Osnabrück Stadt Osnabrück und Stadtwerke bestätigen: Trennung der SWO von Wio wird geprüft
Es ist offiziell: Derzeit läuft eine Prüfung, inwiefern die städtische Wohnungsgesellschaft Wio unabhängig von den Stadtwerken weitergeführt werden kann. Wie es zur Prüfung kam und was das Ziel ist, erklären Stadt und Stadtwerke in einer gemeinsamen Mitteilung. Und bekennen sich deutlich zur Wio.
Gerüchte und zarte Andeutungen verschiedener Lokalpolitiker gab es schon länger, nun ist es offiziell: Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigen Stadt Osnabrück und die Stadtwerke (SWO), dass derzeit geprüft werde, inwiefern die kommunale Wohnungsgesellschaft „Wohnen in Osnabrück“ (Wio) von der SWO losgelöst und an anderer Stelle im Stadtkonzern weitergeführt werden könne. Momentan ist die Wio an die Stadtwerke angegliedert, die Stadtwerke wiederum sind eine städtische Tochtergesellschaft.
„Die Prüfung erfolgt bewusst ergebnisoffen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadtwerken und Stadt Osnabrück. Das bedeutet: Das Ergebnis könne auch lauten, dass die Wio doch bei der SWO bleibt. Mit dem Ergebnis der Prüfung könne Anfang 2026 gerechnet werden. Der Vorgang dauere bereits einige Monate an.
Doch warum kam es überhaupt zu der Prüfung und bedeutet das, dass die Wio in Gefahr ist?
„Wir bekennen uns klar zur Wio“, betonen Stadt und Stadtwerke. Denn diese basiere auf dem Bürgerentscheid von 2019, in dem die Osnabrücker den Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum deutlich zum Ausdruck gebracht hätten. Und: „Diese Aufgabe ist heute wichtiger denn je, und dazu kann als Ergänzung zum privatwirtschaftlichen Wohnungsmarkt eine starke Wio einen wichtigen Beitrag leisten – jetzt und in Zukunft.“
Hintergrund der Prüfungen sei, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Stadtwerke heute grundsätzlich andere sind als damals. Die Entscheidung vor fünf Jahren, die neue Wohnungsbaugesellschaft bei der SWO anzugliedern, sei unter anderen Voraussetzungen gefallen. Details werden zwar nicht genannt, aber sie liegen auf der Hand: die Baubranche hat es derzeit nicht leicht mit steigenden Kosten und sinkenden staatlichen Fördermöglichkeiten. Als die SWO die neue Wio unter ihre Fittiche nahm, versprach man sich schwarze Zahlen, doch es ist leider anders gekommen.
„Deshalb erscheint es für die Wio sinnvoll, auch eine mögliche organisatorische Neuverortung in den Blick zu nehmen“, teilen Stadtwerke und die Verwaltung mit.
Dies sei „im Übrigen ausdrücklich keine Kritik an der bisherigen Arbeit“, im Gegenteil sogar: „Die Wio hat in den vergangenen Jahren unter dem Dach der SWO wertvolle Aufbauarbeit geleistet – unter deutlich schwierigeren Bedingungen, als sie beim Bürgerentscheid 2019 und der Wio-Gründung 2020 absehbar waren.“
Das Ziel, das hinter allen Überlegungen stehe: dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft langfristig stabil arbeiten und zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger schaffen könne. „Deshalb bringt der neue Wio-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer seine mehr als 30-jährige Erfahrung intensiv dafür ein, die Gesellschaft unter deutlich erschwerten Bedingungen nachhaltig in den Bereich der Wirtschaftlichkeit zu führen“ – mit diesen Worten endet die Presseantwort in Namen von Stadt und Wio.
Wirtschaftlichkeit, was heißt das in diesem Fall im Detail? Katharina Pötter hatte im Interview mit unserer Redaktion erklärt, dass es vor allem darum ginge, dass die Gesellschaft ihren laufenden Betrieb ohne finanziellen Zuschuss aus der Stadtkasse aufrechterhalten könne. Das hieße aber nicht, dass neue Investitionen, etwa in Gebäude, nicht mehr von der Stadt unterstützt werden könnten.
Der neue Geschäftsführer Bernd Wortmeyer hatte im Interview mit unserer Redaktion bereits erklärt, dass er schon die nächsten neuen Projekte bereits nach einem Jahr „in die Wirtschaftlichkeit bringen“ wolle.