Osnabrück  Polzin feiert Befreiungsschlag, Gyamfi klettert mit Lautern - und Thioune bangt um Job

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 22.09.2025 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Feierte am Samstag den erlösenden ersten Sieg in der Bundesliga: HSV-Trainer Merlin Polzin. Foto: imago/Oliver Ruhnke
Feierte am Samstag den erlösenden ersten Sieg in der Bundesliga: HSV-Trainer Merlin Polzin. Foto: imago/Oliver Ruhnke
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Während Merlin Polzin über den ersten Sieg des Hamburger SV nach der Bundesliga-Rückkehr jubelt, muss sein ehemaliger Chef um seinen Job in der 2. Liga bangen. Ein anderer Ex-VfLer rettet wohl den Posten eines Weltmeisters und ein 90+6-Aufstiegsheld verliert gegen ein Champions-League-Überraschungsteam. So lief das Wochenende der ehemaligen Lila-Weißen.

Drei Spiele lang verlief das Comeback des Hamburger SV in der Bundesliga eher unglücklich: Nach einem Remis und zwei Niederlagen stand Trainer Merlin Polzin (von 2014 bis 2020 als Jugend- und Profi-Co-Trainer beim VfL Osnabrück) also schon etwas unter Druck - zumal es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt ging. Nach dem 2:1-Sieg im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim kann der HSV-Coach aber aufatmen.

In einem ausgeglichenen Duell sorgte die bessere Effizienz für den Hamburger Sieg: Luka Vuskovic (42.) und Fabio Viera (59.) trafen für die Rothosen, bevor Adam Kölle in der 90.+3. für den zu späten Anschlusstreffer sorgte. Aufgelegt wurde ihm dieser von Ex-Osnabrücker Omar Traoré, der sich seinen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite zurückerobert hat, nachdem er zu Saisonbeginn nur von der Bank kam. Die Heidenheimer bleiben nach vier Partien punktlos am Tabellenende.

Mit Innenverteidiger Maxwell Gyamfi (2022 bis 2025 beim VfL Osnabrück) in der Startelf hat der 1. FC Kaiserslautern seinen dritten Sieg in Serie in der 2. Bundesliga eingefahren. Der überragende Mann beim nie gefährdeten 4:1-Heimerfolg gegen Preußen Münster war Dreierpacker Ivan Prtajin, der neben seinen Toren auch den Treffer von Naatan Skyttä vorbereitete. Gyamfi wurde gelb-verwarnt in der Schlussphase der Partie ausgewechselt, hat sich bei den Pfälzern aber einen Stammplatz erarbeitet: In allen sechs Spielen stand er bislang in der Startelf und kann einen soliden kicker-Notenschnitt von 3,33 vorweisen. Der andere Ex-Osnabrücker beim FCK, Florian Kleinhansl, kommt derweil seltener zum Zug: Erst zwei Liga-Einsätze, keinen davon in der Startelf, hat er bislang gesammelt. Nach den neun Punkten aus den letzten drei Spielen ist Kaiserslautern auf Rang vier geklettert.

Bei den Münsteranern standen in Kaiserslautern zwei weitere Ex-VfLer im Aufgebot: Etienne Amenyido (2018 bis 2021) und „Babis“ Makridis (2023/24). Amenyido wurde zur Pause ausgewechselt, Makridis kam nicht zum Einsatz.

Erst ein Punkt aus vier Partien hatte der 1. FC Nürnberg unter Trainer Miroslav Klose bis zum Samstag geholt. Der 2014er-Weltmeister stand also vor dem Heimspiel gegen den ebenfalls strauchelnden VfL Bochum gehörig unter Druck - und wurde von einem Ex-Osnabrücker erlöst. Der eingewechselte Adriano Grimaldi (2012 bis 2014 beim VfL) traf in der Nachspielzeit per Kopf zum 2:1 und besorgte damit den ersten Saisonsieg der „Clubberer“.

Seit Februar 2022 steht Daniel Thioune als Trainer bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag. Der ehemalige Osnabrücker Profi und Trainer sollte mit der Fortuna in dieser Saison aufsteigen - nun muss er aber um seinen Job bangen. Denn bei der 0:3-Heimpleite gegen Darmstadt 98 präsentierte sich seine Mannschaft desolat, sodass viele Zuschauer schon weit vor dem Abpfiff das Stadion verließen.

Nach sieben Punkten nach sechs Spielen zum Saisonstart wächst der Unmut - vor allem wegen der Harmlosigkeit in der Offensive (erst fünf Tore). Sportchef Klaus Allofs sagte zwar: „Ich bin wirklich dagegen, zu sagen: Bei schlechten Spielen muss als Konsequenz der Trainer weg“. „Ganz aus der Verantwortung“ wolle er den Trainer aber auch nicht nehmen. Es könnte also ungemütlich werden für Thioune, spätestens wenn am kommenden Wochenende gegen Bochum keine Trendwende folgt.

Zwei ehemalige VfL-Profis erleben aktuell in Polen keine leichte Zeit. Noel Niemann (2022 bis 2024) hatte bei Zweitligist GKS Tych zwar einen guten Saisonstart mit viel Spielzeit, erlitt zuletzt aber einen Kreuzbandriss und fehlte bei der 0:4-Niederlage gegen Znicz Pruszkow deshalb erstmals im Aufgebot. Niemann wird über einige Monate hinweg ausfallen.

Dave Gnaase (2023 bis 2025) war nach seinem Wechsel zu Polonia Warschau zunächst Stammspieler, hat seinen Status zuletzt aber verloren. In den letzten Wochen kam der 28-Jährige nur noch zu Kureinsätzen, beim 1:2 gegen Puszcza Niepolomice saß er sogar 90 Minuten auf der Bank. Tychy ist Tabellen-13., Polonia Tabellen-Neunter der 2. Liga.

Für Ba-Muaka Simakala (2021 bis 2023 und 2024/25 beim VfL) lief es bei Araz-Nakhchivan in Aserbaidschan zunächst richtig gut: Zwei Tore und zwei Vorlagen steuerte er in den ersten vier Ligaspielen bei, nach denen sein Club Tabellenführer der Liga war. Nach dem 0:5 gegen Qarabag Agdam, das unter der Woche in der Champions League mit 3:2 bei Benfica Lissabon gewann, ist Araz-Nakhchivan aber auf Rang drei abgerutscht. Simakala stand dabei erstmals nicht in der Startelf, wurde beim Stand von 0:2 zur Pause eingewechselt, konnte die Klatsche aber nicht verhindern.

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