Sotschi  „Es war absolut widerlich“: So spricht Wladimir Putin über den Tod von Charlie Kirk

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 07.10.2025 17:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zum Tod von US-Aktivist Charlie Kirk geäußert. Foto: IMAGO/ZUMA Press/Mikhail Metzel, Gage Skidmore
Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zum Tod von US-Aktivist Charlie Kirk geäußert. Foto: IMAGO/ZUMA Press/Mikhail Metzel, Gage Skidmore
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Das Attentat an US-Aktivist Charlie Kirk hat auch in Russland beschäftigt. Bei einer Veranstaltung hat Kremlchef Putin nun seine Sicht der Dinge geschildert – und einen Vergleich mit einem US-Amerikaner gezogen, der in der russischen Armee kämpfte und an der Front fiel.

Knapp einen Monat nach dem Mord von Rechtsaußen-Aktivist Charlie Kirk hat sich nun auch Wladimir Putin zu dessen Tod geäußert. „Das ist eine ekelhafte Sache, und sie wurde offen in der Öffentlichkeit gemacht, fast wie eine Live-Show. Es war absolut widerlich“, antwortete der russische Präsident am Donnerstag auf eine entsprechende Frage beim internationalen Diskussionsklub „Waldai“ im russischen Sotschi. „Ich möchte hiermit der Familie von Herrn Kirk und seinen Angehörigen mein Beileid aussprechen. Wir fühlen natürlich mit ihnen.“

Putin verglich den Tod von Kirk mit dem des US-Amerikaners Michael Gloss, dem Sohn einer hochrangigen CIA-Beamtin, der allerdings an der Seite von Putins Armee kämpfte. Wie Medien übereinstimmend berichteten, hatte Gloss in den USA vor ein paar Jahren sein Studium abgebrochen, bevor er die Welt bereiste und im Jahr 2023 letztlich in Russland landete. Dort trat er der Armee bei und kämpfte an der Front gegen die Ukraine – wo der damals 21-Jährige im Frühjahr 2024 im Kampf fiel. Kirk habe dieselben „traditionellen Werte“ verteidigt wie Gloss, so Putin. Auf welche Werte er sich bezieht, ließ er offen.

Wie das unabhängige, russische Nachrichtenportal „iStories“ anhand von Gloss‘ Social-Media-Posts und Interviews mit dessen Wegbegleitern rekonstruierte, war Gloss einst Aktivist für Umwelt und eine gerechtere Welt – als Student hatte er für das Recht auf Abtreibung protestiert. Doch gegenüber Bekannten habe er so gewirkt, dass er zunehmend unter dem Einfluss von Verschwörungserzählungen stand. Die US-amerikanische Unterstützung gegenüber Israel im Nahost-Krieg war ihm ein Dorn im Auge, in Russland sah er wohl einen Verbündeten der Palästinenser. Am Ende habe Gloss „Krieg gegen die USA“ führen wollen, wird ein Bekannter zitiert.

Schaut man sich das Leben von Kirk an, fällt der Vergleich mit Gloss jedoch eher schwer. Wie unter anderem die „New York Times“ auflistete, bezeichnete sich Kirk als strenggläubiger Christ. Abtreibung bezeichnete er in jedem Stadium als Mord, er stand Transmenschen und auch Homosexuellen sehr kritisch gegenüber. Beweise für den Klimawandel sah er nicht.

Darüber hinaus war Kirk ein Befürworter der US-Unterstützung gegenüber Israel. So berichtete die „New York Post“ kürzlich über einen Brief von Kirk, den er an Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu adressierte. Darin brachte er seine Unterstützung gegenüber Israel zum Ausdruck: „Eine meiner größten Freuden als Christ ist es, mich für Israel einzusetzen und Bündnisse mit Juden im Kampf zum Schutz der jüdisch-christlichen Zivilisation zu schließen“, hieß es darin. Auf sieben Seiten machte Kirk darauf aufmerksam, dass Israel in der US-amerikanischen Öffentlichkeit an Unterstützung verliert – und nannte Ideen, „diesen beunruhigenden Entwicklungen entgegenzuwirken.“

Mit dpa-Material

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