Ostfrieslandklasse A Überraschungen und klare Ansagen
Während Münkeboe, Weene und Westerende jubeln, herrscht bei anderen Teams Frust. Einige Trainer nehmen kein Blatt vor den Mund.
Aurich - Der TuS Westerende setzte nach sechs Niederlagen in Folge beim Sieg in Egels-Popens in der Ostfrieslandklasse A ein deutliches Lebenszeichen. Nicht nur die Höhe des Sieges, auch die Einstellung der Mannschaft überzeugten Trainer Klaus Hoofdmann an seinem Geburtstag. Der VfB Münkeboe feierte einen Heimsieg gegen Blomberg-Neuschoo und hielt auf Rang vier Anschluss an die Spitzenteams. Weene reagierte gegen Schlusslicht Strudden II nach einem Rückstand zur Halbzeit und feierte nach Traineransage noch einen soliden Sieg. Die Reserve des SV Großefehn unterlag auf Borkum und bleibt weiter ohne Punkte Tabellenvorletzter. Eintracht Plaggenburg kassierte beim Spitzenreiter FT Groß-Midlum eine derbe Niederlage und 13 Eichen Wiesens unterlag zuhause deutlich gegen RSV Visquard. In beiden Spielen gab es deutliche Kritik vom Trainer.
SVG chancenlos auf Borkum
TuS Borkum - SV Großefehn II U23 4:2
Der SV fand nur zäh in das Spiel beim Tabellenfünften und kassierte durch zwei Sonntagsschüsse frühe Gegentore. In der 12. Spielminute hielt Lukas Rau von der Seitenlinie einfach drauf und traf zur Borkumer Führung. Wenige Minuten später erhöhte Christian Paar auf 2:0 (18.). Dabei blieb es bis zur Halbzeitpause. Nach der Halbzeitpause öffnete Großefehn das Spiel und suchte den Anschluss. In der 72. Minute legte Borkum aber nach. Paar startete einen Sololauf über die rechte Seite. Seinen Pass in die Mitte verwertete Kapitän Kai-Uwe Dittrich zum 3:0. Im Gegenzug setzte sich Paul Meyerhoff durch und sein Flachschuss am Borkumer Torwart vorbei landete zum 1:3 aus Fehntjer Sicht im Netz. Mit einem direkten Freistoß zum 4:1 stellte Borkums Ovidiu Cinaru den alten Abstand wieder her (80.). In der 82. Minute verkürzte Jesko Heye mit einem Fernschuss aus 25 Meter auf 4:2. Zugleich der Endstand. „Borkum war durch die individuelle Klasse und Zweikampfstärke besser als wir“, bilanzierte der Fehntjer Kapitän Tomko Ulferts.
Tore: 1:0 Rau (12.), 2:0 Paar (18.), 3:0 Dittrich (72.), 3:1 Meyerhoff (74.), 4:1 Cinaru (80.), 4:2 Heye (86.)
SV Großefehn II U23: Ziegler, Rodyk, Janssen, Fahnster, Ulferts, Dirks, Saathoff, D. Karan, Tamoyan, Fahnster, Meyerhoff, eingewechselt: Heye (66.), Gerdes (79.), Bikker (84.), Keller (88.).
Kleene mit Dreierpack
SG Egels-Popens - TuS Westerende 1:4
Im Spiel gegen den Aufsteiger zeigte der TuS das Gesicht, das Trainer Klaus Hoofdmann lange vermisste. Die Gastgeber standen tief und Westerende erarbeitete sich gute Torchancen. In der 21. Minute leitete Leon Thai einen Angriff über die rechte Seite ein. Seine Flanke verwertete Hannes Ihnen, der nach langer Verletzungspause wieder spielte, zum 1:0 aus Gästesicht. „Das hat uns Energie gegeben“, bemerkte Trainer Klaus Hoofdmann. Nur fünf Minuten später setzte sich Jonah Kleene, der Neuzugang aus der zweiten Mannschaft durch und tunnelte den Egelser Torwart zum 2:0 Halbzeitstand. Es sollte nicht sein letztes Tor bleiben. Die Gastgeber stellten in der zweiten Spielhälfte um und wurden über die schnellen Außen gefährlich. Aber die Gäste waren wachsam und lieferten auch in der Defensive ein überzeugendes Spiel. In der 61. Minute erlief Kleene dann einen langen Ball von Derk Sparringa und sein Schuss aus 16 Metern landete zum 3:0 im langen Eck. Kurios dann sein dritter Treffer, als er mit dem Ball zuerst Richtung Außenlinie lief und einen Gegenspieler ausschaltete, um dann vor das Tor zu laufen und mit dem rechten Fuß in das kurze Eck zum Dreierpack abzuschließen.
In der 75. Minute gab es einen Strafstoß für Egels-Popens. Michael Schuppenies verkürzte auf 1:4. Zugleich der Endstand. „Das war das passende Geburtstagsgeschenk für mich“, freute sich Klaus Hoofdmann.
Tore: 0:1 Ihnen (21.), 0:2, 0:3, 0:4 Kleene (26., 61., 69.), 1:4 Schuppenies (FE 75.).
SG Egels-Popens: Faß, Camaro, Ahmad, Singh, Bangoura, Löschen 30. Schuppenies), Ziaei, Mustafov (65. Nicolaus), Camara, Wilken, Möhlmann
TuS Westerende: Busker, Hanssen, Tj. Stüven (60. Neumann), M. Thai, L. Thai (62. Hölscher), To. Stüven, Ihnen (80. Bitzhöfer), Ubben, Sparringa, Kleene, Hayenga
Jacobi trifft dreimal
VfB Münkeboe – SV Blomberg-Neuschoo 4:1
Münkeboe spielte von Anfang an mutig nach vorne und Blomberg war anfangs nach Ballgewinnen im Mittelfeld gefährlich. So wurde Torwart Reiner Ommen früh in der ersten Halbzeit auf die Probe gestellt, als er einen strammen und platzierten Ball aus dem Winkel fischte und zur Ecke leitete. Die Gastgeber spielten weiter nach vorne. Nach 20 Minuten setzte sich Timo Deutschmann im Mittelfeld durch und bediente Yannis Raabe auf der linken Seite. Raabes Flanke in den Strafraum verwandelte Manuel Jacobi zur Führung des VfB. Dabei blieb es bis zur Halbzeitpause. Direkt nach Wiederanpfiff wurde ein Einwurf von links durch Stefan Janssen verlängert. Jacobi verwertete den Ball per Fallrückzieher zum 2:0 (47.). Kurz darauf führte ein Gästekonter zum Anschlusstreffer (55.). Keno Strömer stellte nach einer Ecke per Kopfball auf 3:1. In der 85. Minute schnürte Jacobi seinen Dreierpack, als er nach einem Steckpass von Raabe den Blomberger Torwart umkurvte und zum 4:1 Endstand abschloss. „Das war ein verdienter Sieg“, befand Trainer Uwe Delewski.
Tore: 1:0, 2:0 Jacobi (20., 47.), 2:1 Freudenberg (55.), 3:1 Strömer (83.), 4:1 Jacobi (85.)
VfB Münkeboe: Ommen, Janssen, Emken (76. Wienekamp), Suntken, Alts, Jacobi (85. Buse), Redenius (45. Detmers), Strömer, Deutschmann, Raabe (86. Backer), Keller.
Wiesens nicht auf der Höhe
SC 13 Eichen Wiesens – RSV Visquard 1:4
Wiesens startete gut in die Begegnung und hatte die Gäste anfangs im Griff. In der 13. Minute verwandelte Pascal Meyer einen Steckpass von Marcel Kindt zur Führung. „Da dachte ich noch, das sind drei sichere Punkte“, bemerkte Wiesens Trainer Jörg Möhlmeyer. Weit gefehlt. In der 20. Minute glich Visquard nach einem Wiesenser Ballverlust und Steckpass in das Zentrum durch Timon Wübbena aus. Danach waren die Eichen von der Rolle und „vergaßen Fußball zu spielen“, wie Möhlmeyer berichtete. In die Halbzeitpause ging es aber noch ausgeglichen.
Die zweite Spielhälfte war dann eine Katastrophe. „Wir haben aufgehört Fußball zu spielen und nur noch lange Bälle nach vorne gespielt“, ärgerte sich Möhlmeyer. In der 56. Minute führte erneut ein Ballverlust im Mittelfeld zum 2:1 für die Gäste. Es folgten noch zwei weitere Gegentore nach ähnlichem Muster zur 1:4 Heimniederlage für Wiesens. „Kondition ist gleich Konzentration und wir sind konditionell nicht auf der Höhe. Mit normaler Leistung hätten wir deutlich gewinnen müssen“, resümierte Möhlmeyer, der nach dem Spiel erst mal Joggen ging, um das Erlebte zu verarbeiten.
Tore: 1:0 Meyer (13.), 1:1 Wübbena (20.), 1:2 Schmitz (56.), 1:3 Wiltfang (74.), 1:4 Meyer (90.+1)
SC 13 Eichen Wiesens: Bruns, Mauer (28. Özkan), Garrelts, Janssen, Habben (70. Berends), Kindt, Christoffers, Froschauer, Hinz, Buß (60. Best), Meyer.
Wende nach der Pause
TuS Weene – TuS Strudden II 3:1
Die Gäste standen sehr tief und machten dem TuS das Leben schwer. Wiesens fand in der ersten Spielhälfte keinen Zugriff. Das lag aber auch an der schlechten Raumaufteilung von Weene. „Wir haben das Spiel nicht breit gemacht“, bemerkte Trainer Franz Wouk. Strudden setzte bei Kontern mit seinen schnellen Außen Nadelstiche. Nach neun Minuten landete dann ein Struddener Eckball im Strafraum und zwei Weener Verteidiger schafften es nicht, den Kopfball von Kenneth Janssen zur Gästeführung zu unterbinden.
Im weiteren Verlauf setzte sich das schwache Weener Spiel der Anfangsphase durch. Erst fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit wurde das Spiel besser. Eine gut herausgespielte Torchance fischte der Struddener Torwart aber noch ab. In der Halbzeitpause forderte Wouk mehr Bewegung und mehr Spiel über die Flügel. Die Spieler sollten sich mehr anbieten und die ballführenden Gegner früher anlaufen. Seine Worte fanden nicht nur Gehör, sie wurden in der Folge auch umgesetzt.
„Wir hatten von Beginn der zweiten Halbzeit an mehr Druck auf das Tor“, sagte Wouk. Die erste Chance war ein Strafstoß, der aber verschossen wurde. Ein zweiter Torschuss nach guter Vorbereitung ging überhastet noch über die Latte. In der 51. Minute dann endlich der Ausgleich durch Jan-Hendrik Mauer, dessen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer hinweg im Knick einschlug. Danach spielte Weene zielstrebig weiter. Strudden musste in der 75. Minute seinen Torwart nach Verletzung durch einen Feldspieler austauschen. In der 80. Minute lief Marco Buß mit dem Ball von halbrechts in den Strafraum und brachte Weene in Führung. Sehenswert dann der dritte Treffer. Eike Folkerts wurde rechts freigespielt und flankte über die Struddener Verteidigungslinie hinweg in den Laufweg von Tom Oppermann, der Richtung zweiten Pfosten unterwegs war und zum 3:1 Endstand einnetzte.
Tore: 0:1 Janssen (9.), 1:1 Bontjer (57.), 2:1 Buß (80.), 3:1 Oppermann (83.)
TuS Weene: Freitag, Buß, Koch (89. Behrends), Siebelts, Schwedler, Harms, Lübben, Bontjer, Oppermann, Mayer, Frerichs (67. Folkers)
Eintracht von der Rolle
FT Groß-Midlum – SV Eintracht Plaggenburg 5:0
Eintracht-Trainer Reiner Gesch ging nach Hin- und Rückspielsiegen in der letzten Saison mit breiter Brust in die Begegnung. „Groß-Midlum liegt uns eigentlich und wir haben uns was ausgerechnet“, bemerkte Gesch.
Es kam anders. Plaggenburg fand in der ersten Halbzeit nicht in das Spiel und der Tabellenführer war mit seinem Mittelfeldass Martin Saathoff (sieben Saisontore) und Sturmspitze Lennart Jever (zehn Saisontore) sehr durchschlagskräftig.
Nach acht Minuten fackelte Jever nicht lange, als ihm der Ball im Strafraumgewühl vor die Füße fiel und er schloss zum 1:0 ab. In der 26. Minute lief Saathoff nach einem langen Ball unbedrängt auf das Eintracht-Tor zu und erhöhte auf 2:0. Zugleich der Halbzeitstand.
Für die zweite Spielhälfte nahm die Eintracht sich was vor und dominierte immerhin die ersten zehn Minuten. In dieser Phase hatte die Eintracht auch eine gute Chance zum Anschluss, als Kai Adam einen Pass in das Zentrum auf Simon Ideus spielte. Ideus traf den Ball, der einen eigenartigen Drall hatte, nicht richtig und verfehlte das Tor knapp. Statt Anschlusstreffer für die Eintracht gab es in der 56. Minute das 3:0 durch Jever nach einem Eckball von der rechten Seite. Beim 4:0 erwischte Saathoff einen Plaggenburger Rückpass gerade noch und der Ball taumelte in das Tor (75.). Focko Hinderks schloss in der 82. Minute einen Midlumer Konter zum 5:0 Endstand ab.
„Wir bekamen die Gegentore zu einfach. Alles, was Plaggenburg immer ausmachte, wie Laufbereitschaft, klares Passspiel und Kommunikation, fehlte“, fand Gesch deutliche Worte für die Niederlage.
Tore: 1:0 Jever (8.), 2:0 Saathoff (26.), 3:0 Jever (56.), 4:0 Saathoff (75.), 5:0 Hinderks (82.)
SV Eintracht Plaggenburg: Collmann, Ahrends, Hallenga (68. Fischer), Schütte, Ideus, Habben (68. Mannott), Schillmüller, Janssen (46. Fürst), Henneken (38. H. Gerdes), S. Gerdes, Adam.