Neumünster  Maddie-Verdächtiger Christian B. räumt Wohnung in Neumünster unter Polizeischutz

Hannes Harding
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Von Hannes Harding
| 28.09.2025 17:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Christian B. lebte nach seiner Haftentlassung einige Tage in Neumünster. Das sorgte für große Aufregung – befeuert durch Social Media und Yellow Press. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Christian B. lebte nach seiner Haftentlassung einige Tage in Neumünster. Das sorgte für große Aufregung – befeuert durch Social Media und Yellow Press. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
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Christian B., der Hauptverdächtige im Fall der vermissten Maddie McCann, hat Neumünster verlassen. Zuvor war sein Aufenthaltsort im Netz bekannt geworden. Kurz darauf musste die Polizei anrücken.

Der Hauptverdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., hat Neumünster verlassen. Das bestätigte Polizeisprecherin Constanze Becker gegenüber unserer Redaktion. Der Fall hatte tagelang für Aufregung gesorgt, vor allem auf Social Media wurde zu einer regelrechten Hetzjagd geblasen.

Als der Aufenthaltsort des 48-Jährigen im Netz veröffentlicht wurde, griff die Polizei ein. Im Internet kursiert ein Video, das den Einsatz vom Samstagabend zeigt. Polizisten geleiten den Mann unter Buhrufen und Gepöbel von Passanten aus einem Mehrfamilienhaus in Neumünster. Die Polizei gibt sich bedeckt. Allerdings bestätigt Polizeisprecherin Becker: „Nach polizeilichen Erkenntnissen ist Christian B. nicht mehr in Neumünster.“

Christan B. war am 17. September nach siebeneinhalb-jähriger Haft aus dem Gefängnis im niedersächsischen Sehnde entlassen worden. Dort saß er ein, weil er im Jahr 2005 in Portugal eine 72-Jährige vergewaltigt hatte.

Vor fünf Jahren geriet Christian B. erneut ins Visier von BKA und Staatsanwaltschaft, weil sie ihn für verdächtig hielten, am Verschwinden der kleinen Maddie McCann in Portugal im Jahr 2007 beteiligt gewesen zu sein. Noch heute halten die Ermittler der 48-Jährigen für den Hauptverdächtigen in diesem Fall. Zu einer Anklageerhebung ist es aber bislang nicht gekommen.

Nachdem bekannt wurde, dass sich Christian B. in Neumünster obdachlos gemeldet hatte und von der Stadt in einer Wohnung untergebracht werden musste, geriet Neumünster international in die Schlagzeilen. Vor allem der britische Boulevard spürte dem Mann nach und setze alles daran, Christian B.s Aufenthaltsort herauszufinden.

Im Internet wurde heftig diskutiert, aber vor allem Panik erzeugt. Die Polizei behielt Christian B., den Experten nach wie vor für gefährlich halten, nach seiner Haftentlassung im Visier, er muss eine Fußfessel tragen und strenge Auflagen erfüllen. Wo sich Christian B. aufhält, ist unbekannt.

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