Osnabrück  Was Katzen und Besucher im Osnabrücker Katzentempel dürfen – und was nicht

Sebastian Stricker
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Von Sebastian Stricker
| 03.10.2025 10:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bringen die Restaurantkette Katzentempel nach Osnabrück: die Franchisenehmer Maximilian Micheel und Lale Schnütgen, hier in ihrer Filiale in Bremen. Foto: Maximilian Micheel
Bringen die Restaurantkette Katzentempel nach Osnabrück: die Franchisenehmer Maximilian Micheel und Lale Schnütgen, hier in ihrer Filiale in Bremen. Foto: Maximilian Micheel
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Gerettete Tiere, veganes Essen und strenge Regeln: Der Katzentempel bringt ein ungewöhnliches Gastronomie-Konzept nach Osnabrück.

Ein Stück vegane Torte, dazu eine schnurrende Katze auf dem Fensterbrett: Was für manche klingt wie ein Tagtraum in den eigenen vier Wänden, wird auch in der Osnabrücker Gastroszene schon bald Realität. Denn in der Georgstraße 10 eröffnet im Januar 2026 eine Filiale der Restaurantkette Katzentempel. Rein pflanzliche Küche trifft hier auf aktiven Tierschutz.

Betreiber sind Maximilian Micheel (33 Jahre) und Lale Schnütgen (25) aus Hanau. Das Paar hat bereits im Mai 2024 den Katzentempel in Bremen übernommen. Dort leben sieben aus Not gerettete Katzen. Im neuen Osnabrücker Lokal, das bis vor einem Jahr das syrische Restaurant Mosaik beherbergte, sollen es bis zu acht sein.

„Unsere Gäste sind in erster Linie Katzenliebhaber“, berichtet Micheel. Viele kämen aber auch wegen der veganen Speisekarte. Neben Frühstücksangeboten und Bowls gibt es Kuchen, Burger und Sandwiches – alles zubereitet ohne tierische Produkte.

Die Idee, vegane Küche mit Tierschutz zu verbinden, stammt ursprünglich aus München. 2013 gründeten Thomas Leidner und Kathrin Karl dort den ersten Katzentempel. Seit 2016 wächst ihre Marke durch ein Franchise-Netzwerk von Partnern. Deutschlandweit gibt es inzwischen um die 20 Filialen.

Aber wie funktioniert das Modell genau? Gerettete Katzen, die im Katzentempel ein neues Zuhause finden, „müssen zutraulich sein und dürfen den Menschen nicht scheuen“, erklärt Franchisenehmer Micheel. Denn als sogenannte Tempelkatzen bewegen sie sich frei im Gastraum umher. Dieser ist deshalb auch nach ihren Bedürfnissen gestaltet – mit Laufstegen, Leitern, Körben und Kratzbäumen.

Steht den Tieren der Sinn danach, lassen sie sich von den Gästen streicheln. Auf Tische springen dürfen die Katzen während des Betriebs allerdings nicht – „das werden wir ihnen abtrainieren“, so Micheel. Auch der Zugang zur Küche und Theke ist für sie tabu. Eine Schleuse am Eingang verhindert, dass die Stubentiger entwischen.

Für Besucher gibt es verbindliche Verhaltensregeln. Die Betreiber nennen sie „Katzentempel-Knigge“. Jeder Gast wird zu Beginn seines Besuchs darüber informiert. Die wichtigsten Punkte:

„Unsere Stammgäste in Bremen sehen den Katzentempel als eine Wohlfühloase, in der sie Abstand vom Alltag gewinnen können“, berichtet Micheel. Besucher würden die Atmosphäre mit den Katzen genießen und „die beruhigende Wirkung, die sie haben“.

Die Umbauten für das neue Katzentempel-Restaurant in Osnabrück sollen noch im Oktober beginnen. Geplant sind bis zu 70 Sitzplätze. Etwa zwölf neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

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