Osnabrück Jugendparlament fordert mehr öffentliche Sitzbänke mit Tisch für Osnabrück
Wo in Osnabrück können Jugendliche oder auch Familien unter freiem Himmel am Tisch sitzen – ohne etwas zu Essen oder zu Trinken bezahlen zu müssen? Das Jugendparlament findet: an viel zu wenigen Orten. Und schlägt Tisch-Bank-Kombinationen für viele Orte vor. Nun hat erstmals die Lokalpolitik über die Idee gesprochen. So kam sie an.
Wer in der Stadt gerne unter freiem Himmel am Laptop arbeiten oder sich mit Freunden zum Trinken und Essen zusammensetzen will, kennt das Problem nur zu gut: Tische und Stühle gibt es fast nur vor Restaurants oder Cafés. Wer sie nutzen will, muss vor Ort bestellen. Das Osnabrücker Jugendparlament will das nun ändern und hat eine Idee: dass an städtischen Schulen, Bolz- und Spielplätzen und mehr öffentlichen Orten Tisch-Bank-Kombinationen aufgestellt werden.
„Zum Beispiel am Marktplatz, am Schlossgarten nahe der Mensa, am Rubbenbruchsee“, zählt Benedikt Knillmann auf. Der Schüler sitzt für das Osnabrücker Jugendparlament mit im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Da wurde die Idee am Donnerstag (25. September) jetzt erstmals besprochen.
„Es wäre toll, wenn wir diesen Antrag durchbekommen“, sagte er im Vorhinein. Ja, die Stadt müsse sparen, aber mit den Tisch-Bank-Kombinationen könnte die Aufenthaltsqualität für Jugendliche und wirklich alle Osnabrücker gesteigert werden, ist er überzeugt.
Wie hat die Politik darauf reagiert? Kurz und knapp: begeistert. Von Grüne/Volt über CDU bis SPD und FDP gab es ausschließlich Zuspruch. „Die Idee finde ich ganz klasse, diese Kombinationen fehlen hier“, sagte etwa Anette Meyer zu Strohen (CDU).
Andere Fachpolitiker brachten noch weitere Ideen ein. Heiko Panzer von der SPD etwa schlug das Pop-up-Café auf der grünen Mitte des Landwehrviertels vor. Für die Finanzierung könnte man beim Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) andocken und das Projekt Bankpaten um die Tisch-Bank-Kombinationen erweitern. „Damit die Menschen aus der Stadtgesellschaft auch dafür spenden können“, erklärte er.
Volkmar Seliger von den Grünen brachte Solarleuchten mit LED ins Spiel, damit die Bänke und Tische auch nach Anbruch der Dunkelheit genutzt werden könnten. Oliver Hasskamp von der FDP erzählte, wie er erst kürzlich im Baltikum im Urlaub überall diese Kombinationen gesehen habe, die gerade auch für Familien eine tolle Möglichkeit seien. Den Adolf-Reichwein-Platz schlug er als weiteren Standort vor.
Alle Ideen werden wahrscheinlich nicht umgesetzt werden können, allein des Geldes wegen. „Wir müssen schauen, was es kostet und es dann der Verwaltung überlassen, geeignete Standorte zu finden“, sagte Anette Meyer zu Strohen (CDU).
Zwar hat die Stadtverwaltung wegen Personalnot und Sommerferienzeit noch nicht auf den Vorschlag des Jugendparlaments reagieren können, auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses reagierte Stadtbaurat Thimo Weitemeier aber ziemlich positiv: „Es wäre mit Blick auf die Kosten gut, wenn wir das standardisieren. Ein paar Standorte sind nicht so gut, aber es gibt ganz viele, wo wir die Tisch-Bank-Kombination für eine gute Idee halten.“
Wie geht es nun weiter? Die Verwaltung hat angekündigt, die Ideen bis zum nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 30. Oktober zu prüfen und zu bewerten. Im Anschluss sollen dann die politischen Gremien beraten.