Köln  VfL Osnabrücks Henning: Gefühlt waren es zwei verlorene Punkte

Moritz Büscher, Benjamin Kraus
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Von Moritz Büscher, Benjamin Kraus
| 28.09.2025 22:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
VfL-Spieler Bryan Henning haderte nach dem Spiel an seiner alten Wirkungsstätte mit dem 0:0 bei Viktoria Köln. Foto: Michael Titgemeyer
VfL-Spieler Bryan Henning haderte nach dem Spiel an seiner alten Wirkungsstätte mit dem 0:0 bei Viktoria Köln. Foto: Michael Titgemeyer
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Die Spieler des VfL Osnabrück waren mit ihrer Leistung beim FC Viktoria Köln in der 3. Fußball-Liga größtenteils einverstanden, dennoch haderten sie nach Spielschluss mit dem Ergebnis (0:0). Die Stimmen zum Spiel.

Jannik Müller, Innenverteidiger und Kapitän des VfL Osnabrück: In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass Viktoria eine spielstarke Mannschaft ist. Da hatten wir immer wieder Probleme, den Zugriff zu finden. Aber wir haben nicht viel zugelassen und die Flanken gut weg verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir es mit dem Ball besser gemacht und versucht, sie hinten rein zu drücken – das ist uns gut gelungen. Wir hatten zwei hundertprozentige Chancen, aber der Ball wollte irgendwie nicht rein. Normalerweise machen wir einen davon – das ist bitter. Wie die Spiele davor haben wir gut gearbeitet und alles weg verteidigt. Theo Janotta hat ein überragendes Spiel gemacht, da ziehe ich den Hut vor. Mit seinen 22 Jahren hat er alles weg verteidigt, rausgeköpft und mit dem Ball immer wieder Lösungen gefunden. Hoffentlich spielt er so weiter. Wenn man unsere erste Partie sieht, hatten wir Probleme mit dem Ball. Das haben wir von Spiel zu Spiel verbessert. Gerade in der zweiten Halbzeit war es eins unserer besten Spiele. Wir arbeiten jetzt daran, diese Leistung 90 Minuten auf den Platz zu bekommen. Am Mittwoch versuchen wir, die drei Punkte zu holen.

Bryan Henning, Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück: Gefühlt waren es zwei verlorene Punkte: Wir gehen jedes Spiel bei einem Unentschieden mit dem Gefühl runter, als ob wir verloren haben. Das ist eine Charaktereigenschaft, die positiv ist, weil wir den Willen haben, jedes Spiel zu gewinnen. Fußballerisch war Viktoria Köln in den ersten acht Spieltagen der am schwierigsten zu bespielende Gegner: Die machen es extrem gut, haben viele Positionswechsel und eine Spielidee, das ist schwer zu verteidigen. Ich freue mich, zu sehen, was für einen Weg die Viktoria geht. Sie hatten zwei, drei Umschaltmomente, in denen sie es gut machen. Wir standen hinten sehr kompakt und hatten die klareren Chancen, um drei Punkte einzufahren, die ich gerne geholt hätte. Ein Sieg wäre verdient gewesen. Es ist eine Englische Woche: Wir können gar nicht so viel über das Spiel nachdenken, weil wir Mittwoch in drei Tagen gegen Regensburg schon wieder spielen. Da versuchen wir, unser Spiel weiter durchzubringen und das Spiel zu gewinnen.

Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Wieder ein Punkt mehr für uns, der sich nach dem Spiel vielleicht sogar ein bisschen blöd anfühlt, weil wir gerade in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Leistung gebracht haben. Wir haben hinten bis tief in die Nachspielzeit fast gar nichts zugelassen, bis auf ein paar Standardsituationen. Aber, das muss auch gesagt werden: Wir haben heute gegen ein sehr starkes Team mit klaren Abläufen gespiel: Viktoria schafft es immer wieder, aus dem Druck herauszuspielen und zu verlagern – da hatten wir schon über 90 Minuten auch alle Hände voll zu tun, vor allem in den Eins-gegen-eins-Duellen. Obwohl es ein 0:0 war, war es für die Zuschauer glaube ich gut anzuschauen. Die torgefährlicheren Szenen waren eher auf unserer Seite, aber wir haben es halt nicht geschafft, den Ball über die Linie zu drücken.

Marian Wilhelm, Trainer FC Viktoria Köln: Wir haben hier gegen Osnabrück ein Duell auf Augenhöhe gesehen – das ist für uns schon immer noch etwas Besonderes. In der ersten Halbzeit sind wir gut ins Spiel gekommen, hatten auch eine hohe Spielkontrolle und viele gefährliche Momente, die wir dann leider nicht immer klar bis zur Torchance ausspielen, weil der letzte Pass nicht ankommt. Aber wir haben es abseits davon gut geschafft, das Spiel von unserem eigenen Tor wegzuhalten. In der zweiten Halbzeit hat Osnabrück dann mehr das Ruder übernommen. Dennoch bin ich stolz, wie wir im Spiel geblieben sind, auch wenn wir die Intensität über 90 Minuten nicht ganz so hoch halten konnten wie in der ersten Halbzeit. Dadurch ergaben sich dann schon ein, zwei große Chancen auf Osnabrücker Seite, wo Arne Schulz in unserem Tor heute einen ganz großen Tag hatte – und das aus der kalten Hose nach Dudus kurzfristigem Ausfall. Dennoch habe auch ich ein komisches Gefühl nach dem 0:0, weil wir in der Nachspielzeit noch ein paar sehr gute Chancen hatten. Klar war, dass wir gegen Osnabrück nicht eine Torchance nach der anderen herausspielen, deshalb hätten wir da noch etwas zielstrebiger abschließen müssen. So denke ich insgesamt, dass das 0:0 in Ordnung geht.

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