Fußball-Ostfrieslandklasse  Überraschungen und ein Zaubertor

Wilfried Gronewold
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Von Wilfried Gronewold
| 29.09.2025 18:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 8 Minuten
Die U23-Mannschaft des SV Großefehn jubelte über den ersten Saisonsieg. Foto: Wilfried Gronewold
Die U23-Mannschaft des SV Großefehn jubelte über den ersten Saisonsieg. Foto: Wilfried Gronewold
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Wiesens gewann in der A-Klasse gegen den Tabellenführer. Münkeboe siegte wieder und eine Mannschaft feierte den ersten Saisonsieg

Aurich – Der elfte Spieltag der Ostfrieslandklasse A, Staffel 2 geizte nicht mit Überraschungen, zeigte aber auch, das alte Muster nicht so leicht abzuschütteln sind. Die größte Überraschung lieferte der SC 13 Eichen mit einem Heimsieg gegen Spitzenreiter Groß-Midlum. Ein Traumtor und Kampfgeist waren der Schüssel zum Erfolg.

Sieg der Leidenschaft

SC 13 Eichen Wiesens – FT Groß-Midlum 1:0

Wiesens antwortete auf den schwachen Auftritt der Vorwoche mit einem „Sieg der Leidenschaft“, wie Trainer Jörg Möhlmeyer es nannte. Der Tabellenführer Groß-Midlum startete dominant in die Begegnung und bekam früh einen Elfmeter zugesprochen. Den hielt Wiesens Torwart Jannik Bruns aber. In der Folge hatten die Gäste zahlreiche Chancen, aber die Wiesenser Verteidigung stand sicher. Ein Wiesenser Konter in der 39. Minute führte dann zum Erfolg. Kapitän Andre Christoffers nahm die Flanke von Sönke Habben auf Höhe der Mittellinie flach an, überlupfte dann den ersten Gegenspieler und danach den zweiten, um den herunterfallenden Ball direkt volley aus rund 30 Metern in das Midlumer Tor zu befördern. Ein Traumtor, das als Stream in sozialen Medien schnell die Runde machte. „Das hat Potenzial für das Tor des Monats“, sagte Möhlmeyer.

Zur zweiten Halbzeit stärkte Möhlmeyer noch mal die Offensive. „Wir sind aus Erfahrung nicht gut darin, eine knappe Führung so lange zu verwalten“. Der Plan ging auf. Wiesens war die klar bessere Mannschaft und erarbeitete sich zwei bis drei gute Torchancen, die jedoch das Ziel verfehlten. Groß-Midlum biss sich die Zähne an der Wiesenser Verteidigungsmauer aus. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit verletzte sich dann Wiesens Torwart. Der Torschütze Christoffers übernahm auch hier Verantwortung und hütete das Tor in der Schlussphase rund 15 Minuten lang. Auch im Tor überzeugte der Kapitän und parierte die Midlumer Torschüsse in deren Schlussoffensive.

Tore: 1:0 Christoffers (39.).

13 Eichen Wiesens: Bruns, Weiß, Garrelts (88. Bohlen), Janssen (77. Özkan), Froschauer, Habben, Kindt, Christoffers, Hinrichs (46. Lars Berends), Romaneessen, Hinz.

Bittere Niederlage

TuS Strudden II – SG Egels-Popens 4:0

Im Duell der Aufsteiger feierte Strudden die ersten Punkte der Saison und Egels-Popens Trainer Sergej Breise wusste auch, warum sein Team verloren hatte. „Strudden war ehrgeizig, kämpfte um jeden Ball und ging in jeden Pressschlag, während wir nur 80 Prozent gaben“. Egels-Popens musste dazu früh verkraften, dass Spielmacher Hardamanpreet Singh mit einer Knieverletzung im Krankenwagen abtransportiert wurde. Das machte auch etwas mit den SG-Spielern. Die ersten beiden Tore kassierten sie nach eigenen Freistößen, die schwach ausgeführt wurden. Strudden verwertete die Konter zum 2:0. Das Selbstvertrauen der SG, das nach der Heimniederlage der Vorwoche schon einen Knacks hatte, war jetzt ganz unten. In der Nachspielzeit baute Kenneth Janssen die Struddener Führung mit einem Doppelschlag in nur einer Minute auf den 4:0-Endstand aus. „Wir sind jetzt in der A-Klasse angekommen. Wir haben die Großen geärgert und gegen das Schlusslicht verloren“, bilanzierte Breise den bisherigen Saisonverlauf.

Tore: 1:0 Fabricius (39.), 2:0, 3:0, 4:0 Janssen (66, 90.+1, 90.+2).

SG Egels-Popens: Faß, Camaro, Ahmad, Singh, Bangoura, Mustafov, Schuppenies, Camara, Sunken, Tunder, Möhlmann, eingewechselt: 25. Lounici, 45. Ziaei, 46. Löschen, 74. Marin.

Rote Karte bremst Eintracht aus

SV Eintracht Plaggenburg – TuS Großheide 1:3

Plaggenburg startete gut in das Spiel und ging in der 25. Minute in Führung. Ein langer Ball von Jannes Best wurde noch leicht abgefälscht und landete unhaltbar im Gästetor. „Zu diesem Zeitpunkt war die Führung verdient“, bemerkte Eintracht-Trainer Reiner Gesch. In der 32. Minute kassierte der Heidjer Kapitän Lukas Kleen wegen Nachtretens die Rote Karte. Großheide überließ den Gästen das Spielfeld und suchte den Erfolg mit langen Bällen auf ihren Torjäger Andre Röpkes. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verwertete Röpkes einen Steckpass zum Ausgleich.

Kurz nach Wiederanpfiff dann die Heidjer Führung. Röpkes bekam einen Ball an der Mittellinie, ließ einen Verteidiger stehen und traf aus spitzem Winkel in die lange Ecke. Im weiteren Verlauf kamen die Platzherren den langen Bällen auf Röpkes nicht hinterher und der Stürmer feierte in der 68. Minute seinen dritten Treffer. „Unsere Stimmung und Kommunikation, die in der Vorwoche fehlte, war wieder da, aber die Rote Karte für Großheide hat uns irgendwie die Galligkeit genommen“, bilanzierte Gesch.

Tore: 1:0 Best (25.), 1:1, 1:2, 1:3 Röpkes (41., 48., 64.).

SV Eintracht Plaggenburg: Collmann, Hallenga, Schütte, Best, Friedrichs, Fürst (Mannott), Ideus (80. Janssen), Schillmüller, Janssen, Gerdes (72. Dreesch), Ubben.

Rote Karte: TuS Großheide (37.).

Nackenschläge weggesteckt

SC Dunum – VfB Münkeboe 3:4

Münkeboe startete überlegen in die Partie und Derk Detmers unterstrich das bereits nach drei Minuten mit einem Lattentreffer. Nach Vorarbeit von Yannis Raabe über rechts traf Detmers dann in der 16. Minute zur Münkeboer Führung und stellte sieben Minuten später erneut nach Raabe-Vorlage auf 2:0. Dunum kreierte in der ersten Halbzeit keine nennenswerten Chancen. „Die Führung war verdient“, befand Münkeboes Trainer Uwe Delewski. Trotz spielerischer Überlegenheit des VfB gelang Dunum in der 58. Minute der Anschlusstreffer nach einem Abwehrfehler. Zwei Minuten später flutschte VfB-Torwart Reiner Ommen ein Dunumer Torschuss zum 2:2 durch die Finger. „Das waren zwei Nackenschläge“, so Delewski.

Mitte der zweiten Halbzeit entschied der Schiedsrichter nach Foulspiel von Mika Suntken auf Elfmeter für Dunum. Ommen parierte. Im Gegenzug ein VfB-Konter, den Manuel Jacobi nach Steckball von Stefan Janssens zur erneuten Führung abschloss. Ein Missverständnis zwischen Ommen und Julian Keller nutzte Dunums Tammo Vor der Brüggen zum erneuten Ausgleich (79.). In der 90. Spielminute traf der zuvor eingewechselte Pierre Buse nach Vorlage von Timo Deutschmann zum 4:3-Sieg für Münkeboe.

Tore: 0:1, 0:2 Detmers, (16., 23.), 1:2, 2:2 Eilts (58., 60.), 2:3 Jacobi (67.), 3:3 Vor der Brüggen (79.), 3:4 Buse (90.).

VfB Münkeboe: Ommen, S. Janssen (83. Buse), Suntken, Alts, T. Janssen (63. Emken), Jacobi (72. Folkerts), Strömer, Deutschmann, Detmers, Raabe (78. Backer), Keller.

Viel Ballbesitz, aber keine Tore

RSV Visquard – TuS Westerende 3:0

Westerende startete gut und mit zwei Großchancen durch Jonah Kleene und einem aussichtsreichen Freistoß von Marvin Thai in die Begegnung. Zählbares blieb aber aus. Dafür brachte Dunums Ole Wiltfang sein Team in der 18. Minute in Führung, nachdem er eine flache Vorlage auf den zweiten Pfosten verwertete. „Wir dann wieder nicht hinbekommen, das Spiel zu drehen“, ärgerte sich Trainer Klaus Hoofdmann.“ Bezeichnend für das Spiel war das Visquarder 2:0 nach einer Ecke. Die ging zuerst am Tor vorbei. Der Ball kam aber zurück vor das Tor und trotz Überzahl im Strafraum ging kein TuS-Spieler zur Kopfball-Abwehr hoch und Marco von Gerpen netzte ungehindert ein.

In der zweiten Halbzeit dann das seit Saisonstart gewohnte Westerender Bild. Rund 75 Prozent Ballbesitz, gute Aktionen bis zum Strafraum, aber dann folgte die Blockade im Abschluss. Visquard erhöhte dafür in der 90. Spielminute auf den 3:0 Endstand. „Visquard war nicht gut, aber effektiv“, bilanzierte Hoofdmann.

Tore: 1:0 Wiltfang (18.), 2:0 Van Gerpen (40.), 3:0 Wiltfang (90.).

TuS Westerende: Busker, Neumann (46. Hoffmeyer), Tj. Stüven (46. Hölscher), M. Thai, L. Thai (83. Bitzhöfer), To. Stüven, Ihnen (80. Schulze), Ubben, Sparringa, Kleene, Hayenga.

Offener Schlagabtausch

SV Leezdorf – TuS Weene 3:2

Weene war durch Verletzungen und Abwesenheiten personell gebeutelt. Dennoch schaffte es das Trainerteam um Frank Wouk eine Mannschaft aufzustellen, die dem Tabellendritten vor schwere Aufgaben stellte. „Es wurde ein offener Schlagabtausch“, berichtete Wouk. Weene brauchte zehn Minuten, um in das Spiel zu finden, und lauerte tief stehend auf Konterchancen. In der 28. Minute traf dann Matthäus Mendonca Mayer nach Eckball von Marco Frerichs zum 1:0 für Weene. Zwei Minuten später nahm Leezdorfs Stürmer Renke Harms den Ball mit der Brust an und hämmerte ihn aus 14 Metern zum Ausgleich ins Tor. In der 38. Minute verschoss Weene einen Handelfmeter. „Das war in dieser Saison bereits der vierte Elfmeter in Folge, den wir nicht verwerten“, ärgerte sich Wouk.

Nach der Halbzeitpause ging es ausgeglichen weiter. Ein Leezder Eckball wurde dann in der 50. Minute zu kurz abgewehrt und führte zur erneuten Führung der Gastgeber. In der 60. Minute erzielte Marko Siebels per Kopfball den erneuten Ausgleichstreffer nach guter Vorarbeit von Mayer und Jan Bokker. Im weiteren Verlauf hatte Weene mehrere gute Chancen. Der Punktgewinn lag in der Luft. Bei einem Freistoß in der Nachspielzeit warf Leezdorf alles nach vorne. Renke Harms schob sich in die Weener Verteidigungsaktion und nahm den Ball mit dem Arm mit. Der Schiedsrichterpfiff blieb aus und Harms schob zum Siegtreffer ein. „Es ist schade, dass wir für das gute Spiel am Ende nicht belohnt wurden“, sagte Wouk.

Tore: 0:1 Mayer (24.), 1:1 Harms (26.), 2:1 Thiele (50.), 2:2 Siebelts (60.), 3:2 Harms (90.).

TuS Weene: Freitag, Siebelts, Bokker, Schwedler, Lübben, Bontjer, Oppermann, Graver, Mayer, Lübcke, Frerichs.

Ende der Durststrecke

SV Großefehn II U23 – TuRa 46 Marienhafe 2:0

Beide Mannschaften starteten abwartend und nervös in die Begegnung. „Es ist verständlich, dass nach sieben Spielen ohne Punkte das Selbstvertrauen fehlt“, sagte Großefehns Trainer Tomko Ulferts. Der Lichtblick aus Fehntjer Sicht war Torwart Niklas Balssen, der einige Marienhafer Torschüsse entschärfte. Nach einer ansonsten unspektakulären ersten Halbzeit ging es in die Halbzeitpause, Ulferts stellte um. Das zeigte Wirkung. Nach und nach bekamen die Fehntjer Angriffe mehr Struktur und wurden druckvoller. In der 70. Minute traf dann der eingewechselte Johannes Gerdes nach Vorlage von Nils-Ole Zimmermann zur Führung des SVG. Kaum ausgejubelt, klingelte es erneut im Gästetor. Mahmud Tamoyan erzielte nach Vorlage von Jan Saathoff das 2:0. Im weiteren Verlauf war Großefehns Selbstbewusstsein wieder da. „Das war ein wichtiger Sieg. Nachdem wir bisher nur Spiele gegen Mannschaften aus der oberen Hälfte hatten, folgen jetzt die Duelle auf Augenhöhe, in denen wir punkten müssen“, resümierte Ulferts.

Tore: 1:0 Gerdes (70.), 2:0 Tamoyan (71.).

SV Großefehn II U23: Balssen, Rodyk, Janssen, Saathoff, Tamoyan, Kleen, Müller, Meyerhoff, D. Karan, Zimmermann, Steinhorst, eingewechselt: 45. Wessel, Gerdes, 78. Bikker, 82. H. Karan.

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