Osnabrück Darum soll das Projekt MOIN+ im Osnabrücker Land länger als geplant laufen
Das Modellprojekt MOIN+ läuft nach einem Beschluss des Osnabrücker Kreistags länger als geplant: Unter einer Voraussetzung können Fördermittel für den Rufbus „Lütti“ und verzögerte Bauarbeiten an Mobilstationen noch bis April 2026 genutzt werden.
Der Kreistag Osnabrück hat beschlossen, das Modellprojekt MOIN+ über das bisherige Ende hinaus fortzuführen. Dank einer kostenneutralen Verlängerung können zentrale Teile bis zum 30. April 2026 weiterlaufen – ohne zusätzliche Belastung des Kreishaushalts. Möglich wird dies, weil Projektmittel aus den Jahren 2023 bis 2025 noch nicht ausgeschöpft sind und nun länger eingesetzt werden dürfen.
Das 20 Millionen Euro schwere Projekt MOIN+ („Mobilität im Osnabrücker Land – integriert und nachhaltig +“) war Anfang 2024 gestartet. Es umfasst Schnell- und Regiobuslinien, Carsharing, On-Demand-Busse („Lütti“) sowie den Aufbau von 21 Mobilstationen in allen Städten und Gemeinden. Während Schnellbusse und Carsharing bereits regulär laufen, betrifft die Verlängerung nur zwei Bausteine: den On-Demand-Verkehr und die Fertigstellung der Mobilstationen.
Bei den Stationen geht es ausschließlich um mögliche Verzögerungen bei einzelnen Bauvorhaben. Ursprünglich ist die Fertigstellung bis Ende 2025 eingeplant, Zeitpuffer sind vorhanden. Sollten Arbeiten dennoch länger dauern, können nicht verbrauchte Mittel aus dem Haushalt 2025 bis ins Frühjahr 2026 übertragen werden. Dafür ist ein Budget von rund 750.800 Euro vorgesehen, wovon ein Eigenanteil von 150.000 Euro im Bedarfsfall nach 2026 verschoben werden könnte. Die Stationen selbst bleiben dauerhaft bestehen – die Verlängerung dient allein dazu, offene Baukosten abzusichern.
Der On-Demand-Verkehr im Landkreis, bekannt als „Lütti“, ist später gestartet als geplant. Deshalb hat die Verwaltung beantragt, die Maßnahme bis April 2026 zu verlängern. Dafür sollen Gelder genutzt werden, die in den Jahren 2023 und 2024 nicht ausgegeben wurden – rund 440.000 Euro – sowie weitere rund 62.500 Euro aus dem Jahr 2025. Die Verlängerung soll gemäß der Beschlusslage für die Fortführung des „Lütti“ nur für die On-Demand-Verkehre in Melle und Bramsche gelten. Die Fördermittel werden auf den Anteil des Landkreises für 2026 angerechnet. Dadurch müsste der Kreis weniger eigene Mittel einsetzen und würde finanziellen Spielraum für andere ÖPNV-Projekte gewinnen.
Begleitet wird die Verlängerung durch zwei Projektstellen, die bis Ende April 2026 bestehen bleiben. Die Personalkosten in Höhe von gut 64.000 Euro werden zu 80 Prozent vom Bund übernommen, der Eigenanteil von rund 12.800 Euro ist für den Haushalt 2026 eingeplant.
Mit dem Beschluss hat der Kreistag den Weg für die Verlängerung freigemacht. Ob die Bundesmittel tatsächlich fließen, hängt allerdings vom Bundeshaushalt ab. Sollte auch der Bund grünes Licht geben, könnte das Modellprojekt MOIN+ in die Verlängerung gehen und bis April 2026 weiterlaufen.