Aktion im Europahaus  Das gab es beim Ostfriesischen Apfeltag und dem „Fairen Frühstück“

| | 28.09.2025 16:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Drei der Gründer des Vereins: Onno Ahrends (links), der Vorsitzende Manuel Becker und Gertrud van Mark. Foto: Lasse Paulsen
Drei der Gründer des Vereins: Onno Ahrends (links), der Vorsitzende Manuel Becker und Gertrud van Mark. Foto: Lasse Paulsen
Artikel teilen:

Im Europahaus in Aurich drehte sich am Sonntag alles um Äpfel in jeglicher Form. Außerdem ging es um Fairness, Vielfalt und Regionalität.

Aurich - Der Duft von frischen Äpfeln erfüllte am Sonntag den Großteil des Europahauses in Aurich. Egal, ob Apfelsaft, Sidre oder unverarbeitete Früchte: Die Mitglieder des Vereins „Ostfrieslands Streu-obstwiesen“ boten viele Variationen. Der Verein feierte mit dem Apfeltag im Europahaus sein zehnjähriges Bestehen, erklärt der Vorsitzende, Manuel Becker.

Mit Schwerpunkten in Großefehn und Rahe hat der Verein 85 Mitglieder über ganz Ostfriesland verteilt, so Becker. Einer von ihnen ist Lothar Müller. Seine Frau und er stellen seit sieben Jahren privat Sidre her. Seit Mai verkaufen sie den Apfelschaumwein auch unter dem Namen „Amdörper Side“. „Wir haben uns damals gefragt, was mit all dem Fallobst passiert“, erklärt Müller. Das Meiste werde entsorgt. „Was andere wegwerfen, verwerten wir weiter.“ Er und seine Frau würden auch Äpfel, die bei Privatleuten übrig bleiben, ankaufen.

Mehr als 100 Hektar Streuobstwiesen

Die Mitglieder des Vereins betreuen inzwischen mehr als 100 Hektar Streuobstwiesen, sagt Mitglied Johann van Mark. Darauf wachsen mehrere Hundert verschiedene Apfelsorten. Viele Äpfel davon gehen an den Verein „Blühendes Emden“. Einer, der sich engagiert, ist Manfred Hallwaß. Es gebe zum Beispiel ein Projekt, bei dem die Emder sich um aussterbende Apfelsorten kümmern, sagt er. Dabei haben sie 400 Bäume mit 200 verschiedenen Arten angepflanzt.

Es seien mehr als 2000 alte Apfelsorten bekannt, erklärt der Mitorganisator des Apfeltages, Matthias Bergmann. Diese Sorten haben eine Besonderheit, erklärt Vereinsvorsitzender Becker. Sie enthalten wesentlich mehr Polyphenol. Das sei der Stoff, der gesundheitsfördernd sei, so Becker. Allerdings habe man ihn aus neuen Apfelsorten herausgezüchtet, weil Polyphenol die Äpfel schneller braun werden lasse. „Wenn ein Apfel braun wird, ist das sozusagen ein Qualitätsmerkmal“, erklärt Becker. Einen Vorteil hätten die alten Sorten besonders für Allergiker. Durch das erhöhte Polyphenol würden sie die Äpfel in der Regel wesentlich besser vertragen.

Michael Seewald schärft das Blatt einer Sense. Foto: Lasse Paulsen
Michael Seewald schärft das Blatt einer Sense. Foto: Lasse Paulsen

Biegsam und trotzdem schärfer als ein Messer

Der Großefehntjer Michael Seewald brachte die klassische Sense mit in das Europahaus. Er ist im Sensenverein Deutschland tätig und gibt sogar Lehrgänge für den Umgang mit dem Werkzeug. Besonders an der Klinge einer Sense sei der Winkel, in dem die beiden Flanken aufeinandertreffen würden. Bei einem Messer seien das in der Regel 30 Grad, sagt er. Damit die Sense Grashalme schneiden kann, müsse sie aber wesentlich schärfer sein. Dafür wird sie mit einem Hammer flach geklopft. Das nennt man dängeln. Wenn die Klinge fertig gedängelt wurde, ist die Kante so fein, dass sie sich verbiegt, sobald Druck von der Seite darauf kommt. Selbst Grashalme könnten sie im Zweifel verbiegen, so Seewald.

Faires Frühstück mit Bürgermeister

Etwas früher als der Apfeltag, begann um 10 Uhr ebenfalls im Europahaus das „Faire Frühstück“ der Stadt Aurich – als traditioneller Abschluss der „fairen Woche“. Und die war in diesem Jahr durchaus erfolgreich, sagte Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann. Die Angebote seien größtenteils gut angenommen worden, zum Beispiel die Second-Hand-Modenschau im „Zwischenraum“.

Gert Pohlenz-Schomann und Mareike Neudeck vom Weltladen. Foto: Lasse Paulsen
Gert Pohlenz-Schomann und Mareike Neudeck vom Weltladen. Foto: Lasse Paulsen

Das bestätigte Gert Pohlenz-Schohaus vom Weltladen in Aurich. Er habe vor dem Geschäft in der Burgstraße mit den Leuten geredet. Es ging in diesem Jahr um Vielfalt und wie sie Einfluss auf fairen Handel habe. Ein Beispiel sei die „Fairafric“-Schokolade. Sie werde direkt in Afrika hergestellt, wodurch dort inzwischen 120 Arbeitsplätze geschaffen worden seien.

Fair und vielfältig sollte auch das Frühstück sein. Pohlenz-Schohaus betonte, dass man sich für das Frühstück im Europahaus entschieden habe, weil die Küche dort ausgezeichnet sei. Es werde besonders viel Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität gelegt. Das passe einfach perfekt zu dem Thema der „Fairen Woche“. Auch seine Kollegin Mareike Neudeck war begeistert von dem Angebot im Europahaus.

Ähnliche Artikel