Osnabrück VfL Osnabrück: Nur ein Trainer startete in den letzten 25 Jahren besser als Schultz
Der VfL Osnabrück und Timo Schultz freuen sich über einen sehr gelungenen Saisonstart in der 3. Liga. Mit 19 Punkten aus zehn Spielen sammelte Schultz so viele Punkte zum Start seiner Amtszeit wie nur ein VfL-Trainer vor ihm in den letzten 25 Jahren.
„Nach zehn Spielen kann man eine erste Bilanz ziehen“, heißt es gelegentlich im Fußballkosmos, wenn über die Aussagekraft von Tabellen zum Saisonstart philosophiert wird. Nach eben diesen zehn gespielten Partien steht der VfL Osnabrück in der 3. Liga sehr gut da: 19 Punkte sammelte das Team von Trainer Timo Schultz bislang und steht damit auf Rang drei. Für den Coach, der seit Sommer beim VfL ist und zuvor beim FC St. Pauli, FC Basel und dem 1. FC Köln arbeitete, ist es der bislang beste Beginn einer Amtszeit in seiner Karriere. Im Vergleich mit seinen Vorgängern in Osnabrück braucht Schultz sich ebenfalls nicht zu verstecken. Nur ein VfL-Trainer der letzten 25 Jahren war in den ersten zehn Spielen seiner Amtszeit erfolgreicher.
Dabei ist die Konkurrenz durchaus groß: 17 Cheftrainer (ohne Interimslösungen) hatte der VfL seit dem Beginn der Saison 2000/2001. Und immerhin ist der Verein ja auch seither fünfmal in die 2. Bundesliga aufgestiegen, war also hin und wieder entsprechend erfolgreich unterwegs. Keiner der fünf Aufstiegstrainer (Jürgen Gelsdorf, Claus-Dieter Wollitz, Karsten Baumann, Daniel Thioune und Tobias Schweinsteiger) war zum Beginn seiner jeweiligen Amtszeit aber so erfolgreich wie Schultz dieser Tage.
Den besten Punkteschnitt dieser fünf holte noch Baumann, der zu Saisonbeginn 2009/10 beim VfL einstieg und 16 Punkte aus seinen ersten zehn Ligaspielen holte. Getoppt wurde diese Quote danach noch mehrfach: Etwa von Maik Walpurgis, der in der Saison 2013/14 mit 17 Punkten beim VfL startete, am Ende der Spielzeit aber „nur“ auf Rang fünf landete. Oder von Joe Enochs, heute Direktor Fußball beim VfL, der seine Zeit als Chefcoach 2015 - zuvor sprang er bereits zweimal als Interimstrainer ein - mit 18 Punkten aus zehn Spielen begann und letztlich ebenfalls Fünfter wurde.
Den Bestwert in den letzten 25 Jahren lieferte aber der „Retter“ der vergangenen Saison, dessen Amtszeit im Sommer ein unrühmliches Ende fand: Marco Antwerpen holte aus seinen ersten zehn Spielen als VfL-Trainer 21 Punkte. Kein anderes Team war in der 3. Liga in diesem Zeitraum so erfolgreich, obwohl der Zehn-Spiele-Zyklus mit einem 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden endete. Die Erfolgsserie war der Grundstein für den Klassenerhalt, um den der VfL zuvor lange zittern musste.
Den Rekord für den besten Start als VfL-Trainer hält der inzwischen wegen versuchter Spielmanipulation gesperrte Antwerpen allerdings nicht. Unmittelbar vor dem Beginn des 25-Jahres-Zeitraumes stellte nämlich einer die Bestmarke auf, der als „Mister VfL“ gilt: Als Lothar Gans den VfL im Februar 2000 neben seiner Managertätigkeit auch als Trainer übernahm und in den Saisonendspurt führte, holte er herausragende 25 Punkte aus den ersten zehn Spielen. Damit nahm er Gerd-Volker Schock (23 Punkte aus seinen ersten zehn Spielen seiner zweiten Amtszeit, Saison 98/99) den Rekord ab.
Am Ende von Gans‘ längster Trainerphase stand am 1. Juni 2000 der Aufstieg in die 2. Bundesliga im dramatischen Elfmeterschießen gegen Union Berlin. Von solch einem Erfolg ist der VfL unter Schultz zwar noch ein gutes Stück entfernt - der Start lässt aber leise Hoffnungen zu.