Osnabrück  „Hilfsbereitschaft in Osnabrück ist beeindruckend“: Schon 69.000 Euro für Straßenambulanz

Christian Ströhl
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Von Christian Ströhl
| 28.09.2025 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen ist ein großes Problem. Osnabrück will dafür 2026 eine Straßenambulanz etablieren. Die Chancen stehen sehr gut. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen ist ein großes Problem. Osnabrück will dafür 2026 eine Straßenambulanz etablieren. Die Chancen stehen sehr gut. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Wohnungslose fallen oft durchs Raster – insbesondere bei der medizinischen Versorgung. In Osnabrück soll eine mobile Straßenambulanz diese Situation künftig verbessern. Auf einen Spendenaufruf von Bürgerstiftung Osnabrück und SKM folgte eine Welle der Solidarität.

Medizinische Versorgung für Wohnungslose ist ein großes Problem – auch in Osnabrück. Das zu ändern hat sich der katholische Verein für soziale Dienste (SKM) zusammen mit der Bürgerstiftung Osnabrück zu ihrem 25. Jubiläum vorgenommen. Im Mai riefen beide Organisationen dazu auf, für eine mobile Straßenambulanz zu spenden. Die Resonanz war enorm.

Ursprünglich wurden 50.000 Euro als Spendenziel bis Ende 2025 ausgegeben. Dieser Betrag ist dank der Spendenbereitschaft der Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger sowie ansässiger Unternehmen bereits Ende September weit übertroffen worden. Schon 69.000 Euro wurden gespendet. Das hat Auswirkungen auf die Pläne für die Straßenambulanz. Das Projekt wächst.

Gemeinsam mit der Ärztin Dr. Cornelia Völckers, die das Projekt maßgeblich initiiert hat, wurde deshalb entschieden, die Vision zu erweitern, heißt es nun in einer Pressemitteilung: Statt eines einfachen Transporters soll nun ein medizinisch ausgestattetes Fahrzeug angeschafft werden, das eine grundlegende medizinische Behandlung direkt vor Ort ermöglicht.

Das entspricht auch den Wünschen der bisherigen Mediziner, die sich mit Dr. Cornelia Völckers ausgetauscht haben und Ihre Unterstützung zugesichert haben. Damit entsteht in Osnabrück ein Modellprojekt, das die Gesundheitsversorgung wohnungsloser Menschen deutlich verbessert. Das neue Spendenziel liegt bei 100.000 Euro.

Die Perspektive für das Projekt scheint gut. Völkers ist es laut Pressemitteilung gelungen, ein Netzwerk aus ehrenamtlich tätigen Ärztinnen und Ärzten aufzubauen. Diese sollen sicherstellen, dass künftig nach einem festen Fahrplan mehrmals pro Woche an unterschiedlichen Standorten in Osnabrück Behandlungen stattfinden können. Es werden jedoch dringend weitere Mediziner gesucht, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen.

Ulrike Burghardt, Vorsitzende des Vorstands der Bürgerstiftung Osnabrück, sagt: „Ich bin sehr glücklich über das gemeinsame Engagement und die großartige Unterstützung für ein Projekt, das Menschen so nachhaltig unterstützt – Menschen, die wie alle anderen Osnabrückerinnen und Osnabrücker zu uns gehören.“

Bürgerstiftungsvorstand, SKM und Sozialer Dienst betonen: „Wir sind überwältigt von der Unterstützung der Osnabrücker Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft. Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn eine Stadtgesellschaft zusammensteht.“ Jetzt gelte es, den nächsten Schritt zu gehen und die Straßenambulanz so auszustatten, dass echte medizinische Hilfe geleistet werden könne.

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