Osnabrück Campus Festival 2025 in Osnabrück: Das Lärmschutzkonzept ging auf, aber ...
Am Samstag, 20. September, fand an der Halle Gartlage das Osnabrücker Campus Festival 2025 statt. Zu hören war die Musik bis nach Haste und in die Dodesheide. Nach Beschwerden der Anwohner reagieren nun die Stadt Osnabrück, die Polizei und der Veranstalter.
Die Anwohner im Stadtteil Schinkel sind Kummer gewöhnt. Pro Saison richtet der VfL Osnabrück im Stadtion an der Bremer Brücke 17 Heimspiele aus. Vor, während und nach den Spielen schallen Freude, Wut, Enttäuschung und Fangesänge in den Stadtteil.
An 20 Tagen im Jahr drehen sich zum Frühlings- und Herbstjahrmarkt an der Halle Gartlage die Fahrgeschäfte, inklusive dröhnender Musik und großem Feuerwerk an den Wochenenden. Jetzt etabliert sich das Veranstaltungsgelände noch dazu zum Austragungsort von Musikveranstaltungen. Voriges Jahr fand an der Halle Gartlage das „Stars for free“-Festival mit 17.000 Besuchern statt. Am Samstag, 20. September 2025, folgte das Campus Festival mit mehr als 10.000 Gästen.
Um die direkten Anwohner vor Lärm zu schützen, tritt bei solchen Open-Air-Veranstaltungen ein Lärmschutzkonzept in Kraft. Neben einer Begrenzung der Lautstärke wird darin im Fall der Halle Gartlage auch die Position der Bühne festgelegt. Damit die Musik nicht in den angrenzenden Stadtteil Schinkel schallt, stehen die Bühnen im hinteren nördlichen Teil des Geländes. Übermäßig laut war es im Schinkel während des Campus Festivals deshalb nicht. Dafür schallten die Musik und der Bass bis nach Haste und in die Dodesheide.
„Die Genehmigung des Festivals fußt auf der Grundlage einer schalltechnische Stellungnahme eines Ingenieursbüros“, teilt die Stadt Osnabrück auf Nachfrage mit. Grundsätzlich gelte bei Open-Air-Veranstaltungen die bundesweit einheitliche „TA-Lärm“.
Darin wird der Immissionswert von sogenannten seltenen Ereignissen auf 70 Dezibel begrenzt. Kurzfristige Geräuschspitzen dürfen maximal 20 Dezibel darüber liegen. Auf dem Veranstaltungsgelände darf die Lautstärke zum Schutz des Publikums nicht mehr als 93 Dezibel betragen.
„Diesen Grenzwert haben wir eingehalten“, sagt Christoph Hengholt, der als Goldrush-Chef für das Festival Verantwortung zeichnet. Auch die Polizei Osnabrück war während der Veranstaltung anwesend und hat Messungen durchgeführt. Sie teilt auf Nachfrage mit, dass auch sie vor Ort keine Überschreitung der Lautstärke feststellen konnte. Um 22.40 Uhr war die Veranstaltung beendet. Genehmigt war sie bis 23 Uhr.
Beim Ordnungsamt der Stadt seien zum jetzigen Zeitpunkt zehn Beschwerden eingegangen, die mit dem Campus Festival in Bezug stehen. „Der Veranstalter hatte die Auflage, ein Messprogramm während der Veranstaltung durchzuführen“, teilt die Stadt weiter mit. „Diese Messwerte sind mittlerweile angefordert worden.“
Das Campus Festival soll am 19. September 2026 erneut stattfinden. Die Stadt Osnabrück hat deshalb mit dem Veranstalter eine Nachbesprechung anberaumt, bei der es auch um die Lautstärke gehen soll.
Am Standort der Halle Gartlage will Goldrush-Chef Hengholt aber festhalten: „Das Veranstaltungsgelände ist für unsere Besucher gut zu erreichen und bietet genug Fläche, um weiterzuwachsen. Daraus ergibt sich für uns als Veranstalter eine langfristige Perspektive für ein Festival, das die junge Generation in den Blick nimmt und bis jetzt in Osnabrück gefehlt hat.“