Sportplatz-Ärger  Samtgemeinde knipst Kickern das Licht aus

| | 07.10.2025 17:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Bagger entfernt am Sportplatz Osteel das zuvor zerkleinerte Fundament eines Flutmastes und verlädt die Betonteile auf einen Lastwagen. Foto: Thomas Dirks
Ein Bagger entfernt am Sportplatz Osteel das zuvor zerkleinerte Fundament eines Flutmastes und verlädt die Betonteile auf einen Lastwagen. Foto: Thomas Dirks
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Am Sportplatz in Osteel wurden die letzten alten Flutlichtmasten überraschend entfernt. Das bringt die Fußballer auf die Palme.

Osteel - Der Bagger kam im Morgengrauen und für die Verantwortlichen des Turnvereins Osteel (OTV) völlig unvermittelt: Überraschend haben Mitarbeiter eines Norder Abrissunternehmens am Dienstag die beiden noch verbliebenen Masten der Flutlichtanlage am Sportplatz Osteel samt Fundamenten entfernt. Ein dritter Mast war bereits vor wenigen Wochen abgebrochen worden.

Vor allem bei den Fußballern des OTV und den Mitgliedern des Vereinsvorstands sorgte die Spontanaktion für Erstaunen und Verärgerung. OTV-Vorsitzender Andreas Palluck, der gegenüber dem Sportplatz am Adeweg wohnt, fiel aus allen Wolken, als er die Arbeiten bemerkte. Selbst noch einige Zeit später im Gespräch mit dieser Redaktion war ihm der Frust deutlich anzumerken. „So kann man einen Verein auch kaputtmachen“, wetterte der Vereinschef.

Vereinsvorsitzender kritisiert Verwaltung

Was Palluck vor allem auf die Palme bringt, sind die aus seiner Sicht offenbar nicht verlässlichen Aus- und Zusagen aus dem Rathaus. Die Verwaltung habe ihm versprochen, ihn rechtzeitig zwei bis drei Wochen vor dem geplanten Abriss zu informieren, was sie nicht getan habe. Auch sei der versprochene Ersatz für die alte Anlage noch immer nicht vorhanden. Gleiches gelte für einen vor Kurzem abgebauten Ballfangzaun. „Die machen mit uns, was sie wollen. Eine Frechheit ist das. Da wird Vereinsarbeit mit Füßen getreten“, schäumte Palluck.

Nicht das erste Mal. Denn um den Sportplatz Osteel und speziell die Flutlichtanlage gab es in der Vergangenheit immer wieder Ärger. Zuletzt im April dieses Jahres, als der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss der Installation einer neuen Flutlichtanlage ablehnte und auch davon absah, ein Gutachten zu Fledermäusen und Lichtimmissionen zu vergeben. Diese wären für den Bau einer neuen Flutlichtanlage erforderlich gewesen. Gründe für die Ablehnung des Vorhabens nannte die Verwaltung nicht. Inoffiziell hieß es, eine neue Anlage samt Baugenehmigung und Gutachten koste mehr als 100.000 Euro, was zu teuer sei.

Die Flutlichtmasten gehören dem TV Osteel. Der Verein soll sie zurückerhalten, verspricht die Verwaltung. Foto: Thomas Dirks
Die Flutlichtmasten gehören dem TV Osteel. Der Verein soll sie zurückerhalten, verspricht die Verwaltung. Foto: Thomas Dirks

Hintergrund: Wegen des Baus des neuen Feuerwehrgerätehauses auf dem bisherigen Sportplatz am Adeweg mussten das B-Spielfeld und Teile der alten Beleuchtung aufgegeben werden. Die alte Anlage, die von Mitgliedern des OTV mit Unterstützung freiwilliger Helfer und einem Zuschuss der Samtgemeinde errichtet und 2010 in Betrieb genommen worden war, weiter zu nutzen, sei nicht möglich.

Merkwürdig findet das Palluck. Er hat noch Mitteilungen von Verwaltungschef Gerhard Ihmels (SPD) aus dem Jahr 2021 auf seinem Handy, in denen davon die Rede ist, dass eine Umsetzung der alten Flutlichtanlage vorbereitet werde. Merkwürdig auch, dass es zwischenzeitlich immer wieder hieß, der Samtgemeindeausschuss habe bereits im September 2023 eine Firma aus Schleswig-Holstein mit der Lieferung und Montage von neuen Masten beauftragt. Den Wert des Auftrags bezifferte die Verwaltung mit knapp 40.000 Euro.

Mobile Flutlichtmasten

Zuletzt, so Pallucks Informationsstand, sollten vier mobile Flutmasten für rund 16.000 Euro angeschafft werden, deren Anzahl sich dann plötzlich halbierte, weil 8000 Euro an den SV Leezdorf gegeben werden sollten, weil der seine Flutlichtanlage auf LED-Betrieb umrüsten wolle.

Was Palluck und die Osteeler Kicker daran besonders erbost ist, dass Brookmerlands Sozialdemokraten damit auch noch prahlen. „Auf unsere Initiative erhalten der TV Osteel und der SV Leezdorf jeweils einen Zuschuss von 8000 Euro für die Flutlichtanlagen“, heißt es in einer Veröffentlichung in den sozialen Medien. „Erst wird uns der Sportplatz weggenommen, jetzt das Flutlicht. Und damit brüsten die sich auch noch“, sagte Palluck.

Dieser Lichtmast stand am längsten. Bis sein aus acht Kubikmeter Beton bestehendes Fundament entfernt war, dauerte es einige Zeit. Foto: Thomas Dirks
Dieser Lichtmast stand am längsten. Bis sein aus acht Kubikmeter Beton bestehendes Fundament entfernt war, dauerte es einige Zeit. Foto: Thomas Dirks

Warum die alten Flutlichtmasten, die bis zuletzt funktionierten, jetzt so plötzlich verschwinden mussten, blieb am Dienstag unklar. Aus dem Rathaus hieß es auf Anfrage, die Maßnahme sei in Absprache mit dem Vorsitzenden erfolgt, der an der Baubesprechung am 30. September teilgenommen habe. Die mobilen Flutlichtanlagen seien bestellt, geplantes Versanddatum sei der 15. Oktober.

Dass sein Verein jetzt ohne Flutlicht ist, hat laut Palluck Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb. Für einige Mannschaften werden die Übungseinheiten bis auf Weiteres ausfallen müssen.

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