Osnabrück  VfL Osnabrücks Kehl: Man muss auch mal eklige Spiele gewinnen

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 20.09.2025 20:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Gemeinsamer Jubel: Lars Kehl (Torschütze zum 1:0) und Ismail Badje (Torschütze zum 3:1) freuen sich über den Sieg gegen Aue. Foto: Michael Titgemeyer
Gemeinsamer Jubel: Lars Kehl (Torschütze zum 1:0) und Ismail Badje (Torschütze zum 3:1) freuen sich über den Sieg gegen Aue. Foto: Michael Titgemeyer
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Zum Abschluss der Englische Woche hat sich der VfL Osnabrück einen 3:1-Sieg gegen Erzgebirge Aue erkämpft. Mit fünf Punkten aus den letzten drei Spielen kletterte die Mannschaft von Trainer Timo Schultz zwischenzeitlich auf Rang fünf in der 3. Fußball-Liga. Das sagten Spieler und Trainer nach der Partie:

Lars Kehl, Elfmeterschütze des VfL Osnabrück: Das war ein hartes Stück Arbeit heute. Aber am Schluss muss man auch mal dreckige und eklige Spiele gewinnen. Umso glücklicher sind wir, dass wir das durchgezogen haben. Die erste Halbzeit war gar nichts, das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Aber sowas muss man auch erst einmal überstehen und mit einem 0:0 in die Halbzeit gehen. Zweite Halbzeit mussten wir über einen Standard kommen. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen: Wenn es aus dem Spiel heraus nicht funktioniert, muss es eben so gehen. Vor dem Elfmeter habe ich kurz wieder mit Robin gequatscht, aber ich habe mich gut gefühlt. Der Elfmeter war glaube ich gut mit Zug. Ich war froh, dass es wie schon in Essen geklappt hat.

Ismail Badjie, Torschütze zum 3:1 für den VfL Osnabrück: Vor dem Treffer hatte ich viel Grün vor mir. Ich habe noch einmal rübergeschaut, ob noch jemand mitläuft. Da stand ich am Ende vor dem Tor und habe ihn reingemacht. Aue war schon am Drücker, deshalb war es glaube ich schon ein wichtiges Tor. Am Anfang haben wir leider nicht so in unser Spiel gefunden und wir hatten viele individuelle Fehler. Aue hat es allerdings auch gut gemacht. Wir haben dennoch volles Vertrauen in unsere Mannschaft. Die drei Punkte veredeln jetzt die zwei Unentschieden aus der Englischen Woche.

Bjarke Jacobsen, Torschütze zum 1:0 für den VfL Osnabrück: Die erste Halbzeit war heute ein bisschen schwierig. Wir waren nicht gut im Rhythmus. Das Spiel hat da ein bisschen genervt. Woran das lag? Naja, wir haben ja auch einen Gegner und Aue hat uns da schon ein wenig weh getan. Trotzdem sind wir dran geblieben. Wir wissen, dass wir immer gefährlich sein können - vor allem auch bei Standards. Aber egal, wie ein Tor fällt, wir nehmen alles mit: ein Tor ist ein Tor. Unser Co-Trainer Frithjof Hansen hat in den letzten Wochen viel mit mir gesprochen und am Timing gearbeitet. Deswegen klappt es im Moment bei den Kopfbällen auch so gut - selbst, wenn er so niedrig kommt, wie heute. Das ist kein Problem. Mit einem Sieg zum Abschluss dieser Woche sind die zwei Unentschieden vorher in Ordnung. Und wir haben gegen gute Gegner gespielt. Das darf man dabei nicht vergessen.

Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Fakt ist, dass wir gewonnen haben - Fakt ist aber auch, dass wir heute über weite Strecken arge Probleme hatten. Ich weiß jetzt noch gar nicht, ob wir heute kollektiv einfach nicht so gut waren oder ob Aue heute einfach richtig gut gespielt hat. In den bisherigen Spielen hatte ich auch im gegnerischen Ballbesitz immer das Gefühl, dass wir alles unter Kontrolle haben - heute war das nicht der Fall. Ich bin einfach froh, dass wir heute die drei Punkte geholt haben und bin mir sicher, dass Aue das bald auch tun wird, wenn sie so weiterspielen - bisher war das der stärkste Gegner für uns in dieser Saison. Dass ich die Mannschaft direkt nach Schlusspfiff ganz kurz in die Kabine geholt habe, war einfach eine einmalige teaminterne Aktion, die auch in der Kabine bleiben soll - aber nichts mit unseren Fans oder dem Gegner zu tun hatte. Ich bitte um Entschuldigung, falls das für Irritationen gesorgt haben sollte - das war nie unsere Absicht.

Jens Härtel, Trainer Erzgebirge Aue: Seit ich fünf Jahre alt bin, spiele ich Fußball, und so lange liebe ich auch Fußball - aber an solchen Tagen wie heute hasse ich Fußball. Wir haben am Ende der kraftraubenden Englischen Woche mit zwei Auswärtsspielen in drei Tagen in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht: Wir haben den Gegner kontrolliert und hatten selbst gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Das haben wir aber diese Saison noch nie geschafft, auch diesmal nicht. In der zweiten Halbzeit hat der VfL durch zwei Standards das Spiel in seine Richtung gedreht. Wir machen aber den Anschluss und haben die Riesenchance auf das 2:2, dann aber kriegen wir das 1:3 und zuvor auch noch Rot. Unser Matchplan ist voll aufgegangen, am Ende aber steht als Fakt unsere vierte Niederlage am Stück, obwohl wir eine Top-Leistung rausgehauen haben. Das nagt an uns jetzt auf der langen Rückfahrt - ich hoffe einfach, dass wir bald den Bock umstoßen und vielleicht auch mal so einen halben Elfmeter gepfiffen bekommen, wie unser Gegner heute.

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