Osnabrück Nach Paukenschlag von Mannheim: Wie oft traf der VfL Osnabrück vier Mal in einer Halbzeit?
Vier Tore in einer Halbzeit: Der 4:1-Paukenschlag von Mannheim war noch nicht verklungen, da prüfte mancher Anhänger des VfL Osnabrück sein Fußball-Gedächtnis und durchkämmte die Statistiken. In Mannheim gelang dieses Kunststück seit 2000 zum neunten Mal.
Vier Osnabrücker Treffer (oder mehr?) in einer Halbzeit – in den letzten 25 Jahren gab es vor dem 4:1 beim SV Waldhof am Samstag (4. Oktober 2025) acht Spiele mit dieser ungewöhnlichen Ballung von Toren. Zweite Besonderheit in Mannheim: Vier Treffer - nach einem Rückstand…
Es ist vielleicht der spektakulärste Wendesieg der jüngeren Vereinsgeschichte: Am 15. August 2009 steuerte der aus der 2. Bundesliga abgestiegene VfL am vierten Spieltag in seiner ersten Saison in der 3. Liga der dritten Saison-Niederlage entgegen – der FC Ingolstadt führte nach einer halben Stunde mit 2:0, 8.000 Zuschauer waren entsetzt.
Noch vor der Pause leitete Björn Lindemann mit einem herrlichen Distanztreffer die Wende ein: Angetrieben von seinem unwiderstehlich auftrumpfenden Spielmacher steigerte sich die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann in einen Torrausch und feierte einen denkwürdigen 5:2-Erfolg: Lindemann (2), Dennis Schmidt und Matthias Heidrich hauten dem FCI zwischen der 54. und 86. Minute die Bude voll. Es war der erste Höhepunkt in einer grandiosen Saison mit Aufstieg, Meisterschaft und DFB-Pokal-Viertelfinale.
In der 2. Bundesliga schaffte der VfL den seltenen Vierer-Pack in einer Halbzeit in zwei Spielen: Am 15. März 2009 beim überraschenden 5:1 gegen die Spvg. Fürth sogar nach einem Rückstand. Thomas Reichenberger hatte noch vor der Pause ausgeglichen und leitete nach dem Wechsel die Trefferballung ein; nach ihm jubelten Thomas Cichon, Henning Grieneisen und Dominic Peitz als Torschützen. Zum erhofften Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt reichte der spektakuläre Sieg nicht – der VfL stieg ab.
So erging es dem Fahrstuhlverein auch trotz des 5:1-Sieges gegen Alemannia Aachen am 1. April 2001. Die vom heutigen Heidenheimer Trainer Frank Schmidt geführte Alemannia-Abwehr wurde in der ersten Halbzeit durchgeschüttelt und kassierte vier VfL-Tore von Ansgar Brinkmann, Christian Claaßen und Daniel Thioune, der zweimal traf.
Denkwürdig nicht nur wegen des Sechser-Torpakets mit vier Toren in der zweiten Halbzeit ist das 6:3 vom 2. Februar 2022 beim MSV Duisburg. Es war die Neuansetzung der Partie, die einige Wochen zuvor wegen rassistischer Beleidigungen aus dem Publikum abgebrochen worden war. Sebastian Klaas und Ba-Muaka Simakala hatten das Torfestival in der ersten Hälfte eingeleitet, nach der Pause machten Sven Köhler, Marc Heider, Lukas Kunze und Felix Higl das halbe Dutzend voll.
Bleibt noch die Erinnerung an ein weiteres Flutlichtspektakel: Das 5:1 gegen den Chemnitzer FC am 29. April 2003 war ein Meilenstein auf dem Weg zum Aufstieg unter Trainer Jürgen Gelsdorf. Der überragende Benjamin Schüßler (2), Christian Claaßen und Sidney Santos de Brito schossen nach dem Führungstreffer von Kemal Halat aus der Anfangsphase den höchsten Saisonsieg heraus.
Und dann war da noch am 6. November 2004 das emotional aufgeladene Wiedersehen von VfL-Coach Claus-Dieter Wollitz mit seinem ehemaligen Verein KFC Uerdingen, den er unter einigem Theaterdonner vor allem des westdeutschen Klubs im Sommer Richtung Bremer Brücke verlassen hatte. Nach torloser erster Hälfte geriet der überlegende VfL sogar in Rückstand, drehte dann aber auf und kam durch Björn Joppe, Markus Feldhoff, Thomas Reichenberger und Addy Menga zum 4:1-Sieg, damals in der Regionalliga Nord.
Gab es mal mehr als vier Tore in einer Halbzeit? Ja – am 9. Februar 2018 schaffte der VfL unter dem fünf Monate zuvor als Trainer eingestiegenen Daniel Thioune einen kostbaren 6:1-Sieg im Abstiegskampf der 3. Liga gegen den Chemnitzer FC - mit fünf Toren in der zweiten Halbzeit; natürlich unter Flutlicht an einem Freitagabend. Marcos Alvarez hatte per Elfmeter vor der Pause den Anfang gemacht, danach ebnete die Spielfreude den Weg zu den Toren von Marc Heider, Jules Reimerink, Tim Danneberg und Kamer Krasniqi, dazu kam ein Eigentor.
Fehlt noch das 4:1 gegen die Stuttgarter Kickers, das am 14. März 2015 den Durchbruch von Marcos Alvarez markierte: Er traf gegen seinen Ex-Klub (mit Trainer Horst Steffen), außerdem sendeten Tobias Willers, Stanislav Iljutchenko und Maik Odenthal.