Osnabrück  VfL Osnabrück: Die Fans sind im Boot - Architekten überzeugen mit Sanierungsplänen

Harald Pistorius
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Von Harald Pistorius
| 08.10.2025 10:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Überzeugten mit ihren Plänen zur Sanierung der Bremer Brücke: Die Architekten Nils Dethlefs (links) und Harald Fux. Foto: Michael Titgemeyer
Überzeugten mit ihren Plänen zur Sanierung der Bremer Brücke: Die Architekten Nils Dethlefs (links) und Harald Fux. Foto: Michael Titgemeyer
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Wie soll das Stadion an der Bremer Brücke nach der geplanten Sanierung aussehen? Das erfuhren am Dienstagabend mehr als 400 Mitglieder und Dauerkarteninhaber des VfL Osnabrück bei einer Infoveranstaltung. Die Architekten überzeugten dabei mit ihren Ideen und dem Verständnis für den Charme des Standortes.

Über 400 Fans des VfL Osnabrück trotzten der Kühle und dem Nieselregen: Mit der Infoveranstaltung zum Umbau der Bremer Brücke lagen Verein und Stadiongesellschaft mit Thema und Zeitpunkt richtig. Denn auch bei den Zuschauern steigt die Spannung vor der alles entscheidenden Ratssitzung am 4. November 2025. 

Voller Interesse, mit viel Applaus und über einem Dutzend guter Fragen beteiligten sich die Mitglieder und Dauerkarten-Inhaber auf der Nordtribüne an der Präsentation. Besonders gespannt betrachteten die Fans die ersten Zeichnungen der neuen Bremer Brücke, die auf den Videowänden gezeigt wurden. 

„Wir können dem Rat eine genehmigungsfähige, belastbare Kosten- und Zeitplanung vorlegen“, sagte Jan Jansen (Stadt Osnabrück), neben Michael Welling (VfL) der zweite Geschäftsführer der Stadiongesellschaft. Im Fall einer Zustimmung durch den Rat könnte Anfang 2026 der Antrag auf Baugenehmigung erteilt werden und am ersten Tag der Sommerpause mit dem Abriss der ersten von drei neu zu bauenden Tribünen begonnen werden. Weitere Angaben baulichen und zeitlichen Details können erst erfolgen, so hieß es, wenn die den Bau ausführenden Generalunternehmer gefunden seien.

Mit viel Empathie und Begeisterung schilderten die Vertreter der beiden Architekturbüros ihren Weg in das Projekt Bremer Brücke. „Als wir beim Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken erstmals das volle Stadion erlebt haben, fühlten wir uns durch das Transparent in der Ostkurve gut empfangen und herausgefordert“, sagte Nils Dethlefs aus dem Haus der Generalplaner von ppp (Lübeck), der mit seinem kompletten, fast zwanzigköpfigen Team beim ersten Saisonsieg des VfL dabei war und sich packen ließ von der Atmosphäre der „Brücke“. 

Und natürlich sahen sie auch das Transparent vor der Ostkurve: „Mythos Bremer Brücke erhalten“ – unter diesem Namen hat sich vor fünf Jahren eine Fan-Initiative gebildet. „Wir haben diese Aufforderung persönlich genommen“, sagte Dethlefs, seinem ersten Stadionbau entgegenfiebert: „Ich habe schon als Junge davon geträumt, einmal ein Fußballstadion zu bauen.“ 

Dieses besondere Erlebnis hat sein Kollegen Harald Fux aus Wien schon lange hinter sich; in seiner Heimat hat der Österreicher mehrere Arenen geplant. Zuletzt erregte er Aufsehen mit dem Umbau des Stadions in Linz, wo er den Erhalt traditioneller Elemente mit frischen Ideen paarte. Auf diese Mischung darf man auch bei der „Bremer Brücke 2.0“ hoffen. 

„Wir wollen hier und heute nicht mehr versprechen als wir halten können, aber wir wollen zeigen, was wir vorhaben“, betonte Dethlefs, dass bei einigen Details noch Fragezeichen stehen. Das gilt beispielsweise für die vier Flutlichtmasten in den Stadionecken und die dachtragenden Pylonen, die möglichst erhalten werden sollen. 

Applaus gab es außerdem für die angestrebte Vergrößerung  der Ostkurve auf etwa 8.000 Zuschauer in einer mundlochfreien Stehplatztribüne, die Erhöhung der Kapazität für Rollstuhlfahrer, die wahrscheinlich auf allen Tribünen platziert werden können, die Integration der Trainerbänke in den Block im Süden und die Verlagerung des Kabinentraktes hinter die Westtribüne (wie zwischen 1972 und 2008 praktiziert). Das hat zur Folge, dass die Spieler aus dem Tunnel kommend in Richtung Ostkurve einlaufen. Und da die Lautstärke durch die Konstruktion von Dach und Außenwand noch stärker in den Innenraum gelangen soll, könnte so ein weiteres neues Merkmal der neuen Bremer Brücke entstehen. 

Mit durchweg positiven Eindrücken verließen alle nach knapp zwei Stunden die Nordtribüne und mancher hatte wohl den Stoßseufzer auf den Lippen, den VfL-Geschäftsführer Michael Welling nach eigenem Erzählen ausstieß, als er die ersten Zeichnungen sah und von Details erfuhr: „Gottseidank – es ist die Bremer Brücke geblieben…“ 

Am Montag hatte der VfL zunächst die Mitglieder des Stadtrates mit dem Stand der Planung vertraut gemacht, danach wurden die Vereinsgremien und die Aktionäre informiert. In Kürze wird die Infomationsoffensive bei Treffen mit den Anliegern und Nachbarn, am Mittwoch wurden die Sponsoren beim Partnertreffen auf den aktuellen Stand gebracht. Die durchweg positiven Reaktion sind einen Monat vor der wegweisenden Ratssitzung am 4. November der nächste Kick für das Projekt.  

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