Nicht alle wissen Bescheid, dass der Markt umzieht. „Und was ist dann hier?“, fragt einer. „Baustelle“, antwortet der Eiermann im Gespräch.
Klaus Riemann ist gut informiert. Er sagt, er findet es gut, dass der Pastor-Karwehl-Platz, auf dem die Marktstände stehen, umgestaltet wird. Er hofft darauf, dass er dann ein Treffpunkt für die Menschen im Schinkel wird. Das dauert aber. Nach Angaben der Stadt wird der Wochenmarkt erst wieder im Frühjahr 2027 zurück an die Ebertallee ziehen.