Osnabrück  Diesel aufs Abstellgleis: Haller Willem fährt ab 2029 elektrisch – dank dieser Akku-Züge

Sebastian Stricker
|
Von Sebastian Stricker
| 22.09.2025 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Akku-Züge vom Typ Siemens Mireo (hier in der Visualisierung) sollen ab Dezember 2029 im Netz nördliches Westfalen fahren – und damit auch auf der Linie RB75 Osnabrück-Bielefeld. Foto: Siemens Mobility / Rock Rail NnW
Akku-Züge vom Typ Siemens Mireo (hier in der Visualisierung) sollen ab Dezember 2029 im Netz nördliches Westfalen fahren – und damit auch auf der Linie RB75 Osnabrück-Bielefeld. Foto: Siemens Mobility / Rock Rail NnW
Artikel teilen:

Die Bahn der Zukunft fährt leise und abgasfrei: In vier Jahren sollen auf der Linie RB75 Osnabrück–Bielefeld (Haller Willem) Akku- statt Dieselzüge rollen. Was die neuen Fahrzeuge außerdem bieten.

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat 61 Akku-Züge bestellt, die ab Dezember 2029 im neu formierten Netz nördliches Westfalen eingesetzt werden – und damit auch auf der Regionalbahn-Linie RB75 Osnabrück–Bielefeld, bekannt als Haller Willem. Sie wird derzeit von der Osnabrücker Nordwestbahn mit Dieselzügen betrieben.

Die neuen Triebzüge vom Typ Siemens Mireo fahren mit Strom und stoßen keine Abgase aus. Mangels Verbrennungsmotor sind sie auch deutlich leiser als Dieseltriebwagen. Die sogenannten Battery Electric Multiple Units (Bemu) laden ihre Batterien an Strecken mit Oberleitung auf. Auf Strecken ohne Oberleitung nutzen sie die gespeicherte Energie. Beim Bremsen wird Strom zurückgewonnen.

Für Fahrgäste bedeutet der Einsatz der Akku-Züge mehr Komfort und bessere Ausstattung. Es gibt zum Beispiel kostenloses Bord-WLAN. Der Boden im Zug befindet sich auf gleicher Höhe wie der Bahnsteig. So fällt das Ein- und Aussteigen leichter, erst recht mit Rollstuhl, Fahrrad oder Kinderwagen.

Die Akku-Züge sollen laut Mitteilung jedes Jahr etwa 7,1 Millionen Kilometer fahren und das mindestens 15 Jahre lang. Sie werden auch vom NWL nicht gekauft, sondern bei der Firma Rock Rail NnW geleast.

Die eigens für dieses Vorhaben gegründete Projektgesellschaft gehört zur britischen Rock-Rail-Gruppe: einem privaten Unternehmen, das sich auf die Finanzierung von Schienenfahrzeugen spezialisiert hat. Die Abkürzung „NnW“ steht für Netz nördliches Westfalen.

Wer das Netz und damit auch die Osnabrücker Linie RB75 ab 2029 betreiben wird, steht noch nicht fest. Der NWL sucht dafür gerade ein Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Entscheidung soll Anfang 2026 getroffen werden.

Ähnliche Artikel