Osnabrück Nach Flucht aus Ameos Klinikum Osnabrück: Entflohener 35-Jähriger in Bremen festgenommen
Die Polizei hat den aus der psychiatrischen Klinik in Osnabrück geflohenen 35-Jährigen festgenommen. Der Mann war bundesweit gesucht worden. Die Umstände seiner Flucht werden nun geprüft. Erste Informationen hat die Polizei bereits.
Der 35-jährige Mann, der am Dienstag, 23. September, aus einem psychiatrischen Krankenhaus in Osnabrück entwichen war, wurde am Donnerstagvormittag, 25. September, im Umfeld des Bremer Hauptbahnhofs ausfindig gemacht. Kräfte eines Mobilen Einsatzkommandos der Landespolizei Bremen nahmen den Mann um 9.34 Uhr fest. „Er leistete keinen Widerstand“, sagt Polizeisprecher Matthias Bekermann.
Zunächst war die Bevölkerung öffentlich gewarnt worden, dass der 35-Jährige gefährlich sein könnte. Medienberichten zufolge soll er im November 2019 einen Flüchtling vor dem Einkaufsmarkt im Landkreis Stade mit einem Messer umgebracht haben. Die Polizei bat darum, dem Entflohenen nicht zu nahe zu kommen oder ihn gar anzusprechen.
Nach der Herausgabe der Öffentlichkeitsfahndung gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein. Die meisten kamen aus Osnabrück und Umgebung. Dass der Gesuchte in Osnabrück geblieben war, schien den Ermittlern jedoch zweifelhaft. Er habe keine Kontakte in Osnabrück oder Umgebung, es habe für ihn somit keine Anlaufstellen gegeben, hieß es von der Polizei. Daher wurde der 35-Jährige bundesweit gesucht. Die Einschätzung hat sich nun als richtig herausgestellt.
Dem aktuellen Stand der Ermittlungen zufolge verließ der Mann Osnabrück zeitnah in Richtung Bremen. „Es liegt die Vermutung nahe, dass er mit einem Zug fuhr“, so Bekermann. Zivilfahndern der Bundespolizei Bremen fiel der Gesuchte am Donnerstagmorgen bei der Auswertung von Videoaufnahmen des Hauptbahnhofs auf.
Die Zivilfahnder machten sich daraufhin im Bahnhofsumfeld auf die Suche nach dem 35-Jährigen. Lokalisiert wurde er schließlich in einem Park, der an den Hauptbahnhof grenzt. Zivilkräfte eines Mobilen Einsatzkommandos der Polizei Bremen sprachen den Mann an und nahmen in schließlich widerstandslos fest.
Aber wie konnte der psychisch kranke Mann überhaupt aus dem Ameos Klinikum in Osnabrück entkommen? Von der Klinikverwaltung ist keine Stellungnahme zu bekommen, man verweist auf das niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung als zuständige Behörde.
„Das niedersächsische Gesundheitsministerium wurde als Fachaufsicht umgehend vom Ameos Klinikum Osnabrück über die Entweichung des Patienten informiert“, teilt dessen Sprecherin Lea Karrasch auf Anfrage mit. „Wir sind mit der Klinikleitung im Austausch, wie es zu der Entweichung kommen konnte.“ Nähere Erkenntnisse gibt es aktuell nicht. Soviel scheint jedoch sicher: „Der Mann hat keine Gewalt angewendet und niemanden bedroht“, so Polizeisprecher Matthias Bekermann.
Bereits 2017 war einem eingewiesenen Straftäter die Flucht aus dem Ameos-Klinikum gelungen. Der wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung verurteilte Mann hatte einen Moment der Unachtsamkeit genutzt, als sich sein Aufpasser während eines gemeinsamen Einkaufsbummels auf der Toilette eines Schnellimbisses befand. Da der Mann als nicht gefährlich galt, wurde nach ihm nicht öffentlich gefahndet.