Osnabrück Wer folgt im Kreishaus auf Bärbel Rosensträter? Parteien wollen schnelle Entscheidung
Es wird spannend. Spätestens im März 2026 soll feststehen, wer im Vorstand der Osnabrücker Kreisverwaltung die Nachfolge der Ersten Kreisrätin, Bärbel Rosensträter, antritt. So wollen es zumindest CDU, SPD und UWG im Kreistag. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.
Bärbel Rosensträter verlässt im kommenden Sommer das Osnabrücker Kreishaus. Nach dann acht Jahren im Amt will die Erste Kreisrätin beruflich neue Wege gehen. „Ich möchte Landrätin und Kreistag früh genug Bescheid geben, damit alle Mechanismen für die Wiederbesetzung rechtzeitig anlaufen und ein nahtloser Übergang gewährleistet ist“, hatte sie in einer Pressemitteilung zu ihrem Amtsverzicht erklärt.
Die 55-jährige Rosensträter verantwortet als Erste Kreisrätin seit 2018 unter anderem die Bereiche Finanzen und Personal am Schölerberg. Mit ihrem Verzicht zum 30. September 2026 muss einer der wichtigsten Posten dort neu besetzt werden. Aber schon deutlich zuvor soll feststehen, wer auf sie folgt und ihre Aufgabe als Osnabrücks Erste Kreisrätin übernimmt. Kommunalpolitiker von CDU, SPD und UWG wollen die Frage bereits bis März 2026 geklärt wissen.
Einen entsprechenden Antrag haben die Fraktionsvorsitzenden der beiden Parteien und der Wählergemeinschaft inzwischen bei Landrätin Anna Kebschull eingereicht. Die Ausschreibung der Vorstandsposition soll demnach schon in Kürze vom Kreistag auf den Weg gebracht werden. Es gelte, eine Vakanz auf der Stelle zu verhindern, heißt es nach Informationen unserer Redaktion in dem Papier.
Ob es so kommt? Auch die Führung der Kreisverwaltung und die Kreistagsgruppe von Grünen, FDP und CDW werden sicherlich in den nächsten Tagen noch etwas zur Sache und zum Verfahren sagen wollen. Alles andere wäre ungewöhnlich.
Manche Auffassungen von Bärbel Rosensträter und die eines Teiles der CDU-Kreistagsfraktion sowie einzelner Bürgermeister aus der Region seien zuletzt nicht immer deckungsgleich, sondern unterschiedlich gewesen, heißt es unterdessen auf den Fluren am Schölerberg. Als ein Beispiel wird dabei die kontrovers diskutierte Kreishaussanierung und deren Umfang genannt.
Ganz anders bewerten dagegen die Grünen das Miteinander mit der Verwaltungsfachfrau. Sie legen Wert auf die Feststellung, „in den vergangenen Jahren gut mit Bärbel Rosensträter zusammengearbeitet“ zu haben. „Wir hätten uns auch eine weitere Zusammenarbeit vorstellen können“, so Sprecherin Mareen Guth.
Vor dem Hintergrund wichtiger Zukunftsaufgaben – wie der Kreishaussanierung und der herausfordernden Finanzlage – sei es „nun entscheidend, die Nachfolge zügig so klären“, betont unterdessen die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jutta Olbricht. Ein nahtloser Übergang sei Voraussetzung, „um die anstehenden Herausforderungen verantwortungsvoll bewältigen zu können“. Zunächst sprach Olbricht aber ausdrücklich ihren Dank an die Erste Kreisrätin für deren geleistete Arbeit aus.
Ähnlich hatte sich auch CDU-Fraktionschef Johannes Koop geäußert.
Unberührt von den anstehenden Festlegungen und Ausschreibungen zur Rosensträter-Nachfolge ist am Schölerberg in Osnabrück offenbar die Personalie Matthias Selle. Der Kreisrat für die Fachbereiche Schule und Soziales steht Anfang 2027 vor dem Eintritt in den Ruhestand. Auch hier ist im kommenden Jahr im Kreistag zu entscheiden, wer diese Aufgabe im Verwaltungsvorstand übernimmt.