Förderverein ruft zur Demo auf Norder sollen für Gesundheitsversorgung auf die Straße gehen
Der Förderverein der UEK Norden ruft zu einer Demonstration für die medizinische Versorgung auf. Auch Ärzte sorgen sich um die Zukunft des Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) und der Notfallambulanz.
Norden - Sie wollen für die Sicherung der medizinischen Versorgung in Ostfriesland auf die Straße gehen: Dafür ruft der Förderverein der UEK Norden am 25. Oktober ab zehn Uhr zu einer Demonstration mit anschließender Informationsveranstaltung in Norden auf. Unterstützt wird der Förderverein bei dem Aufruf vom Norder Orthopäden Dr. Alexander Göbel. Der hat sich jetzt mit einem Schreiben an die Redaktion gewandt.
„Nach über 31 Jahren ärztlicher Tätigkeit gehe ich in den Ruhestand. Die sich stetig verschlechternde medizinische Versorgung in Ostfriesland lässt mir jedoch keine Ruhe und bereitet mir große Sorgen – vor allem wegen der Ignoranz vieler Politiker auf Kreis-, Landes- und Bundesebene“, heißt es in dem Schreiben. Es würden zwar Versprechungen gemacht, doch bislang sei nichts Konkretes schriftlich fixiert – „nur allgemeines Gerede“, so der Mediziner. Viel sei versprochen, aber nur wenig gehalten worden. Als Beispiele nennt er den „Erhalt der UEK Norden bis zur Inbetriebnahme der Zentralklinik“, der nicht eingehalten wurde, so Göbel. Des Weiteren sei nach der Schließung des Krankenhauses zumindest der Betrieb des Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) in Norden bis zur Inbetriebnahme der Zentralklinik zugesagt worden – doch auch das sei nicht garantiert. Zudem habe die Trägergesellschaft die Schmerztherapie im RGZ Norden eingestellt. Zusagen zu Räumen für Ärzte auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses Norden seien nicht erfüllt worden. Gespräche zwischen Ärzten und politischen Entscheidungsträgern auf Kreis- und Landesebene hätten bisher nur einmalig und nur auf Initiative der Ärzte stattgefunden und seien trotz anderslautender Zusagen nicht fortgeführt worden. Mehrfache Anfragen vonseiten der Ärzte per E-Mail seien unbeantwortet geblieben, schreibt Göbel.
Abschlusskundgebung am Glockenturm der Ludgeri-Kirche
Er appelliert an seine Mitbürger: „Nehmen Sie Ihre gewählten politischen Vertreter in die Pflicht! Sie müssen sich endlich ernsthaft für unsere medizinische Versorgung einsetzen.“ Göbel ruft alle Bürger auf, sich an der geplanten Demonstration und Kundgebung am 25. Oktober zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Ostfriesland – insbesondere in der Stadt Norden – zu beteiligen.
Die Demonstration des Fördervereins mit dem Titel: „Krankenhausversorgung ist alternativlos“ soll um zehn Uhr auf dem Vorplatz vom Norder Tor (Popke-Fegter-Platz) starten. Die Abschlusskundgebung ist unter dem Glockenturm der Ludgeri-Kirche auf dem Arp-Schnittger-Platz geplant. Die Forderung des Fördervereins auf dem Flyer zur Demonstration: „Das RGZ und die Notfallversorgung Norden müssen bleiben.“
Förderverein fürchtet weiteren Abbau der Gesundheitsversorgung
Auf einem Whatsapp-Flyer macht der Förderverein seine Befürchtungen deutlich: Er fürchtet einen „weiteren Abbau der Gesundheitsversorgung in Norden“. Die bisherigen medizinischen Angebote des RGZ und der Notfallambulanz seien stark nachgefragt, heißt es. „Wir Patienten im Altkreis Norden brauchen diese Angebote“, so der Förderverein. Der Landkreis Aurich weigere sich bis heute, die Defizite von RGZ und Notfallambulanz ab 2026 zu tragen, wirft der Förderverein dem Landkreis vor. Dieser sei aber gesetzlich und politisch dazu verpflichtet, „sein RGZ Norden zu betreiben und sicherzustellen“, so der Förderverein. Das schließe auch die Übernahmen von Defiziten ein. Dies werde am Klinikstandort Aurich regelmäßig so gehandhabt.
Der Förderverein fordert vom Landkreis, „endlich seiner Verantwortung für sein RGZ“ nachzukommen und Mittel bereitzustellen, um das Angebot zu sichern. Außerdem würden RGZ und Notfallambulanz dauerhaft – gemeint ist damit, auch nach der Fertigstellung der Zentralklinik – vor Ort gebraucht. Sie müssen aus Sicht des Fördervereins ausgebaut und nicht schrittweise eingestellt werden.
Jetzt ruft der Förderverein die Bürger auf, sich an der Demonstration zu beteiligen, um der Forderung nach einer sichergestellten medizinischen Grundversorgung in Norden und Umgebung Nachdruck zu verleihen.