Osnabrück Mangelnde Nachfrage: Produktion bei Volkswagen in Osnabrück steht künftig öfter still
Ungewisse Zukunft und weniger zu tun: Volkswagen reduziert im vierten Quartal im Werk Osnabrück die Arbeitstage. Der Grund: eine mangelnde Cabrio-Nachfrage.
Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung der niedersächsischen Industrie hat sich zerschlagen, insbesondere in der Automobilindustrie verschärft sich die Lage. Dieses Fazit hat jüngst die Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbands Niedersachsenmetall getroffen. Auswirkungen hat die schwache Nachfrage auf dem Automobilmarkt auch im VW-Werk in Osnabrück: Die Produktion wird im vierten Quartal an 19 zusätzlichen Tagen ruhen, bestätigt eine Sprecherin auf Anfrage.
Das bedeutet konkret: Von Oktober bis zum Jahresende werden die Betriebswochen jeweils mindestens um einen Tag verkürzt. Zusätzlich ist eine weitere Schließwoche vom 10. bis 17. Oktober vorgesehen, so die Sprecherin.
Im Herbst fällt geplant die Produktion des Porsche in Osnabrück weg. Weniger Nachfrage als gedacht gibt es somit offenbar beim T-Roc-Cabrio, das noch im Werk gefertigt wird. Im Zuge der Tarifeinigung im Dezember 2024 hatte Volkswagen die Produktion des letzten Cabrios der Marke Volkswagen bis Spätsommer 2027 in die Verlängerung geschickt.
Wie stark sich die Stückzahl in diesem Jahr reduziert, dazu macht der Konzern keine Angaben. Zuletzt hatte VW mit Blick auf das Jahr 2023 mitgeteilt: „Im Jahr 2023 wurden im Werk Osnabrück rund 28.000 Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Porsche gefertigt.“
Wie es langfristig bei Volkswagen in Osnabrück weitergeht, bleibt derweil weiter offen. Am Rande der Aufsichtsratssitzung richteten Betriebsrat und IG Metall zusammen mit der Belegschaft jüngst einen Appell an den Vorstand. „In der Tarifrunde 2024 haben wir für unser Werk eine Brücke gebaut. Doch eine Brücke alleine reicht nicht. Wenn auf der anderen Seite kein Fundament gelegt wird, endet sie im Nichts“, kritisierte der Osnabrücker Betriebsratsvorsitzende Jürgen Placke.
Der Osnabrücker IG-Metall-Chef Stephan Soldanski fügte hinzu: „Die Beschäftigten und ihre Familien haben ein Recht auf Klarheit.“ Rund 2300 Mitarbeiter zählt die Stammmanschaft in Osnabrück. Es würden Optionen für eine weitere Verwendung des Standorts geprüft. Diese Vereinbarung aus Dezember 2024 habe weiterhin Bestand, heißt es zur Zukunft des Werkes seitens VW.