Arbeitslosen-Initiative Finanzspritze für Beratungsstelle in Aurich beantragt
Die Arbeitsloseninitiative Aurich bittet den Landkreis um finanzielle Unterstützung. Denn die Beratungszahlen steigen. So ist die Situation.
Aurich - 3.000 Euro pro Jahr, das ist die Summe, um die die Arbeitsloseninitiative Aurich den Landkreis Aurich in einem Antrag bittet. Mit dem Zuschuss soll der Betrieb der ehrenamtlichen Beratungsstelle in Aurich abgesichert werden, teilt Johann Erdwiens, 1. Vorsitzender der Initiative mit. „Unsere Beratung ist für viele Menschen der einzige Anlaufpunkt, um in schwierigen Lebenssituationen kompetente Unterstützung zu erhalten“, so Erdwiens. Zweimal pro Woche öffnet die Beratungsstelle am Georgswall ihre Türen, berät kostenlos und ehrenamtlich Betroffene aus dem gesamten Landkreis. Unter den Ratsuchenden waren in diesem Jahr unter anderem Menschen aus Aurich, Südbrookmerland, Großefehn, Großheide, dem Brookmerland, der Krummhörn und Wiesmoor.
Es seien nicht nur Erwerbslose, sondern zunehmend auch Beschäftigte im Niedriglohnbereich, Rentner und vor allem Rentnerinnen sowie Familien, die trotz Arbeit auf ergänzende Leistungen angewiesen seien, heißt es in einer Mitteilung. „Etwa 40 Prozent der Ratsuchenden sind Erwerbstätige, die zusätzlich staatliche Unterstützung benötigen“, so Erdwiens. Verzeichnete die Initiative im Jahr 2024 insgesamt 802 Beratungen, liegt die Zahl für 2025 bereits Mitte September deutlich darüber. 995 Menschen suchten bislang in diesem Jahr Rat.
Inhaltliche Anforderung steigen
Neben steigenden Beratungszahlen bemerke man auch steigende Anforderungen, was den Inhalt der Beratungen angehe. „Gesetzesänderungen, Reformen und Verordnungen in schneller Abfolge verunsichern Ratsuchende und machen eine unabhängige, kompetente Beratung zwingend erforderlich“, so Erdwiens. Im Fokus stünden aktuell unter anderem Hilfe bei Anträgen und Mitwirkungspflichten sowie Beratung zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, unter anderem zum Bürgergeld, Arbeitslosengeld, Wohngeld und die Grundsicherung im Alter.
Mit dem Beratungsangebot übernehme die Initiative unterstützende Aufgaben der Kommune, so der 1. Vorsitzende weiter. Man entlaste die Verwaltung, leiste einen Beitrag zur sozialen Stabilität und stärke die demokratische Kultur durch niedrigschwellige Beratung. Zudem schaffe man Zugang und Orientierung für Menschen im „Behördendschungel“, so Erdwiens.
Langfristig plant die Initiative ihr Beratungsangebot weiter auszubauen, sie auch in den Städten Norden und Wiesmoor anzubieten. „Voraussetzung dafür ist jedoch zunächst die finanzielle Sicherung des bestehenden Standortes in Aurich“, so Johann Erdwiens.
Kosten bisher durch Spenden und Eigenmittel gedeckt
Für die Beratungsstelle am Georgwall fallen laut Erdwiens Gesamtkosten von rund 3.000 Euro pro Jahr an. Darin enthalten sind unter anderem Raummiete, Nebenkosten, Fahrtkosten, Material und Telefonkosten. Bislang seien diese Kosten überwiegend aus privaten Spenden und durch Eigenmittel der Mitglieder gedeckt worden. „Eine dauerhafte Finanzierung auf dieser Basis ist jedoch nicht realistisch und gefährdet den Fortbestand der Beratungsstelle“, findet Erdwiens klare Worte.