Hannover Land gibt bis zu 100.000 Euro für Übernahme von Höfen – aber nur für rund 30 Bewerber
Mit bis zu 100.000 Euro will das Land die Übernahme von landwirtschaftlichen Betrieben unterstützen – allerdings reicht der Fördertopf nur für rund 30 Höfe. Und Bewerber müssen sich beeilen.
Rund 34.000 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Niedersachsen, doch viele Landwirte fragen sich, wie es weitergeht. Denn oft will die nächste Generation den Hof nicht übernehmen. Zwei von drei Landwirten über 55 Jahren wissen derzeit nicht, ob ihr Betrieb überhaupt weitergeführt wird.
Wie viele Betriebe jährlich übernommen oder aufgegeben werden, kann das Landwirtschaftsministerium nicht genau sagen. „Tausende werden es sein“, schätzt Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne).
„Hofnachfolger stehen bei der erforderlichen Neuausrichtung des Betriebes oft vor einem enormen Investitionsstau – und damit großen finanziellen Herausforderungen“, so die Ministerin. Deshalb will ihr Haus nun 70.000 Euro zahlen, wenn ein Familienmitglied den Hof fortführt. Übernimmt eine familienfremde Person, soll es sogar 100.000 Euro geben – schließlich würden Familienmitglieder den Hof erben und hätten folglich „einen anderen Kapitalbedarf“, so die Ministerin.
Die aufgerufenen Summen „klingen erstmal nicht viel“, gibt Staudte zu. Zum Vergleich: Mit dem Geld ließe sich – ungefähr natürlich – ein Scheunendach neu decken oder ein Mittelklasse-Traktor kaufen. Man richte sich mit der Förderung vor allem an die „Wackelkandidaten“, die mit der Übernahme eines fremden oder des elterlichen Hofes hadern, hieß es. Für diese wolle man einen „Impuls“ und ein „Zeichen, dass wir das anerkennen“ setzen.
Wer einen Antrag stellen will, muss sich allerdings beeilen: Bis zum 23. November müssen die Anträge beim Ministerium eingegangen sein. Denn: Das bereitgestellte Geld muss noch in diesem Jahr ausgegeben werden. Obwohl die Förderung lange angekündigt ist, wird die Zeit deshalb knapp. Das Ministerium fordert von den Bewerbern dazu:
Die Landwirtschaftskammer bewertet die Bewerbung dann anhand von Punkten, die unter anderem anhand ökologischer und sozialer Kriterien vergeben werden. Doch nicht jeder Antragssteller wird voraussichtlich auch eine Förderung bekommen – denn es wurden nur 2,2 Millionen Euro bereitgestellt.
Etwa 20 bis 30 Betriebe könnte man damit fördern. Staudte rechnet damit, dass sich deutlich mehr Existenzgründer bewerben werden. Folglich würden jene Hofübernahmen gefördert, die von den Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer die meisten Punkte erhalten. Mit einer Ausnahme: Da bislang lediglich 11 Prozent der Betriebe von Frauen geleitet werden, sollen diese „besonders berücksichtigt“ werden.