Osnabrück  Landratswahl 2026: Grüne im Landkreis Osnabrück nominieren Anna Kebschull offiziell

Marcus Alwes
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Von Marcus Alwes
| 28.09.2025 14:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach der Entscheidung: Osnabrücks Landrätin Anna Kebschull (Mitte) mit den Parteisprechern des Kreisverbandes der Grünen, Maggy Moog und Fabian Sommer. Foto: Marcus Alwes
Nach der Entscheidung: Osnabrücks Landrätin Anna Kebschull (Mitte) mit den Parteisprechern des Kreisverbandes der Grünen, Maggy Moog und Fabian Sommer. Foto: Marcus Alwes
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Die Grünen im Osnabrücker Land haben Anna Kebschull nun auch offiziell zu ihrer Landratskandidatin gekürt. Die CDU kündigt unterdessen an, ihren Gegenkandidaten zu Ende Oktober vorstellen zu wollen. Unsere Redaktion ordnet ein und beschreibt die politische Situation im Landkreis.

Dass die Grünen als erste Partei die Kandidatennominierung für die Landratswahl 2026 abgeschlossen haben, ist wenig überraschend. Sie stellen mit der 52-jährigen Anna Kebschull aus Bad Rothenfelde die Amtsinhaberin. Und genau die wollen sie wieder unterstützen.

Das Votum der entsprechenden Versammlung der grünen Basis fiel entsprechend einmütig aus. Mehr als 40 anwesende Parteimitglieder stimmten zu. Gegenstimmen: keine. Enthaltungen: zwei. Ausdrücklich mitgetragen und gebilligt wurde – nach kurzer Aussprache – zudem eine überparteiliche Kandidatur von Kebschull.

Die Strategie der Grünen ist dabei klar erkennbar. Zum einen wollen sie ihre Botschaft unterstreichen, dass die studierte Chemieingenieurin nach mehreren Jahren im Amt eine Landrätin für alle Bürger sei und nicht nur für klassische Grün-Wähler. Zum anderen soll die Entscheidung über die Position des Osnabrücker Landrates im September nächsten Jahres offenbar ganz bewusst vom Bundes- und Landestrend der Partei entkoppelt werden. Ein durchaus geschickter Schachzug.

Wie die politische Großwetterlage am Wahltag aussehen wird, kann zur Stunde jedoch niemand sicher voraussagen. Bleiben die Umfragewerte für die Grünen weiter mäßig, oder geht Kebschull mit Rückenwind aus Berlin und Hannover in den Landratswahlkampf? Die Kandidatur als parteiunabhängige Einzelbewerberin macht die kommenden Monate für die Landrätin vielleicht ein Stück einfacher.

Die Ansprache von Kebschull vor der Grünen-Basis bestätigte ferner jene Themen, die die Chefin der Kreisverwaltung für sich auf der Habenseite sieht und von denen sie überzeugt ist, damit beim Wähler punkten zu können: Fortschritte und Finanzierungssicherung beim kommunalen Breitbandausbau, aber auch das Ringen um eine gute Gesundheitsversorgung in einem weiten Flächen-Landkreis. Ferner neue Mobilitätsprojekte, der Einstieg in eine grundlegende ÖPNV-Reform sowie eine wirtschaftsfreundliche Ausrichtung im Verbund mit der Stadt Osnabrück.

Die Entwicklungen seien angeschoben. Doch sie sei mit ihren Vorhaben noch nicht fertig, so Kebschull, „ich möchte die Themen weiter voranbringen“. Dabei hoffe sie auf Mitstreiter aus anderen Parteien, aber auch aus Vereinen und Verbänden im Kreisgebiet. Ob dieser Ansatz Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Nicht mitmachen bei einer Unterstützung von Kebschull will die CDU. Die Union hat eine vierköpfige Kommission eingesetzt, die einen aussichtsreichen Gegenkandidaten finden und vorschlagen soll. Der Kreis möglicher Kandidaten sei inzwischen deutlich verkleinert worden, macht der Kreisvorsitzende Christian Calderone auf Anfrage unserer Redaktion deutlich. Doch noch seien die Gespräche mit den Bewerbern nicht abgeschlossen, sondern in vollem Gange. Der Ausgang sei offen.

Calderone hofft allerdings, dass die Christdemokraten nach den Herbstferien – das wäre Ende Oktober – ihren Landratskandidaten präsentieren können.

Dieser wird aber auf jeden Fall mit einem Problem zu kämpfen haben, das auch Kebschull auf der Mitgliederversammlung der Grünen benannt hatte: „Wir haben eine schwierige Haushaltslage.“ Soll heißen, in der Kasse des Landkreises Osnabrück klafft ein so großes Finanzloch wie wohl noch nie zuvor. Diese Situation wird die politischen Debatten und Entscheidungen in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen – egal, wer am Ende die Landratswahl 2026 gewinnt.

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