Osnabrück  Nahverkehrsplan: Landkreis Osnabrück prüft Fahrradmitnahme im Bus

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 29.09.2025 20:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Was in Zügen bereits möglich ist, soll künftig auch in Bussen im Osnabrücker Land geprüft werden: die Mitnahme von Fahrrädern. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Was in Zügen bereits möglich ist, soll künftig auch in Bussen im Osnabrücker Land geprüft werden: die Mitnahme von Fahrrädern. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
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Der Kreistag will den Nahverkehr im Landkreis neu denken: Eine Strategie für flexible Angebote wie Rufbusse soll entwickelt werden. Zugleich mahnte die CDU, dass die Kosten für den ÖPNV nicht aus dem Ruder laufen dürfen.

Der Entwurf des fünften Nahverkehrsplans war am Montag das zentrale Thema im Kreistag Osnabrück. Bis Dezember soll das Konzept in endgültiger Form verabschiedet werden. Nun setzte eine Mehrheit erste Änderungen durch: Ein entsprechender Antrag der Grüne/FDP/CDW-Gruppe wurde auf Vorschlag der SPD/UWG abgewandelt und mehrheitlich beschlossen.

Kernpunkt ist eine kreisweite Strategie für flexible Angebotsformen wie Rufbusse nach dem Modell „Lütti“. Die Verwaltung soll einen Maßnahmensteckbrief erarbeiten, der diese Dienste als festen Baustein eines Basisangebots im Landkreis verankert. Das Angebot soll sich an Einwohnerzahlen und Flächen orientieren und auch über mehrere Gemeinden hinweg organisiert werden können.

Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob die Mitnahme von Fahrrädern in Bussen in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden kann. In die Liste aufgenommen und stärker gewichtet werden sollen außerdem die Anbindung an Bahnhöfe, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und den Einzelhandel. Auch Park-and-Ride-Plätze sollen künftig stärker berücksichtigt werden, ebenso wie die Verknüpfung mit Carsharing- und Radverkehrsangeboten.

Während Grüne, FDP und CDW auf zusätzliche Möglichkeiten verwiesen, äußerte die CDU große Bedenken. Christdemokrat Martin Bäumer forderte, die Gesamtsumme der im Jahr 2025 für den ÖPNV veranschlagten Mittel müsse angesichts der angespannten Haushaltslage für die Laufzeit des fünften Nahverkehrsplanes konstant gehalten werden. Birgit Wordtmann (Grüne) hingegen hob die Möglichkeiten und Potenziale eines modernen und zukunftsgerichteten Nahverkehrs hervor: „Wir können die Mobilität so lenken, dass sie tatsächlich für alle Menschen im Landkreis Gewinn bringt – unabhängig davon, ob man arbeitet, zur Schule geht oder einfach nur Einkäufe erledigen muss. Mobilität bedeutet Teilhabe.“

Der jetzige Beschluss setzt damit erste Leitplanken für den neuen Nahverkehrsplan. Die endgültige Entscheidung über das Gesamtpaket fällt aber erst im Dezember, wenn der Kreistag den Plan in seiner finalen Form verabschiedet.

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