Osnabrück Warum das Bistro „Moment‘s“ an der Krahnstraße in Osnabrück dicht ist
Nach nur sieben Monaten ist das Bistro „Moment‘s“ in der Osnabrücker Altstadt schon wieder geschlossen. Betreiber Jens Hanke nennt die Gründe – und warum noch unklar ist, wie es mit dem Lokal an der Krahnstraße weitergeht.
„Wir haben geschlossen“, stand Ende Juni überraschend an der Eingangstür zum Bistro an der Krahnstraße 3. Erst im Dezember 2024 hatte das „Moment‘s“ in der früheren Adresse der Ratsapotheke zwischen Heger- und Marienstraße in der Altstadt eröffnet. Im August dann ein neues Schild: Von „Betriebsferien“ war zu lesen. Doch wann und ob das „Moment’s“ wieder öffnet, ist derzeit nicht abzusehen.
Mit Gastronomie sind bisher im Stadtzentrum häufig Leerstand-Fälle gelöst worden. Doch inzwischen haben auch traditionelle Standorte von Cafés und Restaurants nicht mehr automatisch die notwendige Gäste-Frequenz, wie die Beispiele Ratskeller oder das frühere Leysieffer-Stammhaus zeigen.
Dass sich seit dem „Niedersachsen Tag“-Wochenende vor dem seit rund einem Jahr nicht mehr bespielten Haus Tenge (Ex-„La Vie“) ein übergroßes Osnabrück-Logo als Blickfang findet, könnte den Hintergrund haben, das Problem nicht genutzter gewerblicher Flächen in der City zu überspielen. Denn direkt daneben bleiben gerade im „Moment‘s“ die Lichter aus.
Der bisherige Betreiber Jens Hanke hat hier im Sommer nach gerade einmal knapp einem halben Jahr den Schlüssel schon wieder umgedreht: „Die Belastung war einfach zu groß, da die Gastro nur mein Zweitstandbein ist und ich als Hauptunternehmen einen Demontage-Betrieb leite.“ Er habe den Aufwand im Vorfeld unterschätzt und sei zu optimistisch an Dinge herangegangen, da er immer davon geträumt habe, einmal so ein Lokal zu betreiben.
„Vieles ist am Ende bei mir hängengeblieben, was häufig zu 16-Stunden-Tagen geführt hat“, beschreibt Hanke selbstkritisch die Gründe, die zur aktuellen Situation geführt haben. Gemeinsam mit der Hauseigentümerin sucht er nach einer Nachfolgelösung.
Zwischenzeitlich waren die Gespräche mit einem Interessenten, der an der Stelle ein italienisches Restaurant eröffnen wollte, in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Grund des Scheiterns war am Ende die geforderte Abstandssumme für den erfolgten Umbau der vorherigen Einzelhandelsfläche zu einem Gastrobetrieb inklusive kleiner Küche. Ein Betrag in mittlerer fünfstelliger Höhe steht hier im Raum. Hanke: „Eine Summe, die genauso wie die Miethöhe im branchenüblichen Rahmen liegt.“
Der 57-Jährige bleibt optimistisch, im Oktober präsentieren zu können, wie es weitergeht: „Es gibt weiter Kontakte zu Gastrobetreibern, die das Lokal übernehmen wollen.“ Auch ein Modell, bei dem er am Ende Teil der Lösung wäre, schließt Jens Hanke nicht aus: „Gastronomie bleibt weiter meine Leidenschaft, und das Moment’s ist für mich eine Herzensangelegenheit.“
So war der Spezialist für mobile Imbissstände, der unter anderem seit vielen Jahren auf Maiwoche sowie Weihnachtsmarkt vertreten ist und sich als Ideengeber für die Markenzeichen Mai- bzw. Weihnachtswurst einen Namen gemacht hat, auch zuletzt beim „Ole Use“-Fest im Bewirtungseinsatz: „Dies wird für mich auch weiter ein Geschäftsfeld sein.“ Das stationäre Restaurantgeschäft stelle aber ganz andere Herausforderungen, die er in bisheriger Form nicht weiter stemmen könne.