Bauvorhaben  Neue Pläne für grüne Wiese in Marienhafe

| | 26.09.2025 19:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am 10. September schlugen Landvermesser zur Markierung eines Grundstücks Grenzpflöcke auf dem Grünland an der Kirchstraße ein. Foto: Thomas Dirks
Am 10. September schlugen Landvermesser zur Markierung eines Grundstücks Grenzpflöcke auf dem Grünland an der Kirchstraße ein. Foto: Thomas Dirks
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Das millionenschwere Seniorendorf-Projekt in Marienhafe ist geplatzt. Jetzt ist ein neues Vorhaben für die Fläche an der Kirchstraße im Gespräch.

Marienhafe - Wohnen auf der grünen Wiese: Neue Pläne gibt es für eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Kirchstraße in Marienhafe. Zuletzt sollte dort ein Senioren-Wohnpark entstehen. Das Vorhaben platzte. Jetzt gibt es neue Überlegungen, bestätigte der Eigentümer der Fläche, der Marienhafer Landwirt Johannes von Essen, auf Anfrage.

Zur Erinnerung: Wie mehrfach berichtet, sollten auf einer 27.000 Quadratmeter großen Landfläche 10.000 Quadratmeter Wohnfläche geschaffen werden. Ziel war es, Wohnkonzepte für ein gutes Leben im Alter zu entwickeln. Ältere Menschen sollten sich in dem „Seniorendorf“ mit dem Namen „Brok Marienhafe“ Wohnraum mieten oder kaufen und ihre persönlichen Möglichkeiten und Wünsche umsetzen können, so der Plan. Bei Bedarf sollten ihnen auch stationäre und ambulante Pflegeleistungen angeboten werden. Das Seniorendorf sollte mehrere Gebäudeeinheiten umfassen, in denen rund 120 barrierefreie Wohnungen entstehen sollten. Etwa 35 Millionen Euro sollten in Marienhafe investiert werden. So plante es das Koblenzer Unternehmen Inovavita, dessen Vertreter das ambitionierte Projekt Ende November 2022 vorgestellt hatten.

Kaufvertrag kam nicht zustande

Doch daraus wurde nichts. „Außer Spesen nichts gewesen“, verkündete von Essen im November vergangenen Jahres. Der Kaufvertrag zwischen ihm und der Inovavita sei nicht zustande gekommen. Bedingung dafür war eine Baugenehmigung. Doch um die hat sich die Inovavita laut von Essen nicht bemüht. Ein Bauantrag wurde demnach nie gestellt. Kurz danach gab es neue Pläne für von Essens Ländereien an der Marienhafer Kirchstraße. Ein neuer Investor bekundete Interesse am Kauf der etwa 2,5 Hektar Land. Der Geschäftsmann aus Trier bestätigte dies seinerzeit auf Anfrage. Er sei in Sondierungsgesprächen mit der Gemeindeverwaltung, berichtete er. Im Rathaus aber stieß sein Vorhaben nicht auf Zustimmung. Laut von Essen verlief auch diese Initiative im Sand.

Jetzt gibt es laut von Essen einen neuen Anlauf, sein Land zu nutzen. Wie er sagte, wolle ein Investor aus Südbrookmerland dort 18 Wohneinheiten bauen, die von dem Betreiber eines Brookmerlander Pflegedienstes betrieben werden sollen. Bei einem Treffen im Rathaus im August sei das mit der Verwaltung erörtert worden.

Auf dem Land an der Kirchstraße, das dem Landwirt Johannes von Essen gehört, soll gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
Auf dem Land an der Kirchstraße, das dem Landwirt Johannes von Essen gehört, soll gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
Er stehe zu seinem Wort und sei bereit, sein Land zu den genannten Bedingungen zu verkaufen, sagte von Essen. Verkauf heißt für ihn Flächentausch. Der 72-jährige Landwirt würde sein Land gegen Flächen in Leezdorf und Marienhafe übereignen. Dies sei zwischen ihm, seinem Sohn und den Marienhafer Verwaltungschef Gerhard Ihmels und Jochen Behrends bereits im Januar dieses Jahres „per Handschlag“ so besiegelt worden. Schriftliche Verträge gebe es bisher nicht.

Sanitärbetrieb erwirbt Grundstück

Auf Anfrage dieser Redaktion teilte Ihmels am Freitag mit, dass aktuell keine konkreten Planungsabsichten für die „Rest-Grünfläche von Herrn von Essen“ gibt. Wohl aber gebe es Überlegungen seitens der Gemeinde, diese Fläche zu erwerben. Diese seien aber noch nicht zum Abschluss gebracht, so Ihmels. Seinen Angaben nach gab es zwischenzeitlich ein Gespräch mit einem Interessenten, der die Fläche zwar nicht erwerben, aber eventuell baulich entwickeln will. „Bevor hier weitere Gespräche unter Einbindung der politischen Gremien erfolgen können, muss zunächst die Frage des eventuellen Erwerbs geklärt sein“, schreibt Ihmels in seiner Antwort.

Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden (SPD) bestätigte, dass die politischen Gremien seiner Gemeinde noch nicht wieder mit dem Thema befasst wurden. „Mehr als Gerüchte kenne ich nicht“, sagte er.

Mit einem Bagger wurde die Zufahrt von der Straße Langhörn zum neuen Grundstück der Firma Jo. Thomes gebaut. Foto: Thomas Dirks
Mit einem Bagger wurde die Zufahrt von der Straße Langhörn zum neuen Grundstück der Firma Jo. Thomes gebaut. Foto: Thomas Dirks

Eine 1,43 Hektar große Teilfläche hatte die Gemeinde Marienhafe bereits von Landwirt von Essen erworben. Sie liegt direkt an der Kirchstraße und der Straße Langhörn. Wie Tjaden bestätigte, wurde davon ein 1700 Quadratmeter großes Grundstück an die Firma Heizung, Sanitär, Solar Jo. Thomes verkauft, die dort – neben ihrem jetzigen Standort – eine neue, größere Betriebsstätte bauen will. Am 10. September haben Mitarbeiter des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen die Grundstücksgrenzen festgelegt und markiert.

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