Osnabrück  „Es ist nicht sicher, wenn mein Sohn auf der Straße spielt“: Ärger über Raser in Osnabrück

Lukas Weinandy
|
Von Lukas Weinandy
| 05.10.2025 11:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Verkehrsberuhigter Bereich, aber keine Sicherheit: In der Heinrich-Mann-Straße in Osnabrück rasen Autos durch die Sackgasse. Foto: André Havergo
Verkehrsberuhigter Bereich, aber keine Sicherheit: In der Heinrich-Mann-Straße in Osnabrück rasen Autos durch die Sackgasse. Foto: André Havergo
Artikel teilen:

Täglich zu schnell, falsch geparkt und ohne Rücksicht: Im Wohngebiet Hof Hanesch in der Dodesheide bringen Raser Kinder in Gefahr. Zwei Anwohnerinnen berichten von brenzligen Szenen – und stoßen mit ihren Appellen oft auf taube Ohren.

Das Wohngebiet Hof Hanesch in Osnabrück bietet mit seinen Sackgassen und dem verkehrsberuhigten Bereich eigentlich ideale Bedingungen für spielende Kinder. Doch laut zwei Anwohnerinnen wird die Sicherheit dort regelmäßig gefährdet. Marie-Christine Dubbelmann und ihre Nachbarin Tanja Janotte berichten, dass sowohl Anwohner als auch Besucher täglich zu schnell fahren – sowie ihre Autos mitten auf der Straße abstellen.

Die beiden wohnen in einem Sackgassenbereich der Heinrich-Mann-Straße. „Wir haben hier bestimmt um die zehn Kinder, die häufig in brenzlige Situationen gelangen, weil Autofahrer in die Straße reinknallen“, sagt die 36-jährige Dubbelmann. Die Heinrich-Mann-Straße ist ein verkehrsberuhigter Bereich, gekennzeichnet durch das blaue Schild mit den spielenden Menschen.

Normalerweise müsste gerade dieser Bereich sicher für Kinder sein, doch stattdessen sorgt sich die 36-Jährige: „Es ist nicht sicher, wenn mein Sohn auf der Straße spielt.“ Sie habe die erste Zeit, wenn ihr Kind draußen gespielt hat, immer am Fenster gestanden – bis ihr Mann irgendwann sagte, dass auch der Junge ein bisschen Privatsphäre braucht. Trotzdem habe sie immer dieses komische Bauchgefühl, sobald ihre Kinder draußen sind, erklärt die dreifache Mutter.

Die Sorgen der Mutter sind begründet: Beim Abbiegen sind die Autofahrer hier viel zu schnell. Es habe Situationen gegeben, in denen die Kinder auf der Straße spielten und ein Auto in die Straße einbog, wobei es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre.

Wenn Dubbelmann ihren Nachbarn die Verkehrsregeln erklärt, bekommt sie meist nur ein knappes „Ja, ja“ zu hören. Diese Ignoranz habe es jedoch schon immer gegeben, sagt Janotte. Die 53-Jährige wohnt seit 2007 in der Heinrich-Mann-Straße. „Früher haben die Anwohner zumindest noch etwas mehr Rücksicht genommen.“ Besucher seien immer schwierig gewesen.

Doch nicht nur das schnelle Fahren ärgert sie, auch das Abstellen der Autos sorgt für Unmut. Einige Anwohner parken ihre Autos mitten auf der Straße, wodurch im Notfall ein Feuerwehrauto oder Krankenwagen die hinteren Häuser nicht erreichen könnte.

„Wenn ich jetzt an Tanja denke, die im hinteren Bereich der Straße wohnt“, sagt Dubbelmann. „Lass sie mal etwas haben, was ernst ist und irgendwer ruft den Krankenwagen – der kommt da nicht durch.“ Dabei gebe es genug Parkplätze in der Heinrich-Mann-Straße. Die meisten Anwohner haben zwei Parkplätze direkt vor der Haustür. Das eigentliche Problem sei also nicht fehlender Platz, sondern falsches Verhalten.

Für Dubbelmann liegt ein Teil des Problems aber auch bei der Stadt Osnabrück. Da das Hinweisschild schlecht zu erkennen sei, nehmen viele Besucher die Vorschriften gar nicht wahr. „Das Schild ist nicht ideal gesetzt“, sagt die Heilpädagogin.

Als sie das Haus gekauft habe, sei ihr das Schild ebenfalls erst beim zweiten oder dritten Vorbeifahren aufgefallen. Auch ihre Besucher hätten diesen Eindruck bestätigt. Erst wenn sie das Schild zeige, werde ihren Besuchern bewusst, dass es tatsächlich dort stehe.

Von der Stadt erhofft sie sich deshalb zusätzliche Schilder oder ein Piktogramm auf der Straße. Auch das Ordnungsamt sei willkommen, meint Dubbelmann: „Wenn sie Tickets schreiben wollen, um die Stadtkasse zu füllen – dann ist das der perfekte Ort.“

Ähnliche Artikel